April 2020

Aleks (Vasek) fotografiert das Vogelleben im April 2020

Es ist die Zeit der Liebe - ohne Zweifel.  Aleks hat da nicht allein gesehen, wie "jetzt die Post abgeht", sozusagen, auch unsere anderen Fotografinnen und Fotografen sahen, wie sich die Herren um die Damen bemühten.

Da tummelten sich die Buntsprechte: Er sang "Ich brech die Herzen der stolzesten Fraun ...". Sie murmelte: "Habe ich mich von dem Filou doch wieder rumkriegen lassen, und seine Blagen k.... mir wieder die Höhle voll."

Auch die Mäusebussarde waren, als die Fotografin sie sah, schon durchaus konkret. Von wegen rote Liste, Mäusebussarde sind nicht vom Aussterbern bedroht, und trotzdem will der Terzel es vorsichtshalber erst gar nicht dazu kommen lassen.

Die Kornweihe, auch Weißbürzelweihe wegen des weißen Rückenflecks genannt, ist bei uns äußerst selten. Aleks sah sie im NSG (Naturschutzgebiet) Steverauen in Olfen. Es handelt sich um einen Terzel, also das Männchen. Kornweihen sind geschickte Jäger, die ich bei uns in Ostvest vor Jahren gelegentlich in Essel auf der Durchreise (Herbst/Frühling) gesehen habe.

Der Wanderfalke ist zwischenzeitlich auch Stadtbewohner geworden. Unser Exemplar verbrachte seine kreative Pause am Rathaus Marl. In den Städten sind die Falken eigentlich gern gesehen, denn sie regulieren den Taubenüberschuss und denken wohl, sie leben zwischen den Häusern wie in einer Felsenlandschaft. Im Kreis Recklinghausen und überhaupt im Ruhrgebiet, so wurde berichtet, gibt es kaum noch einen der hohen Schornsteine an Kraftwerken, der nicht eine künstliche Nisthilfe teilweise in über 100 m Höhe hat. Von dort gehen die Vögel auf Jagd. Ist so ein Kasten bewohnt, kann man sie dort oft mit einem Fernglas gut beobachten. Auch in den Städten werden Nistkästen angeboten, aber Kirchtürme, Nischen und gedeckte Vorsprünge an hohen Gebäuden leisten auch gute Dienste.

Kornweihe
Wanderfalke

Man sollte die Elster, ein schlauer Rabenvogel und auch Städtebewohner, nicht unterschätzen. Sie nimmt nicht nur Nester aus, klaut die Eier und frisst die Jungvögel, sie kann auch Nager fangen und frisst sie wie ihre größeren Verwandten, die Krähen und Raben, auch. Was bewältigt werden kann und sich fangen lässt, ist Beute und wird gefressen.

Die Graureiher spielen am Nest Wachablösung. Das Weibchen soll gesagt haben, wo warst du Schlingel so lange? Ich habe mir den Hintern durchgesessen (Sorry Liebling, soll nicht wieder vorgekommen ... Ausreden wie bei den Menschen auch).

Derweilen baut ein Storch den Horst mit einem Kopfsprung, so sieht es jedenfalls aus. Hoffentlich gibt das keine Migräne.

In Herten am Schlosspark konnte Aleks einem spannenden Ereignis beiwohnen (life), das ich so bisher nur im Fernsehen gesehen habe. Nilgänse brüten hoch im Baum, sowohl in alten Nestern als auch in Höhlen. Unsere Nilgänse haben, als die Zeit dafür reif war, ihre Kleinen, die so gut wie nichts wiegen, wie jedes Jahr verleitet, aus der Höhle zu springen und sich mangels Gewicht nach unten fallen zu lassen. Mancher traut sich sofort, mancher nicht oder erst später. Mama lockt und ruft zärtlich. Nur - wer zu spät kommt - muss sich den Weg zum nächsten See oder Tümpel allein suchen, die Karawane kann nicht auf jeden Nachzügler warten.

Aber alles ging gut, Mama vorn, Papa hinten, in der Mitte die Gänsekinder, die sofort schwimmen können. Endlich an der frischen Luft.

Dann wird Aleks mal wieder Opfer ihrer Genauigkeit. Viele Vögel sehen sich sehr ähnlich. Sie fotografierte eine Sumpf- oder eine Weidenmeise, also eine Kohlmeise ohne Mittelstreifen auf der Brust. Ja wer oder was bin ich denn?

Die Fachliteratur sagt, auch für ausgewiesene Fachleute schwierig, man kann sie nur am Ruf unterscheiden ... Na dann ruf mal schön, hoffentlich kennt Aleks die unterschiedlichen Rufe, sonst bringt ihr das nämlich auch nichts und das Dilemma (Huhn oder Ei) beginnt von vorn.

Die zweite Vogelfrage ist lösbar. Zilpzalp oder fast gleich aussehend der Fitits? Unser Vogel hat gewonnen, er freut sich auf dem Bild jedenfalls wie Bolle. Und warum? Er ist ein Zilpzalp, weil er "Zilpzalp", also den eigenen Namen, gerufen hat. Zur Zeit zilpt und zalpt es überall in den Wäldern, den Parks und an den Feldrändern.

Ja aber, wie erkenne ich den Fitis? Nun, das ist einfach. 1. Er zilpzalpt nicht und er singt melodiös. 2. Also, der Vogel, der Zilpzalp ruft, ist ein ... RICHTIG.

3.) Und ein Vogel, der wie ein Zilpzalp aussieht, aber ein feines Liedchen trällert, ist ein Fitis.

Capito?

Sumpf- oder Weidenmeise
Zilpzalp oder Fitis?

Einer unserer schönsten Singvögel, leider auch selten geworden, ist der bunte Stieglitz, auch Distelfink genannt. Tikelit ruft er und lebt gern auf verwilderten, nicht zu sehr aufgeräumten Flächen. Er frisst vorwiegend Samen, auch von Pflanzen, die der Grundeigentümer eigentlich gern los wäre. Aber an verwilderten Flächen mangelt es oft, so trifft man ihn auch an Waldrändern, im Übergang zwischen Feld, Windbruch, Brache, Bäume. Es muss eher so ein bischen "wie Kraut und Rüben" aussehen, das wäre O. K. für ihn.

Ein ganz schmuckes Kerlchen.

 

Ulrich Kamp

19.04.2020

Ulrike Tyroff fotografiert für die Homepage des NABU Ostvest

Und wie! Das Kuckucksbild auf der Startseite dieser Homepage war abgesprochen. Die so schnelle Anlieferung hatte ich nicht erwartet. Der Kuckuck (Cuculus canosus) ist bei uns Sommervogel, er ist sehr ruffreudig, auch nachts. Sein Ruf ist selbsterklärend, er ruft sich nämlich selbst. Aber der Vogel gilt als scheu, es ist also keineswegs einfach, ihn präsentabel zu fotografieren.

Als ich am 15. April 2020 unweit des Golfplatzes am Jammertal in der Dattelner Haard den ersten Kuckuck rufen hörte, war die Fotojagd für mich eröffnet. Ich bin dem Kuckuck jahrelang meist vergeblich nachgelaufen oder habe ihn belauert, meistens umsonst. Ich bin auch oft tüchtig von ihm vorgeführt worden. Ich habe es fast immer mit Humor genommen.

Der NABU Ostvest hat einen Hobbyfotografen (Wolfgang Gerhardus aus Waltrop) und drei Damen (Aleks Vasek und Ulrike Tyroff aus Oer-Erkenschwick und neuerdings Martina (Tina) Schurink aus Datteln, höflich gebeten, den NABU Ostvest mit Tier-, Pflanzen- und Naturfotos zu unterstützen. Fleißig und erfolgreich sind alle, kurzum, wir können alle Bilder, die hereinkommen, nicht unterbringen. Eine Homepage ist nun mal kein Brehms Tierleben, sondern umfangmäßig begrenzt. Egal, wir können aber bei der Auswahl der Bilder aus dem Vollen schöpfen.

Wenn die Kuckuckssaison losgeht so um Ostern, ist es wirklich sinnvoll, wenn mehrere Fotografen, die Interesse an solchen Bildern haben, sich gemeinsam kümmern. Die Chancen, erfolgreich zu sein, sind gemeinsam einfach größer nach dem Motto, eine(r) wird schon Glück haben.

Also ging eine Mail an die Og. Nach Absprache mit dem NABU Ostvestsprecher soll der- oder diejenige, die dieses Jahr das erste brauchbare Kuckucksbild einliefert, einen Nistkasten zur Belohnung erhalten. Ich habe mich selbst von der Aktion hinsichtlich des Nistkastens ausgeschlossen, zumal unser Hausgarten Nistkästen genug vorweist, wobei es an Belegung durch Vögel mangelt.

Ich bin selbst am Freitag, den 17.04.2020, dort gewesen, wo die Idee zum fotografischen Wettbewerb entstanden ist, Nähe Jammertalgolfplatz. Dort rief der Kuckuck mich am Mittwoch, den 15.04.2020 und am Freitag eben wieder. Ich hatte sogar das Vergnügen, ihn zweimal an verschiedenen Stellen zu sehen und zu hören, aber vernünftige Bilder bekam ich nicht.

Da meldet sich abends Ulrike Tyroff bei mir mit dem Hinweis, sie habe in Datteln-Ahsen Nähe HVG einen Kuckuck vor die Linse bekommen. Das Bild war so brauchbar, das es direkt jetzt auf der Startseite der Homepage gelandet ist und Ulrike Tyroff hat demnächst einen neuen Meisenkasten für den Garten.

Aber Ulrike Tyroff "kann nicht nur Kuckuck". Die Natur ist vielfältig und der Frühling ist auch der Zeitpunkt für viele Tiere, sich der Vermehrung zu widmen. So kam dann unsere Fotografin zu aufregenden Bildern von einem Storchenpaar, das über den Zeitpunkt der Wahl des Nistplatzes und dem Horstbau schon hinaus war. Kurzum - die Störche waren etwas intensiver damit beschäftigt, demnächst die gemeinsame Familienbehausung auch mit weiterem Leben zu erfüllen, auch wenn das für das Elternpaar immer viel Arbeit und Mühe bedeutet. Wenn alles klappt, kann Ulrike Tyroff demnächst die jungen Störche ablichten.

Den Insekten widmet Ulrike Tyroff viel Aufmerksamkeit. Mit einem guten Blick für Details wurden eine Wildbiene, eine Steinhummel, ein Hauhechel-Bläuling (Schmetterling), ein Sandlaufkäfer vom Lippestrand in Datteln, der eher an die Nordsee gehört und mein persönlicher Favorit, ein GROßER WOLLSCHWEBER (wissenschaftl. Name Bombylius major) fotografiert. Ein echter Ruhrgebietler, wie ich sagte, als ich mit dem schwebenden Wollbomber konfrontiert wurde, wollwatt - is datt denn? Ich kannte das Tier nicht, nie gesehen - nie gehört - will mich hier jemand auf die Rolle nehmen?

Nein - sieht ein bisschen aus wie eine Mischung aus Hummel und Wildbiene mit langem Saugrüssel. Weitere Namen Trauerschweber, Hummelschweber, Trauerfliege. Ein Zweiflügler aus der Familie der Fliegen. Na, da hatte ich mal wieder tüchtig dazugelernt.

Steinhummel und Wildbiene stehen sehr im Fokus wegen ihrer immensen Bedeutung für die Pflanzenbestäubung und der unglaublichen Artenrückgänge bei den sog. nützlichen Insekten. Auch der Hauhechel-Bläuling gehört als Angehöriger der Schmetterlingsgroßfamilie zu einer Art, die aktuell nicht auf Rosen gebettet ist, wenn wir solche Arten erhalten wollen, dann müssen wir uns sputen oder wir können hinterherwinken, wenn sie verschwinden - endgültig.

Und damit landen wir bei der Tiergruppe, mit der wir mit dem Kuckuck angefangen haben, den Vögeln. Und da hat Ulrike Tyrhoff mit dem Waldwasserläufer und dem Baumpieper zwar Arten fotografiert, die heimisch in Deutschland sind, aber von uns auf der Homepage noch nie vorgestellt wurden.

Baumpieper - Anthus trivalis - sperlingsgroß, braunschwarz gestreifte Oberseite, rote Beine, gelber Streif über dem Auge (und dann den Hinweis, den ich "so liebe", " sichere Bestimmung im Freiland nur durch den Gesang möglich"). Aus BLV-Naturführer für unterwegs.

Und dann:

Waldwasserläufer - die Bestimmung des ca. 23 cm großen Vogels  kann wie bei allen Wasser- und Strandläufern dem Anfänger einige Schwierigkeiten bereiten. (Na das läuft ja wieder gut so in freier Natur). Tringa ochropus, unser Vogel, ist besonders mit dem etwas kleineren Bruchwasserläufer zu verwechseln ... die Unterscheidung gelingt am einfachsten bei fliegenden Vögeln (Aha - der Baumpieper muss singen, der Waldwasserläufer soll fliegen, wenn die Tiere einfach ihre Aufgaben tauschen, komme ich bei der Vogelbestimmung nicht voran). Aus "Vögel in Wald und Garten" verlegt bei Ravensburger.

Kaum mehr Mut macht Vögel in Europa verlegt bei Dorling Kindersley DK. "Waldwasserläufer aus der Nähe zu sehen ist für gewöhnlich schwierig, da sie sehr wachsam sind und rasch auffliegen (Jetzt ist mir klar, warum ich lieber Schildkröten und Raupen fotografiere.).

Also in einem Monat den scheuen Kuckuck, den leicht zu verwechselnden Baumpieper  und den ebenfalls leicht zu verwechselnden scheuen und aufmerksamen Waldwasserläufer zu fotografieren, das sind echte Herkules-Aufgaben, die muss man sich nicht nur vornehmen, sondern auch noch so wie gezeigt mit Bravour meistern, Respekt.

Ich freue mich jetzt schon auf die Bilder, die ich in den nächsten Monaten von Ulrike Tyroff bekommen werde. Da ist für gute Unterhaltung und Abwechslung gesorgt.

 

Ulrich Kamp

NABU Ostvest

18. April 2020

Baumpieper
Waldwasserläufer

Und was war Ulrich Kamp im April 2020 wichtig?

Die Überschrift habe ich mit Bedacht gewählt. Denn Bilder hatte ich selbst genug aufgenommen und die anderen Fotografen/innen s. Homepage auch, oft qualitativ hochwertiger als meine Produkte. Da der Feind des Guten immer das Bessere ist, habe ich mich mehr darauf beschränkt, Lücken auszufüllen und meinem aktuellen Hobby zu frönen (Schmetterlinge, Libellen kommen später im Jahr).

Zunächst ist wieder einmal festzustellen, dass auch unser Ostvest ganz idyllische, romantische und schöne Ecken und Winkel hat. So habe ich einen gewundenen schönen Abschnitt des Esseler Bruchgrabens in Oer-Erkenschwick auf die Platte gebannt, eigentlich ein Wasserlauf, der von der Lindenstr. in Essel schnurgerade nach früher üblicher Sitte (s. Silvertbach von Oer bis zum Töggingsmühlewehr) verläuft. Motto - das Wasser muss schnell weg, und mäandern und Überflutungen, weg damit, das kostet nur kostbares Land, das man doch bebauen, also (aus-)nutzen kann. Zwischenzeitlich ist man davon abgekommen, will zwar zurückbauen, muss sich aber mit den Eigentümern bzw. Anliegern der Bachläufe wirtschaftlich einigen ... und das ist ganz oft nicht so einfach.

 

Das Bild ist schön, die Landschaft ist Klasse, aber nur in diesem Teilabschnitt, die Darbietung entspricht also der gewohnten Technik in Reisekatalogen, die das Positive herausstreicht und die Pferdefüße wie Abfallhaufen und Bruchbuden weglässt ...

Ein weiterer schöner Abschnitt am eigentlich schmalen und im Ober- und Mittellauf auch an einen Kanal erinnernden Mahlenburger Mühlengraben öffnet sich am Mahlenburger Weg Nähe der Mahlenburg (alles Mahlenburg oder was?) zu einem kleinen Teich, den der Bach durchquert. Hier lebt seit Jahren ein Trio glücklich und zufrieden, ein Entenpaar und ein deutlich größerer Entenhybrid. Er hütet die kleineren Partner wie seinen Augapfel, und die Kleinen lassen sich "betutteln und bemutteln", scheint jedenfalls so. Die Kleinen schwimmen in den riesengroßen Teich (von wegen), und der Hybrid passt auf. Ein rührendes Bild, finde ich.

Nun, was hatten wir denn aus meiner Sicht so an Schmetterlingen gesehen (heute ist der 20. April 2020)?

Zunächst der Ist-Zustand der Fläche, wo eigentlich Schmetterlinge leben sollten. Eine riesengroße Wiese Nähe Katenkreuz in der Dattelner Haard - grünes Gras und Löwenzahn - und kein einziger Schmetterling auf der Wiese zu sehen. Am Rande ja, Reitweg, Waldweg mit Gras am Waldrand - aber auf der Wiese selbst - kein einziger Schmetterling, nicht weiß, nicht bunt - nichts. Damit ist ein Teil des Problems, das wir haben und sich meines Erachtens nicht durch Alibi-Blühstreifen lösen lässt (die natürlich ein Ansatz sind, mehr nicht), direkt angesprochen. Warum sind keine Schmetterlinge auf dieser schönen, riesengroßen Wiese?

Antwort offen.

Dann haben wir die Schmetterlinge mitsamt der Wiese bis auf eine Ausnahme in eine Galerie genommen. Wir haben auf der Homepage oft über Schmetterlinge berichtet, genauere Hinweise gibt es im Bereich Tiere unter "Schmetterlinge", die meisten Flattermänner werden Sie als Naturliebhaber wahrscheinlich kennen, als da sind:

C-Falter (zwei Exemplare gesehen), Admiral (einer), Waldbrettspiel (zwei), das Bild habe ich von Ulrike Tyroff übernommen, weil ihr Bild, welches sie mir zur Verfügung gestellt hat, drei Klassen besser ist als mein Produkt - Danke), Zitronenfalter (viele), Weißlinge ganz viele div. Arten - absichtlich, da bekannt wie ein bunter Hund, ohne Bild, Aurorafalter ml. orange-weiße Flügel, wbl. Flügel weiß mit schwarzen Spitzen, unser Bild zeigt das Exemplar von unten mit seiner gemusterten Seite, ganz viele Exemplare, Tagpfauenauge, war anfangs der häufigste Falter überhaupt, Bläuling, verschiedene Arten (drei), unser Exemplar ist ein Faulbaum-Bläuling - Unterseite. Alle diese Schmetterlinge finden Sie in einer Galerie.

So, das war nicht so schlecht wie von vielen Kennern erwartet, mal sehen, die große Zeit z. B. der Distelfalter kommt noch.

Den Schmetterlingsstar des Monats April habe ich in der Nähe des Wanderparkplatzes Katenkreuz aufgenommen. Als ich ihn sah, dachte ich, man wolle mir einen Klon unterschieben. Grau-schwarz, klein, ha - ein Nachtfalter tagaktiv - das kommt häufig vor. Aber unten, dort wo die Unterflügel etwas verdeckt werden, kommt ein Ausschnitt zutage in gelbschwarz. Ja was ist das denn?

Sitzt der "Schwatte" auf einem bunten Schmetterling oder gehört dem Dunkelmann dieser Teil des Kleides auch? Färbt er sich vielleicht noch um oder hatte er einfach Pech und ist bei einer Wäsche um einen Gutteil seines schwarzgelben Prachtkleides gebracht worden?

BR (bin ratlos) Mail an Alfons Pennekamp und Ehefrau Ulla (Biologin) - HIIIILFEEEEE? Was ist das, wer bin ich, oder bin ich Opfer bei "Verstehen Sie Spaß" geworden?

Ulla Pennekamp mit Alfons konnten mir wie so oft aus der Patsche helfen. Es handelt sich tatsächlich um einen kleinen tagaktiven Nachtfalter, der oben ein Dunkelmann und im Unterkleid ganz fein schwarz-gelb ist. Es ist ein Birkenspanner, der lt. Internet auch einen niederländischen Namen hat (Oranje Berkenspanner). Na, in welchem unserer Nachbarländer wird er dann wohl auch häufig sein?  Bei uns ist sein Name: Großes Jungfernkind.

Wenn Sie das Bild sehen, erkennen Sie mein Problem, das die Pennekamps gelöst haben ...

(Aber schön ist er ...)

Nun kommt ein Gast oder vielleicht ein Neuansiedler, den wir gern im Ostvest begrüßen, der Rote Milan (Milvus milvus). Deutschland hat weltweit den größten Bestand an diesem wunderschönen Greifvogel, also tragen wir auch eine besondere Verantwortung. Gesehen haben wir ihn in den letzten Jahren auch im Ostvest, aber immer nur kurz, auf der Durchreise oder bei einer Stippvisite, mal bei einem Ernteeinsatz - Beute sammeln nach dem Heuschnitt oder Kurzkontakt aus dem Auto beim Überfliegen von Straßen.

Nun sehen wir ihn häufiger, s. diese Homepage a. a. O. Nur sehen wir ihn praktisch überall und sein Aktionsradius ist riesengroß. Also warten wir die Entwicklung ab, wenn er bleibt, wäre es ein großer Zugewinn für unsere Vogelwelt.

Und zum Abschluss eine Aufnahme, die ich tröstlich finde: Zwei berittene Polizistinnen an der Ahsener Alle Höhe ehemalige Ahsener Fischteiche, die sich mit mir und meinem Begleiter (Hund) nett  unterhalten haben. Ob sie nun in Sachen Corona unterwegs waren oder einfach nur, um Flagge zu zeigen (wir sind da, wenn man uns braucht), eigentlich egal. Wie viele verirrte Spaziergänger die Reiterstaffeln der Polizei in der Haard schon wieder auf den richtigen Weg gebracht haben, ist Legende und eine jahrzehntelange Geschichte. Und sie helfen den Leuten wirklich.

Ach ja - das Ordnungsamt war auch mit dem PKW unterwegs auf der Redder Str. mitten in der Haard - Höhe Überquerung Ahsener Allee. Also auch in schweren Zeiten kann man nicht sagen, dass die öffentliche Hand sich um nichts kümmert - auch das erweckt natürlich Vertrauen - wir sind da, wir passen (auf Sie) auf und wir helfen Ihnen aus der Patsche, wenn Sie drinsitzen ...

Ulrich Kamp

20.04.2020

Was sah und fotografierte Wolfgang Gerhardus im April 2020?

Also - Wolfgang war sehr fleißig. Aber aus Platzmangel können wir nicht alles zeigen, was er fotografisch wie immer hervorragend erfasst hat. Dazu kommt natürlich, dass bestimmte Motive, die im April oder in anderen Monaten häufig da sind, auch von anderen Fotografen abgelichtet werden, die mit uns zusammenarbeiten. Wer schaut sich als Betrachter immer wieder dieselben Tiere an? Die Natur wirkt auch durch ihre Artenvielfalt, also muss die Mischung stimmen - überall.

Wolfgang fotografierte einen Höckerschwan (Cygnus olor) bei der Landung. Bei einem 10 - 12 kg schweren Vogel mit einer Flügelspannweite  bis zu 2,40 m und einer Körperlänge von 1,40 - 1,60 m kann das nicht unbedingt elegant aussehen, es platscht und spritzt, wenn er so im Wasser landet, aber es gelingt. Auch beim Start gibt es Lärm und viele Spritzer, trotzdem ist der große Vogel im Wasser behender als an Land.

Er fotografierte Streifengänse, sehr schöne Tiere, aber nicht eigentlich bei uns heimisch (aber auch Kanada- und Nilgänse, Nutrias, Bisamratten und Waschbären waren bei uns nicht heimisch, und nun sind sie eben da und gekommen, um zu bleiben). Die Streifengänse stammen eigentlich aus Innerasien, sie überwintern in Indien, Assam und in Burma. Bei den europäschien Gänsen handelt es sich wohl nicht um Irrgäste, sondern um entwischte Zooexemplare, die eben auch in Nord- und Mitteleuropa in freier Wildbahn gut leben können.

Dann belauschte Wolfgang ein Buchfinkenpärchen - es ist Frühling - da hat man Ideen. Der Buchfinkenmann soll zu seiner Frau erst gesagt haben, sie solle dann mal stillhalten, oder wolle sie auf die rote Liste der vom Aussterben bedrohten Arten (das war eine glatte Lüge, denn Buchfinken sind bei uns aktuell jedenfalls keinesfalls vom Aussterben bedroht). Und hinterher soll er gesagt haben, sie solle nicht mehr schmollen, schließlich wäre es doch auch schön für beide gewesen ... "Männer"!

Auf die Hitliste hat es auch eine männliche Mönchsgrasmücke (mit schwarzer Kappe, die Dame würde rotbraun tragen) geschafft, und zwar mit einem Brustbild und einem Bild in ganzer Pracht.

So um den 10. April herum habe ich mich mit Wolfgang per E-Mail ausgetauscht. Es ging um zwei Tiere, und zwar einen bei uns bisher relativ seltenen Greifvogel, ein Roter Milan (milvus milvus), der überall und nirgends gesichtet wurde. Nach Faktenaustausch und Hinweis auf die besonders auffällige Färbung und die deutlich sichtbare Gabelung des Schwanzes schickte mir mein Partner ein Bild mit dem Hinweis, habe er in Olfen im NSG Steverauen (ein großartiges Gebiet) gesehen und sofort fotografiert. Da war ich zum ersten Mal "platt".

Das zweite Tier hatte mir unsere neue Fotografin Ulrike Tyroff auf die Platte gebannt. Ich kannte es nicht und hatte es noch nie gesehen oder von ihm gehört - ein Insekt - Für mich am Anfang irgendwo zwischen Fliege, Wildbiene und Hummel. Wolfgang dachte nach - und sagte, er glaube, sowas mal gesehen zu haben, er müsse nur noch überlegen, wo. Drei Tage später kam ein Bild, welches dem Exemplar von Ulrike Tyroff sehr, sehr ähnlich sah ... Also zweimal Lieferung auf Bestellung. Wenn das so ist beim Wolfgang, Wünsche hätte der NABU Ostvest noch viele ...

Ich denke, wenn Wolfgang so weitermacht von der Qualität und dem Umfang, muss er zwangsläufig eine eigene Homepage einrichten. Soll er, Hauptsache, wir bekommen die Bilder vorher und haben die freie Auswahl.

 

Ulrich Kamp

NABU Ostvest

Im April 2020

 

 

Die nächsten Termine:

 

Aus aktuellem Anlass (Coronavirus) finden vorläufig keine Vorstandssitzungen in Form einer Versammlung statt. Wir bitten um Verständnis. Sobald Sitzungen wieder durchgeführt werden können, werden wir die Termine wieder auf dieser Homepage veröffentlichen.

 

 

 

 

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