Im Ostvest

Tierfamilien

Nun - es ist die Zeit des tierischen Nachwuchses. Also habe ich von allen mir zur Verfügung gestellten Bildern zu diesem Thema verschiedene Beiträge unserer Fotografen/innen zusammengefasst.

Wolfgang Gerhardus hat Blässrallen (Blässhühner) mit ihrem Nachwuchs fotografiert. Die Eltern sind schwarzweiß, die Kinder haben rotgoldenen Kopfschmuck, den sie erst später verlieren. Die Führung und Beaufsichtigung der Kinder ist nicht alles, es muss auch gefüttert werden ...

Ulrike Tyroff hat Uferschwalben an der Bruthöhle fotografiert, diese Vögel sind recht selten bei uns, und wer sie sieht und es gut mit den Vögeln meint, hält beim Fotografieren (wie Ulrike Tyroff) Abstand und die Höhle selbst geheim. Jungvögel sind vorhanden, denn die Eltern befördern Kotballen aus der Höhle an die frische Luft.

Ich selbst habe zunächst in Datteln in der Nähe des Ahsener Sportplatzes junge Spechte aus ihrer Baumhöhle rufen gehört ("Hunger ... was sonst?). Die Elternvögel kamen regelmäßig, hatten mich aber trotz relativ großen Abstandes im Auge. Wie aufmerksam so ein Altvogel ist, sehen sie an dem Bild. Wenn der Fotograf ihm lästig ist, beginnt er zu schimpfen (kickkickkick) und wenn das nicht hilft, stellt er notfalls die Fütterung trotz des Gezeters aus der Höhle ein - und der anständige Fotograf vergrößert den Abstand und stellt notfalls das Fotografieren ein.

Lustig wird es besonders dann, wenn ein Jungvogel es schafft, aus dem Einflugloch zu schauen mit seinem kleinen roten Kopf und seine Eltern zu beschimpfen, von wegen Hunger und Beeilung.

Den Vogel abgeschossen hat Aleks Vasek, finde ich. Sie hat sich zwischen brütende Kanadagänse begeben, wurde akzeptiert und konnte so mit Zeitverzögerung erst das Brüten, dann nach der Eiablage das von innen aufgepickte Ei und schließlich die lieben kleinen Gänschen begrüssen. Das erinnert mich in etwa an den Naturforscher Konrad Lorenz, der seine Beziehung zu einer jungen Wildgans in der Novelle "Das Gänsekind Martina" beschrieben hat - sehr rührend, sehr lesenswert.

 

Ulrich Kamp 31.05.2020

Roter Milan

Storch und Roter Milan

Es gibt einen Vogel, genauer einen Greif, im Ostvest und auch den benachbarten Gemeinden, der eigentlich bei uns sehr selten ist. Es geht um den Roten Milan (Milvus milvus), roter Körper, grauer Kopf und stark gegabelter Schwanz. Etwas größer als ein Mäusebussard, aber wendiger. Schon in den letzten Jahren war er ab und zu zu sehen im Raum Datteln am Haardrand, auch in der freien Landschaft, gelegentlich auch in Recklinghausen-Speckhorn.

Nur - der Rote Milan, so schreibt jedenfalls DIE Autorität auf dem Fachgebiet unserer Greifvögel, Dr. Theodor Mebs, ist ein überaus agiler und unternehmungslustiger Vogel. Von seinem Horst fliegt er locker einen Radius von durchschnittlich fünf! Kilometern ab, er nimmt aber auch Jagdausflüge von bis zu 12 km in Kauf.

Aktuell haben wir hier ein Bild hinterlegt, das einen Roten Milan mit einem Storch in Datteln am Klosterner Weg zeigt. Der Landwirt bestellte sein Feld und sofort waren Jäger zur Stelle die mit dem, was der umgebrochene Boden so zu Tage beförderte, etwas anfangen konnten. Hier hat Tina Schurink den Greif und den Storch - allerdings in ziemlicher Höhe - fotografiert (s. Bild).

Aleks Vasek hat einen (oder den?) Roten Milan an der Devensstr. zwischen Oer-Erkenschwick und Recklinghausen fotografiert und ihn an einem anderen Tag weiter am Autobahnzubringer gesehen, aber nicht fotografieren können. Wolfgang Gerhardus hat direkt in dieser zeitlichen Periode einen Roten Milan in Olfen in dem NSG Steverauen fotografiert - und ich habe ein Bild beigesteuert aus dem Grenzbereich zwischen Datteln und Oer-Erkenschwick.

Nun - haben wir plötzlich nach langer Wartezeit eine "Roter-Milan-Explosion"? Oder haben wir es mit ein oder zwei Einzelexemplaren zu tun, die überall und nirgends auftauchen, aber letztendlich an einem unbekannten Ort verdeckt leben? Wenn wir uns den Radius von bis zu 12 km beim Beuteflug anschauen und dann die Sichtungsorte vergleichen, das könnte auch ein einzelner Vogel mit riesiger Reiselust gewesen sein.

Nun - wir warten ab und lassen uns überraschen. Es wäre natürlich schön, wenn einer oder mehrere Vögel bei uns heimisch würden. Sie sind Schönheiten und es ist natürlich auch mal an der Zeit, dass nach Weggang bzw. Riesenverlusten von Rebhuhn, Feldlerche und Kiebitz eine Art zuwandert, die wir so lange nicht mehr bei uns hatten.

 

Ulrich Kamp

NABU Ostvest

17.04.2020

Echte Liebe und eiskalte räuberische Überfälle von Artgenossen

Eine Turmfalkengeschichte aus Oer-Erkenschwick, Fotos Martina (Tina) Schurink, Datteln

 

 

In Oer-Erkenschwick, zwischen Stadtpark und Rathaus, befindet sich das Dienstgebäude des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Schon seit etlichen Jahren bietet das DRK-Haus an seiner Ostseite einer oder wechselnden Turmfalkenfamilien ein Heim, nämlich einen Turmfalkenkasten passend für Mama, Papa und Kinder. Vorn ist der Kasten halboffen, die alten Turmfalken können sitzend von oben die Spaziergänger, aber auch Beutetiere im Vorgarten, beobachten. Der Kasten ist unmittelbar seit seiner Anbringung (der Kasten stammte wohl immer vom NABU Ostvest und wurde zwischenzeitlich aus Altersgründen ersetzt) durch die Feuerwehr Oer-Erkenschwick immer belegt.

Aktuell wohnt wieder ein hübsches Turmfalkenpärchen, der Terzel mit grauem Kopf, das Weibchen Kopf, Rücken und Schwanz rostbraun mit Flecken) dort und wurde von Tina Schurink unter Mitwirkung von Freundin Aleks Vasek in Augenschein genommen. Tina ist zwar Dattelnerin, aber gute Fotogelegenheiten muss man einfach da wahrnehmen, wo man sie antrifft. Aleks hat auch die Verbindung zum NABU Ostvest hergestellt, und schon sind die ersten guten Bilder da. Kurzum - Tina fotografiert jetzt auch für den NABU Ostvest.

Die Turmfalkenkiste dort hat wohl auch eine gewisse magische Ausstrahlung. Dort habe ich nämlich Aleks Vasek angesprochen, als sie mit ihrem Riesenteleobjektiv an der Kamera  den Turmfalkenkasten fixierte. Ein Wort gab das andere, ich konnte Proben von aufgenommenen Bildern sehen - und so verpflichtete ich schon vor etlichen Monaten Aleks für den NABU Ostvest. Kommt Tina jetzt sozusagen im Schlepptau von Aleks auch zu uns, um so besser für die Qualität und Auswahlmöglichkeiten für unsere Homepage.

Als Tina dort mit Kamera in Stellung ging, waren die beiden Turmfalken, die dort heimisch sind, mit ihrer Familienplanung schon sehr weit fortgeschritten. Sie waren dabei, an Ort und Stelle, vorwiegend in der Dachrinne, ihre Familie zu vergrößern. Diese Art der Aktivität ist jahreszeitlich bedingt, so leben und lieben andere Vögel auch. Klar ist, dass man junge Vögel besser im Sommer bei stabilem gutem Wetter und ausreichendem Nahrungsangebot großziehen kann als im Winter. Der Zeitrahmen ist also bei unseren Falken nicht einfach so gewählt, sondern von der Natur vorgegeben.

Liebe macht müde, danach möchte man ein wenig ausruhen. Das lief aber nicht wie geplant. Denn in Oer-Erkenschwick gibt es noch ein Turmfalkenpärchen, dass sich gern vergrößern möchte, aber noch ohne passende Wohung ist und vergeblich überall gesucht hat. Was blieb, war die Idee, die Bewohner des Turmfalkenkasten "anzulüften", zu verjagen und die Wohnung zu übernehmen, sich sozusagen in das gemachte Nest zu setzen.

Da haben die Bewohner des Nistkasten aber ganz entschieden etwas dagegen gehabt und so kam es dann gleich mehrere Male zu tätlichen Auseinandersetzungen auf, neben und über dem Falkenkasten. Es gab auch Verletzungen im Gesicht im Schnabelbereich bei dem Erstbesitzer. Seine Partnerin hat ihn dann - s. Bild - liebevoll getröstet. Er konnte dann hinterher direkt auf die Jagd gehen und kam dann mit einer großen Wühlmaus zurück, die er stolz seiner Partnerin präsentierte.

Bisher wurde jede feindliche Übernahme der wohnungslosen Turmfalken abgeschlagen. Ob das wohl so bleibt? Intern denkt der NABU darüber nach, einen zweiten Turmfalkenkasten zu bauen - ziemlich schnell - die Brutzeit ist Mitte April angefangen. Dann muss aber geklärt werden, wo dieser Kasten unweit des DRK-Hauses, aber weit genug weg, damit es nicht sofort wieder zu Reibereien kommt, aufgehängt werden kann. Wenn das möglich sein sollte, wäre beiden Familien geholfen, von der Annahme ausgehend, die zweite Familie würde den Standort annehmen.

Die Entwicklung wird insgesamt von uns beobachtet.

Ulrich Kamp

NABU Ostvest

17.04.2020

NABU-Ostvest-Aktivitäten und der Corona-Virus

Wir hatten im letzten Jahr äußerst erfolgreich damit begonnen, für Interessierte Führungen durch unsere Natur anzubieten. Wir sind mit ca. 60 Teilnehmern zuerst in der Haard gewesen (Scheinzeche, Feuerwachturm Farnberg und Hlg. Barbara Stollen). Danach waren wir mit über 100 Besuchern in den Lippeauen hinter dem Haus Vogelsang. Riesiges Interesse, volle Begeisterung, einzige Frage der Besucher: Wohin gehen wir demnächst?

Und dann war trotz schon fertiger Pläne für weitere Veranstaltungen Pause - ganz plötzlich und überraschend. Federführend für die Organisation der Wanderungen einschl. Streckenverlauf und Ziel war und ist der Unterzeichner - und der ging relativ schnell und unerwartet im August 2019 auf "Wanderschaft“, nämlich zwecks Herz-OP in die Uni-Klinik Essen. Da hatte es sich zunächst mal auf Monate "ausgewandert". Aber die Pläne liegen immer noch fertig in der Schublade und laufen könnten wir wieder. Einige Wanderrouten bin ich inzwischen abgegangen, alles wie gehabt - die Natur ist einfach schön und wartet nur auf uns (denke ich).

Wir hatten bei der zunächst auf unbestimmte Zeit letzten NABU-Ostvest-Vorstandssitzung festgelegt, dass erst einmal für dieses Jahr "nur vier" Wanderungen durchgeführt werden. Wir hatten aber nicht mit der durchschlagenden Wirkung des Corona-Virus auf unsere Freizeitplanung gerechnet. Jetzt hat es sich zunächst mal auf unbestimmte Zeit ausgewandert, alle Pläne sind noch da, aber auf unbestimmte Zeit vertagt. Wir besuchen keinen Kindergarten, wir führen keine Sitzungen mit körperlicher Anwesenheit durch - wir können nur das machen, was alle machen, nämlich abwarten, bis sich die Situation entspannt.

Unter Presse ist auf dieser Homepage ein Bericht der Stimberg-Zeitung auf der Grundlage meines Besuchs im Naturschutzgebiet Brinksknapp in der Haard veröffentlicht. Das wäre, wenn alles gut gelaufen wäre, unser erster gemeinsamer Ausflug in diesem Jahr gewesen. Ich hatte schon mal am ersten Ziel vorgetastet, ich konnte nicht absehen, was Corona mit uns in Kürze auf unabsehbare Zeit machen würde.

Es ist wieder Wasser im Teich, zahlreiche Frösche warten nur auf uns und quakten mir vor, wo bleibt der NABU? Zwergtaucher, Blässhühner, Wildgänse, Stockenten, alles da (und was die Frösche wohl noch nicht so richtig realisiert haben, bald werden auch Grau- und Silberreiher, vielleicht auch Störche mitgekriegt haben, was denn da so an leckeren Sachen im Teich in Massen schwimmt). Aber die Natur hat vorgesorgt. Es ist genug für alle da und es wird immer genug Tiere geben, die den Nachwuchs sicherstellen.

Also - aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir bleiben am Ball und haben Sie im Auge. Und wenn Corona Geschichte ist und uns die Presse wie gehabt unterstützt (und ich bin sicher, das wird sie), werden Sie ruckzuck lesen können, wo und wann wir uns treffen.

VERSPROCHEN.

 

Ulrich Kamp (für den Vorstand des NABU Ostvest)

NABU Ostvest 25.03.2020

Die Bilder zu diesem Bericht nehmen Sie bitte als Vorgeschmack.

Wolfgang Gerhardus hat für die Homepage fotografiert

Einen guten Rutsch wünscht Ihnen nachträglich ein Poitou-Eselchen, welches sich im Stevernaturschutzgebiet in Olfen äußerst heimisch fühlt. Esel sind sensible, äußerst menschenfreundliche und auch intelligente Tiere. Sie sind nicht bockig, sondern vorsichtig. Sie bleiben stehen, wenn sie dem Gelände, das sie begehen sollen, nicht vertrauen.

Und ihre Freundlichkeit und Menschenbezogenheit wird leider von manchen Eigentümern ausgenutzt. Unserem Eselchen geht es nachweislich gut.

Wolfgang Gerhardus und die Grünspechte - das ist eine spezielle Beziehung. Wolfgang wird sogar im Hausgarten von den Erdspechten besucht. Erdspecht, weil er seine Nahrung häufig auf dem Boden sucht. Er hat Ameisen zum Fressen gern ... Und wenn er dann noch wiehernd ruft, weiß jeder, Herr Lachmann ist wieder in der Nähe.

Der Fasan, vor Jahrhunderten aus dem Kaukasus bei uns eingebürgert, lebt ohne Probleme bei uns. Wenn die Art mal arg weniger geworden ist, setzten die Jäger, vermutlich aus Eigennutz, neue gezüchtete Tiere aus den Volieren in der freien Natur aus. Das Männchen, also der Hahn, ist wie oft im Vogelreich deutlich bunter als das Weibchen. Er macht sich in der Natur durch laute Rufe (göck, göck) und lautes Flügelklatschen bemerkbar. Abends baumt er auf, sitzt also in relativer Sicherheit vor Bodenfeinden auf einem Ast, gern auch im Garten bei Anrainern der Feldflur. Wer dann den Garten in der Dämmerung betritt, z. B. um noch Wäsche vom abendlichen Schwimmbadbesuch aufzuhängen, erlebt Überraschungen.

Denn der Vogel erkennt jede Annäherung, der Mensch aber nicht. Kommt man dem Fasan zu nahe, dann fliegt er plötzlich unter wummernden Flügelgeräuschen ab und zetert dabei laut sein "Göck, Göck, Göck". Da kann dem arglosen Aufscheucher schon mal vor Schreck der Wäschekorb hinfallen.

Ein ganz alter Bekannter, auch in unseren Gärten und auch auf den Friedhöfen, ist das Rotkehlchen. Sobald der Mensch irgendwo harkt und gräbt, ist das Rotkehlchen zur Stelle. Äußerst zutraulich und an seinem charakteristischen etwas knarzenden Ruf zu erkennen. Nur gegenüber Artgenossen ist der Einzelgänger außerhalb der Brutzeit etwas unverträglich.

Und zuletzt eine Goldammer, sie sind weniger geworden, denke ich, einst ein Charaktervogel der Feldlandschaft. Es dürften ruhig wieder etwas mehr sein. So schmuck in Gelb-braun, ein echter Hingucker und auch im Baum meistens gut zu erkennen.

Bilder: Wolfgang Gerhardus, Waltrop.

Ulrich Kamp

NABU Ostvest, 16.01.2020

 

Wolfgang Gerhardus fotografiert Wasservögel

Eisvögel - mit die schönste Vogelart, die wir hier im Ostvest sehen und mit etwas Glück und viel Geduld auch fotografieren können. Wolfgang Gerhardus hat Nr. 1 am Datteln-Hamm-Kanal in Höhe des Waltroper Yachthafens in der Nähe der Straßenbrücke auf der Spundwand fotografiert. Nr. 2 suchte sein "Fischglück" am Dattelner Meer, also am großen Dattelner Stadthafen.

Der Kormoran saß an der Anlegestelle oberhalb des Schiffshebewerks Henrichenburg und die beiden Rostgänse (rotbrauner Körper - weißer Kopf) riefen ihr charakteristisches Ong-Ong auf einer Wiese in der Nähe des Dormund-Ems-Kanals. Sie sind relativ selten bei uns, dafür kann man sie aber gut erkennen und sehr gut hören, wenn sie denn rufen ...

Bilder: Wolfgang Gerhardus, Waltrop

Text: Ulrich Kamp

NABU Ostvest, 19.01.2020

 

Etwas geht immer

Also wieder auf zum Wesel-Datteln-Kanal zwischen Ahsen und Flaesheim. Und siehe da, ein Wintergoldhähnchen und ein Ast weiter eine Schwanzmeise. Der Eisvogel ist eigentlich ständig vor Ort und auch zu sehen, nur die Bilder sind mittelprächtig. Aber s. Überschrift. Und ich bin geduldig.

 

Ulrich Kamp

NABU Ostvest, 14.01.2020

Ein Blick auf einen kleinen Bach auf Ostvestgebiet

Der Mahlenburger Mühlengraben entspringt unterhalb der Ahsener Str. zwischen Oer-Erkenschwick und Ahsen auf Dattelner Gebiet am Haardrand. Die Quelle liegt wohl in einer großen Wiese unweit der kleinen Straße "In den Stämmen". Von dort unterquert das kleine Gewässer zunächst einmal die Straße, schlägt einen Bogen nach rechts und unterquert die Straße "In den Stämmen" ein zweites Mal.

400 m weiter mündet der Bach in einen kleinen idyllischen Teich im Wald - eingezäunt, also Privatbesitz - und nicht für jedermann zugänglich. Dieser Teich hat im Sommer so wenig Wasser geführt, dass die dort lebenden Fische vom Tod bedroht waren, das größere Problem war der Sauerstoffmangel in der kleinen Restpfütze, die vom stolzen Teich übrig geblieben war. Ein Notruf erreichte den Sprecher des NABU Ostvest, Andreas Vergin, der sich das Problem anschaute und direkt einen Kompressor zur Verfügung stellte, damit zumindest für mehr Sauerstoff gesorgt war.

Der Wassermangel wurde dann durch einsetzenden Dauerregen behoben. Aktuell ist der Teich "voll" und läuft am eingerichteten Überlauf ab - weiter in Richtung Lippe. Angetroffen und fotografiert wurden dort zwei Nilgänse, die sich offensichtlich ohne namhafte Konkurrenz dort eingerichtet haben.

Der Weg des Baches führt parallel zur Straße "In den Wellen" durch eine kleine Wochenendsiedlung weiter unter der Redder Str. hindurch und durch die Felder in Richtung Haus Mahlenburg und dann weiter am Ahsener Sportplatz vorbei durch einen Düker unter dem Wesel-Datteln-Kanal hindurch bis zur Einmündung in die Lippe in der Nähe von Ahsen.

Namhafte Bäche sind in der Haard übrigens Mangelware. Wasserreich war die Haard mit ihrem Sandboden wohl nie, aber der Bergbau hat mit dem Kohlenabbau unter der Haard maßgeblich dafür gesorgt, dass viele Quellen und Bäche versiegt sind (Gernequelle, Gernebach, ehemalige Ahsener Fischteiche).

Ulrich Kamp

NABU Ostvest

05.12.2019

Allerweltstiere

Allerweltstiere, die bei uns frei leben, aber wie lange noch?

Natürlich schauen wir NABUS, wenn wir uns in Wald und Flur bewegen, unabhängig davon, ob irgendwas gezählt wird, nach den Tieren, die wir sehen. Oft sollten wir wohl lieber nach den Tieren suchen, die wir NICHT MEHR sehen, denke ich.

Aber jetzt im Juni 2019 waren noch einige Tiere, sowohl Vögel als auch Säugetiere und Insekten zu sehen. Nur mit der schieren Masse war nirgendwo zu rechnen, insbesondere Schmetterlinge haben sich jetzt im Juni (heutiges Datum 12.06.2019) ganz rar gemacht. Dabei naht in Kürze die Schmetterlingszählung - s. Pressebericht).

Immerhin:

An unserem Gartenteich in Oer-Erkenschwick sind zwei Kleinlibellenarten ständig vorhanden:

Die frühe Adonislibelle (Farbe rot) und

die große Pechlibelle (Farbe blau).

In Essel traf ich eine Hornisse fliegend auf freier Wildbahn,

einen Hasen, der sich in seiner Deckung klein machte aber vergaß, die Ohren anzulegen,

am Haardrand  nicht weit von der Zufahrtsstraße In den Stämmen entfernt einen Eichelhäher, der mich erst relativ spät erkannte und

wiederum in Essel am Regenrückhaltebecken Lindenstr. (Oer-Erkenschwick) eine männliche Goldammer (Die sah ich dort öfter. Es müssen mindestens zwei Exemplare sein, die zeitgleich sich gegenseitig von verschiedenen Ansitzen rufen.).

Naja, und in Essel zwischen Rittbörden und Esseler Bruchgraben (Gebiet Oer-Erkenschwick) sah ich endlich zwei Kiebitze auf einer großen Wiese zusammen mit Graureiher, Turmfalken und Tauben ihrem Broterwerb nachgingen. Ob sie dort irgendwo brüten oder versucht haben zu brüten, konnte ich nicht erkennen.

Man freut sich heute halt auch über Kleinigkeiten, aber s. Feldlerche, alles was uns bisher selbstverständlich war, könnte demnächst auch "weg" sein, und diese Angst treibt alle Naturschützer um, ohne dass irgendwo ein Gesamtplan oder eine Gesamtstrategie zur Stabilisierung und Verbesserung der jetzigen Situation zu erkennen ist, leider. Niemand plant großflächig, sondern wir arbeiten wie Flickschuster, und das muss und wird sich hoffentlich ändern, bevor es zu spät ist. Allein mit Blühstreifen werden wir die negative Entwicklung nicht aufhalten geschweige denn den negativen Trend umkehren ... traurig, aber wahr.

Schwarz sehen und jammern hilft aber nun auch nicht. Echte Naturliebhaber fangen bei sich selbst an, auf dem Balkon, im Garten, mit Verhaltensänderungen. Die Politik wird uns nur helfen, wenn wir sie massiv anschieben! Von nix kommt nix.

 

Ulrich Kamp

NABU Ostvest

11.06.2019

Insektensommer und Zeit der Schmetterlinge

Der Naturschutzbund (NABU) bittet in diesem Jahr zum wiederholten Male die Naturliebhaber um Unterstützung. Diesmal geht es um die Zählung von Insekten (vom 31.05. - 09.06. und vom 02.08. - 11.08.2019) und extra noch einmal nur für Schmetterlinge vom 15.06. bis zum 15.07.2019.

Das Motto der Insektenzählung fällt unter den Begriff "Insektensommer". Hintergrund ist natürlich der enorme Verlust an Insekten, die uns damit als Bestäuber und letztlich auch als Nahrungsquelle für Vögel und Säugetiere fehlen. Es ist klar, dass die meisten durchaus gutwilligen Teilnehmer an dieser ermittlungstechnisch sehr wertvollen Zählung nicht auf Anhieb zig-tausend-Insektenarten haarscharf bestimmen können. Wertvolle Ratschläge sowie Bestimmungshilfen können ebenso wie die Abschlussmeldung über das Internet unter www.insektensommer.de abgefragt bzw. abgegeben werden.

Zur Klarstellung: Niemand kann, wenn er dort, wo er zählt, einen Ameisenhaufen hat, sagen, wieviele Ameisen dort gesehen wurden. Dies gilt auch natürlich für einen Schwarm Mücken, nur Blattläuse, die sich durchgängig ruhig verhalten und an Ort und Stelle verharren, machen es etwas einfacher. Auch das Erkennen und Bestimmen der einzelnen Arten kann nicht nur für Laien, sondern auch für Fachleute schwierig werden - das ist eingeplant und dafür gibt es auch die Möglichkeit sog. "unscharfer" Bestimmungen und entsprechender Meldung. Es sieht eigentlich nur aktuell schwieriger aus, als es wirklich ist - und die Angaben sind ungemein nützlich, denn wer außer den Naturliebhabern könnte derartige Zahlenmengen bringen?

Der NABU Ostvest gibt Beispiele von Insekten, die fast jeder kennt und bestimmen kann neben der Unmenge  von verschiedenen Krabbeltieren, Schmetterlingen, Bienen usw.

Fast jeder kennt den Marienkäfer (unser Bild zeigt einen Sieben-Punkt) und auch die Streifenwanze (war im April recht häufig auch am Haus zu sehen). Immerhin ist damit schon ein Anfang gemacht, wie sagte mal ein alter berufserfahrener Lehrer: Der Rest ergibt sich fast von selbst. Also positiv denken und mitmachen.

Bei der Insektenzählung werden auch Schmetterlinge mitgezählt. Aber speziell nur Schmetterlinge werden in der Aktion "Zeit der Schmetterlinge" vom 15.06. - 15.07. gesondert gezählt und gemeldet. Denn gerade bei den Schmetterlingen sind leider auch ganz gravierende rückläufige Zahlen zu verzeichnen. Der Grund dürfte ähnlich sein wie bei den Insektenverlusten, es fehlt schlicht an Lebensraum und Lebensqualität. Wer aber gegensteuern will und muss, der braucht auch belegbare Zahlen, und die liefert u. a. auch die Zählung. Zählbögen und Meldeformular gibt es neben weiteren Informationen unter www.schmetterlingszeit.de.

Wir haben zwei Bilder von Arten beigefügt, die neben den Weißlingen und dem Zitronenfalter durchgängig in den letzten Wochen im Ostvest zu sehen waren, nämlich das Tagpfauenauge und der Aurorafalter (zwei Bilder: Männchen orange-weiß, Weibchen schwarz-weiß). Wer zählt und den Schmetterling nicht sofort bestimmen kann, den Falter fotografieren oder sich genau merken, was auffälig war,  z. B. Farben und Zeichnungen - Muster auf Körper und Flügeln. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich Schmetterlingsarten manchmal sehr ähnlich sehen können, aber auch da helfen "unscharfe Meldungen". Selbst wenn man sich Jahre mit Insekten und Schmetterlingen befasst, und das gilt auch für Säugetiere und Insekten, es kommt immer mal ein Exemplar "um die Ecke", welches man noch nicht kannte - und man ist dann um eine Erfahrung reicher. Auch ein Kenner lernt eigentlich bei der Tierweltbestimmung nie aus und erweitert stetig seinen fachlichen Horizont, ein Prozess, der lebenslang anhält.

Nehmen Sie einfach teil und überlassen die Auswertung den Fachleuten. Ohne eine möglichst große Anzahl von Teilnehmern gibt es nämlich sonst keine anderen belastbaren Zahlen, und das wäre ganz negativ für die Tierwelt. Wer Verluste beklagen will, der muss eigentlich mit einer Bestandsaufnahme beginnen, und dabei hilft jeder Teilnehmer.

Frohes Gelingen und rege Teilnahme wünscht

Ulrich Kamp

vom NABU Ostvest

Die Stunde der Wintervögel

Bei der Stunde der Wintervögel war das Zählergebnis für mich im Garten spürbar "mau". Jetzt mit Schnee und Futterstellen sieht die Welt ganz anders aus. Beide Meisenarten, Amseln und auch - wie abgebildet - Rotkehlchen sind vor Ort.

 

Das Rotkehlchen bedient sich an einem sog. Futterspender, der sich zur Fütterung kleinerer Vögel bewährt hat. Bei großen Futterhäuschen landen auch relativ große Vögel wie Amseln und Tauben und werfen oft die Menge, die sie auch fressen, zusätzlich auf die Erde.

 

Dort lauern nicht nur Trittbrettfahrer wie Mäuse, auch wird das Futter nass und manchmal unbrauchbar. Der Futterspender lässt nur kleinere Vögel platzmäßig an sich heran und es kommen auch nur so viele Körner wie direkt gefressen werden können. Der große Rest verbleibt zunächst einmal trocken im Silobehälter.

 

Das hat etwas für sich. Es macht auch Sinn, neben dem Futterhäuschen noch ein paar Schritte entfernt einen Silo aufzuhängen, so kommt jede Vogelgröße zu ihrem Recht, zumal oft noch Meisenknödel und Netze mit Nüssen zusätzlich aufgehängt werden.

 

Rotkehlchen sind Ganzjahresvögel und keineswegs selten. Ob im Garten oder auf dem Friedhof, kaum macht sich ein Mensch zu schaffen, sind die zutraulichen Vögelchan da und laufen dem Gartenarbeiter fast über die Hände. Es sind aber durchgängig Einzelexemplare, denn untereinander wird Abstand gehalten. Das Rotkehlchen ist mehr ein Eigenbrötler.

 

Ulrich Kamp

26.01.2019

 

 

Grünspecht

Das ist ein sehr schönes Bild von einem Grünspecht, den NABU-Freund Wolfgang Gerardus aus Waltrop auf seinem Rasen zu Gast hatte. Der typische Erdspecht (er wohnt zwar in einer Baumhöhle, sucht seine Nahrung aber vorwiegend auf dem Boden) ist bei uns nicht bedroht. Vorkommen: Waldränder, Parks, Gärten. Auffällig ist sein Ruf, der stark an ein durchdringendes lautes Gelächter erinnert.

 

 

Was Marita Eckart vom NABU Ostvest so in den letzten Monaten fotografiert hat

Marita Eckart hat die Natur aufmerksam beobachtet, wobei ihr Spektrum in ihrem Garten begann (Dompfaffpärchen und Grünspecht), und dann über die alte Fahrt (Gelbwangenschildkröte besetzt das Nest von einem Blässhuhn, welches deutlich seinen Unwillen über den ungebetenen Gast zeigt) zu einem Falkner führte, der gern seinen bildhübschen Waldkauz herumzeigte. Gottseidank hat Marita nicht nur beobachtet, sondern auch fotografiert. Man merkt, dass die Gartenmitbewohner es in Familie Eckarts Garten gut haben, so vertraut wie sie sind.

 

Der Waldkauz war 2017 und der Grünspecht 2014 Vogel des Jahres. Beide sind nicht bedroht, im Gegensatz zu den Vögeln des Jahres 2018 (Star) und 2019 (Feldlerche). Hoffentlich begrüßen wir nicht nur den Wolf, sondern behalten auch die Arten, die uns jahrzehntelang begleitet und unterhalten haben.

 

Ulrich Kamp

21.10.2018

 

 

Die nächsten Termine:

 

Aus aktuellem Anlass (Coronavirus) finden vorläufig keine Vorstandssitzungen in Form einer Versammlung statt. Wir bitten um Verständnis. Sobald Sitzungen wieder durchgeführt werden können, werden wir die Termine wieder auf dieser Homepage veröffentlichen.

 

 

 

 

Änderungen des Tagungsortes unter aktuellen Gesichtspunkten möglich. Bitte beachten Sie den Hinweis in der Presse!

 

 

 

Weitere Infos finden Sie unter Termine ...

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