Im Ostvest

Allerweltstiere

Allerweltstiere, die bei uns frei leben, aber wie lange noch?

Natürlich schauen wir NABUS, wenn wir uns in Wald und Flur bewegen, unabhängig davon, ob irgendwas gezählt wird, nach den Tieren, die wir sehen. Oft sollten wir wohl lieber nach den Tieren suchen, die wir NICHT MEHR sehen, denke ich.

Aber jetzt im Juni 2019 waren noch einige Tiere, sowohl Vögel als auch Säugetiere und Insekten zu sehen. Nur mit der schieren Masse war nirgendwo zu rechnen, insbesondere Schmetterlinge haben sich jetzt im Juni (heutiges Datum 12.06.2019) ganz rar gemacht. Dabei naht in Kürze die Schmetterlingszählung - s. Pressebericht).

Immerhin:

An unserem Gartenteich in Oer-Erkenschwick sind zwei Kleinlibellenarten ständig vorhanden:

Die frühe Adonislibelle (Farbe rot) und

die große Pechlibelle (Farbe blau).

In Essel traf ich eine Hornisse fliegend auf freier Wildbahn,

einen Hasen, der sich in seiner Deckung klein machte aber vergaß, die Ohren anzulegen,

am Haardrand  nicht weit von der Zufahrtsstraße In den Stämmen entfernt einen Eichelhäher, der mich erst relativ spät erkannte und

wiederum in Essel am Regenrückhaltebecken Lindenstr. (Oer-Erkenschwick) eine männliche Goldammer (Die sah ich dort öfter. Es müssen mindestens zwei Exemplare sein, die zeitgleich sich gegenseitig von verschiedenen Ansitzen rufen.).

Naja, und in Essel zwischen Rittbörden und Esseler Bruchgraben (Gebiet Oer-Erkenschwick) sah ich endlich zwei Kiebitze auf einer großen Wiese zusammen mit Graureiher, Turmfalken und Tauben ihrem Broterwerb nachgingen. Ob sie dort irgendwo brüten oder versucht haben zu brüten, konnte ich nicht erkennen.

Man freut sich heute halt auch über Kleinigkeiten, aber s. Feldlerche, alles was uns bisher selbstverständlich war, könnte demnächst auch "weg" sein, und diese Angst treibt alle Naturschützer um, ohne dass irgendwo ein Gesamtplan oder eine Gesamtstrategie zur Stabilisierung und Verbesserung der jetzigen Situation zu erkennen ist, leider. Niemand plant großflächig, sondern wir arbeiten wie Flickschuster, und das muss und wird sich hoffentlich ändern, bevor es zu spät ist. Allein mit Blühstreifen werden wir die negative Entwicklung nicht aufhalten geschweige denn den negativen Trend umkehren ... traurig, aber wahr.

Schwarz sehen und jammern hilft aber nun auch nicht. Echte Naturliebhaber fangen bei sich selbst an, auf dem Balkon, im Garten, mit Verhaltensänderungen. Die Politik wird uns nur helfen, wenn wir sie massiv anschieben! Von nix kommt nix.

 

Ulrich Kamp

NABU Ostvest

11.06.2019

Insektensommer und Zeit der Schmetterlinge

Der Naturschutzbund (NABU) bittet in diesem Jahr zum wiederholten Male die Naturliebhaber um Unterstützung. Diesmal geht es um die Zählung von Insekten (vom 31.05. - 09.06. und vom 02.08. - 11.08.2019) und extra noch einmal nur für Schmetterlinge vom 15.06. bis zum 15.07.2019.

Das Motto der Insektenzählung fällt unter den Begriff "Insektensommer". Hintergrund ist natürlich der enorme Verlust an Insekten, die uns damit als Bestäuber und letztlich auch als Nahrungsquelle für Vögel und Säugetiere fehlen. Es ist klar, dass die meisten durchaus gutwilligen Teilnehmer an dieser ermittlungstechnisch sehr wertvollen Zählung nicht auf Anhieb zig-tausend-Insektenarten haarscharf bestimmen können. Wertvolle Ratschläge sowie Bestimmungshilfen können ebenso wie die Abschlussmeldung über das Internet unter www.insektensommer.de abgefragt bzw. abgegeben werden.

Zur Klarstellung: Niemand kann, wenn er dort, wo er zählt, einen Ameisenhaufen hat, sagen, wieviele Ameisen dort gesehen wurden. Dies gilt auch natürlich für einen Schwarm Mücken, nur Blattläuse, die sich durchgängig ruhig verhalten und an Ort und Stelle verharren, machen es etwas einfacher. Auch das Erkennen und Bestimmen der einzelnen Arten kann nicht nur für Laien, sondern auch für Fachleute schwierig werden - das ist eingeplant und dafür gibt es auch die Möglichkeit sog. "unscharfer" Bestimmungen und entsprechender Meldung. Es sieht eigentlich nur aktuell schwieriger aus, als es wirklich ist - und die Angaben sind ungemein nützlich, denn wer außer den Naturliebhabern könnte derartige Zahlenmengen bringen?

Der NABU Ostvest gibt Beispiele von Insekten, die fast jeder kennt und bestimmen kann neben der Unmenge  von verschiedenen Krabbeltieren, Schmetterlingen, Bienen usw.

Fast jeder kennt den Marienkäfer (unser Bild zeigt einen Sieben-Punkt) und auch die Streifenwanze (war im April recht häufig auch am Haus zu sehen). Immerhin ist damit schon ein Anfang gemacht, wie sagte mal ein alter berufserfahrener Lehrer: Der Rest ergibt sich fast von selbst. Also positiv denken und mitmachen.

Bei der Insektenzählung werden auch Schmetterlinge mitgezählt. Aber speziell nur Schmetterlinge werden in der Aktion "Zeit der Schmetterlinge" vom 15.06. - 15.07. gesondert gezählt und gemeldet. Denn gerade bei den Schmetterlingen sind leider auch ganz gravierende rückläufige Zahlen zu verzeichnen. Der Grund dürfte ähnlich sein wie bei den Insektenverlusten, es fehlt schlicht an Lebensraum und Lebensqualität. Wer aber gegensteuern will und muss, der braucht auch belegbare Zahlen, und die liefert u. a. auch die Zählung. Zählbögen und Meldeformular gibt es neben weiteren Informationen unter www.schmetterlingszeit.de.

Wir haben zwei Bilder von Arten beigefügt, die neben den Weißlingen und dem Zitronenfalter durchgängig in den letzten Wochen im Ostvest zu sehen waren, nämlich das Tagpfauenauge und der Aurorafalter (zwei Bilder: Männchen orange-weiß, Weibchen schwarz-weiß). Wer zählt und den Schmetterling nicht sofort bestimmen kann, den Falter fotografieren oder sich genau merken, was auffälig war,  z. B. Farben und Zeichnungen - Muster auf Körper und Flügeln. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich Schmetterlingsarten manchmal sehr ähnlich sehen können, aber auch da helfen "unscharfe Meldungen". Selbst wenn man sich Jahre mit Insekten und Schmetterlingen befasst, und das gilt auch für Säugetiere und Insekten, es kommt immer mal ein Exemplar "um die Ecke", welches man noch nicht kannte - und man ist dann um eine Erfahrung reicher. Auch ein Kenner lernt eigentlich bei der Tierweltbestimmung nie aus und erweitert stetig seinen fachlichen Horizont, ein Prozess, der lebenslang anhält.

Nehmen Sie einfach teil und überlassen die Auswertung den Fachleuten. Ohne eine möglichst große Anzahl von Teilnehmern gibt es nämlich sonst keine anderen belastbaren Zahlen, und das wäre ganz negativ für die Tierwelt. Wer Verluste beklagen will, der muss eigentlich mit einer Bestandsaufnahme beginnen, und dabei hilft jeder Teilnehmer.

Frohes Gelingen und rege Teilnahme wünscht

Ulrich Kamp

vom NABU Ostvest

Die Stunde der Wintervögel

Bei der Stunde der Wintervögel war das Zählergebnis für mich im Garten spürbar "mau". Jetzt mit Schnee und Futterstellen sieht die Welt ganz anders aus. Beide Meisenarten, Amseln und auch - wie abgebildet - Rotkehlchen sind vor Ort.

 

Das Rotkehlchen bedient sich an einem sog. Futterspender, der sich zur Fütterung kleinerer Vögel bewährt hat. Bei großen Futterhäuschen landen auch relativ große Vögel wie Amseln und Tauben und werfen oft die Menge, die sie auch fressen, zusätzlich auf die Erde.

 

Dort lauern nicht nur Trittbrettfahrer wie Mäuse, auch wird das Futter nass und manchmal unbrauchbar. Der Futterspender lässt nur kleinere Vögel platzmäßig an sich heran und es kommen auch nur so viele Körner wie direkt gefressen werden können. Der große Rest verbleibt zunächst einmal trocken im Silobehälter.

 

Das hat etwas für sich. Es macht auch Sinn, neben dem Futterhäuschen noch ein paar Schritte entfernt einen Silo aufzuhängen, so kommt jede Vogelgröße zu ihrem Recht, zumal oft noch Meisenknödel und Netze mit Nüssen zusätzlich aufgehängt werden.

 

Rotkehlchen sind Ganzjahresvögel und keineswegs selten. Ob im Garten oder auf dem Friedhof, kaum macht sich ein Mensch zu schaffen, sind die zutraulichen Vögelchan da und laufen dem Gartenarbeiter fast über die Hände. Es sind aber durchgängig Einzelexemplare, denn untereinander wird Abstand gehalten. Das Rotkehlchen ist mehr ein Eigenbrötler.

 

Ulrich Kamp

26.01.2019

 

 

Grünspecht

Das ist ein sehr schönes Bild von einem Grünspecht, den NABU-Freund Wolfgang Gerardus aus Waltrop auf seinem Rasen zu Gast hatte. Der typische Erdspecht (er wohnt zwar in einer Baumhöhle, sucht seine Nahrung aber vorwiegend auf dem Boden) ist bei uns nicht bedroht. Vorkommen: Waldränder, Parks, Gärten. Auffällig ist sein Ruf, der stark an ein durchdringendes lautes Gelächter erinnert.

 

 

Was Marita Eckart vom NABU Ostvest so in den letzten Monaten fotografiert hat

Marita Eckart hat die Natur aufmerksam beobachtet, wobei ihr Spektrum in ihrem Garten begann (Dompfaffpärchen und Grünspecht), und dann über die alte Fahrt (Gelbwangenschildkröte besetzt das Nest von einem Blässhuhn, welches deutlich seinen Unwillen über den ungebetenen Gast zeigt) zu einem Falkner führte, der gern seinen bildhübschen Waldkauz herumzeigte. Gottseidank hat Marita nicht nur beobachtet, sondern auch fotografiert. Man merkt, dass die Gartenmitbewohner es in Familie Eckarts Garten gut haben, so vertraut wie sie sind.

 

Der Waldkauz war 2017 und der Grünspecht 2014 Vogel des Jahres. Beide sind nicht bedroht, im Gegensatz zu den Vögeln des Jahres 2018 (Star) und 2019 (Feldlerche). Hoffentlich begrüßen wir nicht nur den Wolf, sondern behalten auch die Arten, die uns jahrzehntelang begleitet und unterhalten haben.

 

Ulrich Kamp

21.10.2018

 

 

Die nächsten Termine:

 

4. Februar, 19:30 Uhr, Sitzung

3. März, 19:30 Uhr, Sitzung

 

 

Änderungen des Tagungsortes unter aktuellen Gesichtspunkten möglich. Bitte beachten Sie den Hinweis in der Presse!

 

 

 

Weitere Infos finden Sie unter Termine ...

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