Februar 2019

Der Kleiber - einer unserer hübschesten Vögel

Wissenschaftlicher Name: Sitta europaea. Macht sich oft im Laubwald mit laut trällerndem Gesang bemerkbar. Er gehört zu den Spechtmeisen.

 

Er bewohnt gern die Höhlen, die Spechte gebaut haben. Ist ihm der Eingang zu groß, so verkleinert er ihn (daher der Name Kleiber = Kleber). Hat er Pech, kommt der Specht zurück, vergrössert das Einflugloch wieder und "schmeißt" den Nachmieter aus der Wohnung. Einziger Vogel in unserem Gebiet, der kopfüber den Baum mit speed hinunterrennen kann, um knapp über dem Boden abzufliegen.

 

Kann auch an der Unterseite eines Astes mit dem Rücken nach unten hangeln. Und kann an einem dünnen Ast sogar Felgauf- und Felgumschwung. Er ist quicklebendig und sehr unterhaltsam, wenn man ihn beobachtet.

 

Das Bild stammt von Wolfgang Gerhardus - aufgenommen in Waltrop.

 

 

"Tote Hose" am Brinksknappteich

Das Naturschutzgebiet Brinksknapp in der Oer-Erkenschwicker Haard Nähe St. Johannes hat sich ganz offensichtlich von dem Trockenfallen im Sommer 2018 bei weitem noch nicht erholt. Der Teich enthält vielleicht 1/3 der sonstigen Wassermenge. Keine Schwimmvögel. Klar - ringsherum sind Singvögel wie Kohlmeisen und Buchfinken da, Spechte und Kleiber ebenfalls.

 

Aber Zwergtaucher, Graugänse, Blässhühner? Noch Fehlanzeige. Nun ja, wenn der gesamte Fischbestand im Teich verloren war, fehlt natürlich für viele Wasservögel einschließlich der regelmäßig vorhandenen Fischreiher jede Veranlassung, den Teich zu besuchen geschweige denn dort zu wohnen und eine Familie zu gründen. Also mal abwarten, vielleicht tut sich ja noch etwas.

 

Positiv aufgefallenen ist mir heute nur (15.02.2019), dass beim ersten wirklich schönen Sonnentag sofort zwei Schmetterlinge zur Stelle waren, und zwar ein Zitronenfalter und ein - so habe ich ihn jedenfalls gesehen - kleiner Fuchs. Beide im vollem Flugbetrieb - daher Foto Fehlanzeige. Die beiden Frühflieger wollten nur fliegen und nicht sitzen (damit ich fotografieren kann). Sichtungsort ganz nah am Brinksknappteich.

 

Beide Arten fliegen tatsächlich bei gutem Flugwetter schon ab Februar. Die Schmetterlingsfotos stammen aus meinem persönlichen Archiv, also aus den Vorjahren.

 

Ulrich Kamp

15.02.2019

Kraniche schon auf dem Rückflug gen Norden

Im  Februar 2019 hat Wolfgang Gerhardus spätnachmittags in Waltrop Kraniche gehört und fotografiert. Offensichtlich handelt es sich nicht um Spätzieher, die jetzt noch dem Winter in Richtung Süden davonfliegen.

 

Nein!

 

Es geht schon nach Norden. Übrigens waren in Oer-Erkenschwick über der "City" am 13.02.2019 auch Kraniche zu hören, aber aufgrund der fortgeschrittenen Dunkelheit nicht zu sehen.

 

Ulrich Kamp

 

 

Kleiner Spaziergang auf der alten Zechenbahntrasse in Oer

Eine Stunde Zeit hin und zurück mit Hund. Beginn an der abgerissenen und noch nicht neuaufgebauten Brücke an der Recklinghäuser Str. in Oer-Erkenschwick (gegenüber dem Marienstift). Keine Radfahrer unterwegs, nur ein paar Spaziergänger mit und ohne Hund. Vorbei geht es am Regenrückhaltebecken, nur zwei Blesshühner sind zu sehen, sonst "tote Hose".

 

Weiter gehts in Richtung Bio-Station, aber wir verlassen den Hauptweg zunächst an der ersten Kreuzung und gehen rechts, da ist es noch ruhiger als auf dem Hauptweg. An der Bio-Station biegen wir wieder rechts ab und bewundern die Holzeisenbahn mit der Nummer 9 3/4. Für die Namensgebung hat offensichtlich der legendäre Bahnsteig der Kings-Cross-Eisenbahn-Station in London Pate gestanden, dort ist Harry Potter doch immer zur Zauberschule gefahren.

 

Weiter gehts an der großen Pferdekoppel vorbei. Am Ende der Koppel ist für heute Schluss und es geht zurück zum Ausgangspunkt. Es gab keine spektalulären Begegnungen, einige Rotkehlchen und Amseln, relativ viele trommelnde Buntspechte (also kein Broterwerb, sondern jetzt wird der "Claim" abgesteckt und den Artgenossen gezeigt, wer diese Gegend beansprucht).

 

Ringeltauben wie immer sehr zahlreich. Von daher ist es nicht verwunderlich, wenn am Wegesrand immer wieder das ganze Jahr über Federn und Reste von Tauben liegen, die ganz offensichtlich von Habicht oder Sperberweibchen geschlagen wurden. Desweiteren viele Kohlmeisen und noch viel mehr Blaumeisen, aber keine Haus- und keine Feldsperlinge zu sehen.  

 

Ulrich Kamp 12.02.2019

Wen haben wir denn da?

Spätnachmittags am Kanal in Datteln Nähe Ahsener Allee. Es ist schon relativ dunkel, Familie Kamp ist auf dem Rückweg zum Parkplatz. Plötzlich ein bekannter Umriss eines kleinen bunten Vogels mit kurzen Beinchen und spitzem Schnabel auf einem dünnen Ast im Gebüsch direkt am Kanal: Der Eisvogel jagt auch noch trotz fortgeschrittener Tageszeit. Natürlich schläft es sich mit einem Fisch im Bäuchlein besser als mit knurrendem Magen ... Petri heil. Bei dem vorhandenen Restlicht gibt es leider keine besseren Bilder, aber man kann erkennen, wer da lauert. 

 

Der Eisvogel gerät im Winter nur dann in lebensbedrohliche Schwierigkeiten, wenn sich über seinem Jagdgebiet (offene Wasserflächen, Flüsse, Bäche, Teiche, Kanäle) eine feste Eisdecke bildet. Die Kanäle bleiben auch bei Frost lange offen, und wenn nicht, haben die Eisvögel in unserem Gebiet einen Vorteil, den ihnen die Lippe bietet. Aufgrund der erheblichen Einleitungen (Kraftwerke) von warmem Wasser friert die Lippe praktisch nie zu und bleibt so den Fischjägern durchgängig erhalten.

 

Ulrich Kamp

Es wird Frühling ... und dem Anschein nach 2019 schon im Februar

Bei einem Spaziergang  auf der alten Zechenbahntrasse vom Marienstift in Oer Richtung Bio-Station und Öko-Bauer Theo Schürmann kommt man unweigerlich am Regenrückhaltebecken am Silvertbach vorbei. Dort wird von mir grundsätzlich immer ein prüfender Blick, meistens mit Fernglas, auf die Beckenbewohner geworfen. Blässhühner, Zwergtaucher und Fischreiher gehören zu den ständigen Gästen, quasi zum Inventar, manchmal sieht man aber auch seltenere Gäste, manchmal Eisvögel, doch diesmal waren neben einem Silberreiher (ist aufgrund seiner Färbung immer gut zu erkennen, deswegen "liebe" ich auch weiße Mäusebussarde), zwei bei uns seltene Gäste, nämlich Rostgänse. Eine große Entenart, wissenschaftlicher Name: Casarca terruginea. Die Fachliteratur schreibt dazu "selten in Mitteleuropa". Körper rost- bis orangenfarben, schmaler schwarzer Kragen, Gesicht hell. Ruft laut und durchdringend ong - ong, Größe ca. 63 cm.

Ich tue mich bei vielen einheimischen Vogelarten schon schwer, warum kenne und erkenne ich die Rostgans? Einfache Lösung: Ich habe sie schon mal in dem Naturschutzgebiet Heubachwiesen Hausdülmen gesehen und gehört und vor Jahren im Horneburger Feld. Die auffälligen Rufe und die Farbe des Federkleides ließen eine eindeutige Bestimmung zu. Seltene Vögel, die hier bei uns mal als Durchzügler pausieren, gibt es jedes Jahr, als da wären Austernfischer, Fischadler, Rohrdommeln, Kraniche usw. Man freut sich doch, wenn man mal außergewöhnliche Gäste zu Besuch hat.

Der Silberreiher, den die beiden Rostgänse im Becken so lange dicht überflogen haben, bis es ihm zu blöd wurde und er sich in Richtung große Wiese zwischen Bio-Station und Silvertbach verdrückte, gehört bei uns fast zu den Standardvögeln, er ist da und fast immer gut zu sehen. Er klappert die Teiche und Bäche ab, er lauert auch auf den Wiesen und freiem Feld gern mit Graureihern zusammen, ob sich ein Fisch oder eine Maus nicht nur sehen, sondern auch fangen lässt. Wissenschaftlicher Name Casmerodius albus. Und selten in Mitteleuropa sowie in der von mir benutzten ca. 15 Jahre alten Fachliteratur beschrieben, das war einmal. Oft am Silvertbach, regelmäßig an der alten Fahrt zwischen Datteln und Olfen, in den Lippeauen am Haus Vogelsang in Ahsen, an allen Kanälen, da gibt es aktuell in Mitteleuropa seltenere Vögel ...

Ulrich Kamp

24.02.2019

 

 

Die nächsten Termine:

 

2. April, 19:30 Uhr, Sitzung

7. Mai, 19:30 Uhr, Sitzung

4. Juni, 19:30 Uhr, Sitzung

 

 

 

Änderungen des Tagungsortes unter aktuellen Gesichtspunkten möglich. Bitte beachten Sie den Hinweis in der Presse!

 

 

 

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