Januar 2020

Patrick Recktenwald fotografiert "Wintervögel"

Nun ja, diese Vögel leben auch ganzjährig bei uns. Das bedeutet, sie ziehen nicht gen Süden, sondern sie bleiben bei uns und kommen auch im Winter, wenn auch bei extremen Wetter mit menschlicher Futterhilfe, zurecht.

Die Auswahl der Motive ist wahrhaftig erlesen. Wer solche gefiederten Gäste in seiner direkten Umgebung auffindet, der ist begünstigt. Schauen Sie sich die Fotos in Ruhe an. Die Vögel sind hier, ja, aber mit Sperling, Kohl- und Blaumeise von der schieren Anzahl her nicht zu vergleichen. Es gehört auch ein bisschen Glück dazu, diese Vögel bei uns zu sehen, zu erkennen und auch noch zu fotografieren. Bei Patrick Recktenwald paart sich fotografisches Geschick, Vogelkunde und Glück - natürlich. Und die Bilder sind sehr, sehr ansehnlich.

Dabei sind der Dompfaff (Gimpel) - lat. Pyrhulla pyrhulla - ml. und unauffälliger ein Weibchen, ein ml. Kernbeißer Coccothraustes coccothrauthes mit gewaltigem, kräftigem Schnabel, er knackt Pflaumen- und Kirschkerne, das Fruchtfleisch lässt er liegen, große Baumsamen werden im Spätwinter auch vom Boden aufgesucht. Eigentlich lebt er lieber in den Baumwipfeln.

Dazu kommt noch ein Bild vom Grünfinken (oder Grünling) lat. Carduelis chloris. Es sind alles Vögel des Waldes oder der Feldflur, die aber gerade im Winter auch unsere Gärten aufsuchen, um entweder die Bäume abzuklappern oder sich an den Futterstellen zu versorgen.

Ein ganz bunter Vertreter ist der Stieglitz (auch Distelfink wegen seiner Vorliebe für Disteln genannt) - lat. wissenschaftlicher Name Carduelis carduelis. Ein Trupp Stieglitze bringt Leben auf jede Fläche. Wobei er ein bisschen Wildwiese bevorzugt.

All diese Vögel gehören zur Großfamilie der Finken, erkennbar an dem ausgeprägtem Schnabel, der direkt darauf deutet, dass die Vögel auch mit hartem Futter klarkommen.

Bilder: Patrick Recktenwald.

Text: Ulrich Kamp

NABU Ostvest     19.01.2020

 

Aleks Vasek fotografierte Turmfalken

Und wie! Ein bildhübsches Männchen (Terzel) saß an einer Bushaltestelle in Oer-Erkenschwick und wartete wohl kaum auf den Bus, sondern beobachtete das umliegende Feld, ob sich vielleicht ein Mäuschen sehen und fangen lässt? Greifvögel wie der Turmfalke sind geduldig, wenn sie auf einer erhöhten Warte sitzen (Ansitzjagd ist die fachlich korrekte Bezeichnung). Mit Geduld und gutem Auge sitzt der zweithäufigste Greifvogel in Deutschland auf einem Telefonmast, auf einer Leitung, auf einem Bäumchen oder auf einem Haus- oder Scheunendach und hält Ausschau, was denn so an fressbaren (und zu bewältigenden) Tierchen wie Nagern und Insekten so am Boden zu sehen ist. Fliegende Kleinvögel werden übrigens auch gejagt. Aber auch hier gilt die Formel - nur etwa jede zwölfte Jagd ist erfolgreich. Von daher müssen Fehlversuche einkalkuliert und in Kauf genommen werden. Die Beute ist keineswegs bei Sichtkontakt unrettbar verloren. Daher werden von allen Greifvögeln gern alte, kranke oder junge unerfahrene Tiere gejagt und auch erbeutet. Fit, agil, aufmerksam - das sind die Merkmale nicht mehr ganz junger "Opfer", die aufpassen und sich sehr oft rechtzeitig aus dem Staub machen.

Die zweite Möglichkeit der Jagd ist der Rüttelflug - und den hat Aleksandra (Aleks ist der Rufname - ist kürzer und damit einfacher) auf dem alten Shamrock-Zechengelände in Herne fotografiert. Der Rüttelflug ermöglicht dem Falken, direkt wie ein Hubschrauber über dem Boden zu rütteln, also in der Luft an einem Ort förmlich zu stehen und nach unten zu beobachten. Ist Beute da, lässt der kleine Greif je nachdem, wie hoch er rüttelt, sich fallen oder geht in Etappen tiefer (weil er sich sonst bei zu großer Höhe verletzen könnte), bis er endgültig mit den Ständern voran - wenn es perfekt läuft - auf der Beute landet. Bleibt er sitzen, hat er meist etwas gefangen. Lohnt sich die Beute von der Größe her nicht zum Abtransport oder sind keine zu fütternden Jungvögel vorhanden, so wird sofort gefressen. Ist die Beute größer, fliegt der Vogel mit der Beute zu einem Ansitz und speist dort -muss aber das Umfeld im Auge haben, Krähen z. B. scheuen sich nicht, Greifvögel ihre Beute abzunehmen, wenn sie können. Grundsätzlich ist der Rüttelflug, weil der Jäger sich mit den Flügeln intensiv rüttelnd in der Luft hält, natürlich körperlich anstrengender als die Jagd von einer Sitzwarte aus.

Aleks hatte auch auf Shamrock einen bildhübschen Terzel vor der Kamera und konnte fotografieren, wie der kleine Greif zunächst auf einem Ansitz Ausschau hielt (dabei die Fotografin genau beobachtete), sich dann hochschraubte und rüttelte, dann in den Sturzflug überging und danach wieder in der Nähe auf einem Ansitz Platz nahm. So waren wunderschöne Aufnahmen möglich.

 

Text: Ulrich Kamp

NABU Ostvest  14.01.2020

 

 

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