Juli 2019

Geschichte in der Natur

Du brauchst Dir nicht erst die Lippen zu lecken!
Wenn du mir was tust, dann kommt meine Mama und die poliert dir die Fr....!

Wolfgang Gerhardus fotografierte diese sprechenden Bilder in einem Tierpark in Groß-Reken.

 

 

 

So oder ähnlich könnte sich die Geschichte abgespielt haben (wenn die Tiere nicht in verschiedenen Gehegen plaziert gewesen wären).

 

In Deutschland leben viel weniger Luchse als Wildschweine. Tatsächlich stehen Frischlinge auf der Speisekarte der Luchse. Nur - wer sich tatsächlich als tierischer Jäger (der Wolf käme auch in Frage) an die kleinen Wildschweinchen wagt, muss sehen, dass er mit oder ohne Beute blitzschnell aus dem Bereich der Bache entkommt, die kennt, wenn es um die Kinder geht, kein Pardon und ist auch für Räuber ein erbitterter Gegner.

 

Bläuling ist nicht gleich Bläuling

Bisher kannte ich nur den Blauhechel-BLÄULING. Kennengelernt hatte ich ihn vor Jahren auf der alten Zechenbrache nahe der Oer-Erkenschwicker City. Aus der Erinnerung war mir klar, dass dieser Schmetterling oben zartblau und die Unterflügel beige mit einer feinen Punktemusterung sind. Sehr schön im Internet nachzulesen, auch in Fachbüchern teilweise gut bebildert und beschrieben. Natur ist aber etwas anders und somit spannender.

Auch der Bläuling sieht natürlich blau aus, wenn er so hurtig vorbeifliegt. Setzt er sich, zeigt er mit zusammengefalteten Flügeln aber seine Unterseite. Noch vor einiger Zeit habe ich mich darauf beschränkt, nach Möglichkeit die Schokoladenseite der Schmetterlinge, das ist regelmäßig eigentlich die Vorderseite, zu fotografieren. Mancher Schmetterling will aber partout im Sitzen seine Oberseite nicht zeigen und hält diese zusammengefaltet  (dann ist es natürlich hilfreich, wenn man zwecks Bestimmung auch die Unterseite, die er sitzend zeigt, kennt und nicht davon abhängig ist, dass Herr oder Frau Schmetterling mal seine Flügel spreizt. Mancher macht es, mancher bleibt stur und weigert sich).

So kam dann in diesem Sommer (2019) ein blauer Schmetterling in den Garten geflogen und nach mehreren hastigen Ehrenrunden setze er sich und siehe da - die Unterseite erschien mir blass-weiß-grau-blau mit einzelnen verwaschenen Fleckchen. Blau war er oben, ob mit oder ohne großen oder kleinen Rand war so sitzend nicht zu erkennen. Also fotografiert was man sah und nachgeforscht. Ergebnis: Ein Hauhechel-Bläuling war das mal nicht, Bühne frei für Fachliteratur und Internet. Unser Neuling war nach Vergleich des Fotos der Unterseite mit der Fachliteratur einschl. Internet ein Faulbaum-Bläuling.

Schmetterling fliegt gern allein, ist also niemand, der in größeren Zahlen bei uns in Erscheinung tritt - und zeigt sitzend ungern seine Flügeloberseite.

Nun werde ich darauf warten, dass sich so ein Exemplar noch einmal in meine Nähe begibt und sich setzt - mir vorher die zur Idenfikation benötigte Unterseite zeigt und dann noch mal ein Foto der Vorderseite gestattet (mein Tipp: Da kann ich mal lange warten, allenfalls dann eine Chance, wenn ich die Kamera mal zuhause lasse ... kennt man ja).

Fazit: Wer Tiere beobachtet, lernt nie aus und bleibt aktiv. Immer kommt etwas Neues, was man noch nicht kannte. Herausfordernd - aber auch unterhaltsam und oft auch amüsant.

 

Ulrich Kamp

31.07.2019

 

Mönchsgrasmücke

Wolfgang Gerhardus fotografierte jetzt auch einmal den weiblichen Part der Mönchsgrassmücke. Während das Männchen eine schwarze Kappe trägt, identifiziert sich das Weibchen mit einer braunen Kappe.

 

Dorngrasmücke

Wolfgang Gerhardus fotografierte im ländlichen Waltrop nicht einen Teichrohrsänger, sondern eine hübsche Dorngrasmücke. Klarheit schaffte wie so oft Alfons Pennekamp (der sich halt auskennt).

 

Zeit der Schmetterlinge 2019

Als ich mich bequem in unseren Garten setzte, um Schmetterlinge zu zählen, fand ich das Ergebnis äußerst unbefriedigend. Ein C-Falter in einer Stunde auf dem Durchflug - Ende.

Später kamen dann mal ab und zu (keineswegs regelmäßig) in einer Zeitstunde, Weißlinge vorbei, dazu in ca. 18 Zeitstunden zwei recht eilige Distelfalter. Das reichte mir nicht aus, also begab ich mich im Freiland und im Wald auf die Suche. Im Esseler Bruch in Oer-Erkenschwick (Rittbörden) war bei zwei Besuchen bis auf insgesamt vier Weißlinge  das Ergebnis gleich null.

Dann aber an zwei verschiedenen Tagen in der  Dattelner/ Oer-Erkenschwicker Haard zwischen Katenkreuz und dem Hügel gegenüber dem Feuerwachtturm Farnberg war das Ergebnis, wenn auch insgesamt vier Zeitstunden und viel mehr Strecke als vom NABU für die Zählung vorgegeben, zurückgelegt wurde, weit besser.

Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass ich aufgrund jahrelanger Rundgänge in dem Gebiet so ortskundig war, dass ich wusste, wo ich jahrelang Schmetterlinge gesehen habe (und wo ich wenig bis nichts zu erwarten hatte). Ich wurde nicht enttäuscht. Da, wo ich in der Vergangenheit um diese Zeit an bestimmten Plätzen Insekten gesehen habe, war ich auch diesmal fündig. Neben Libellen, Hummeln und Bienen waren eben auch relativ viele Schmetterlinge dort, allerdings fast durchgängig - also zu 90 % - nur an den mir bekannten Hot-Spots. Das sind Stellen z. B. mit Brombeeren und Brennesseln, die sich durch nichts von anderen Stellen vergleichbarer Art unterscheiden, die aber einen regelrechten Insekten- und damit auch Schmetterlingsboom verzeichnen (Ausnahme die Wanderfalter wie der Admiral, das Tagpfauenauge und auch der Distelfalter - diese Arten vagabundieren auch gern allein und sind überall und nirgends).

Ich habe absichtlich nur Bilder als Beispiel genommen, die ich direkt an diesen beiden Tagen dort aufgenommen habe. Sie sehen also die Schmetterlinge exakt so, wie ich sie angetroffen habe (besonders gute Bilder als Beispiel zu nehmen, halte ich nicht für besonders hilfreich, so musste ich mich mit Licht, Schatten und Sonne so abplagen, wie ein anderer Spaziergänger die Objekte der Begierde auch gesehen hätte).

Fazit: Ja, wir haben Schmetterlinge, und an manchen Stellen sogar in respektabler Anzahl. Aber es fehlt die Breite. Zum Beispiel gibt es eine sehr große Wiese nördlich der Straße an den Rehwiesen, dort sind kaum Schmetterlinge, obwohl die Gegend mit angrenzendem Wald und Feld optimal sein sollte. Dafür tummeln sich an schmalen Waldwegen mit bestimmten Allerweltspflanzen an einzelnen Schwerpunkten alles was fliegt und (oder) brummt. Mir fehlt für meinen Geschmack die Breite. Aber vielleicht kommt das in den nächsten Jahren? Hoffentlich!

Insgesamt konnte ich zehn Schmetterlingsarten fotografieren. Es waren Distelfalter, Admiral, der rostfarbene Dickkopffalter (ml. und wbl.), das Ochsenauge, der Schornsteinfeger, das Tagpfauenauge, der C-Falter, das Waldbrettspiel und als erstmalige Sichtung für mich ein kleiner Eisvogel - EIN  Exemplar. Besonders häufig waren dabei der rostf. Dickkopffalter, Schornsteinfeger, Ochsenauge und C-Falter. Die waren an manchen Stellen in relativ großer Anzahl vertreten.  Der Rest war sporadisch zur Stelle. Aber eben nicht überall, und das sollte sich bei vergleichbarer Pflanzenwelt eigentlich ändern ...

Ansonsten weise ich zusätzlich darauf hin, dass das Wetter für die Beobachtung von Insekten an beiden Tagen perfekt war.

 

Ulrich Kamp

07.07.2019

Federlibelle

Eine junge, weibliche und noch nicht ausgefärbte blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes). Gesehen und fotografiert mitten in der Haard ca. 400 m östlich von der Barbara-Kapelle - 1 km nordöstlich vom Feuerwachtturm Farnberg.

 

Die Libelle mag häufig (wo auch immer) sein. Ich habe dieses Exemplar zum ersten Mal gesehen. Einzige Federlibelle in Deutschland, sie gehört zur Familie der Schlanklibellen.

 

Ulrich Kamp

 

07.07.2019

 

 

Mönchsgrasmücke

Wolfgang Gerhardus fotografierte dieses wunderschöne Mönchsgrasmückenmännchen in den Olfener Steverauen.

 

 

Die nächsten Termine:

 

5. November, 19:30 Uhr, Sitzung

3. Dezember, 19:30 Uhr, Sitzung

 

 

Änderungen des Tagungsortes unter aktuellen Gesichtspunkten möglich. Bitte beachten Sie den Hinweis in der Presse!

 

 

 

Weitere Infos finden Sie unter Termine ...

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