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PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 37/19 | 25.07.2019

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Waldsterben macht den Klimawandel sichtbar

NABU NRW fordert, nur noch klimastabilere Mischwälder statt Nadelholzkulturen aufzuforsten

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Düsseldorf – Die Hitze macht derzeit den Klimawandel spürbar und die vielen durch Dürre und Borkenkäfer abgestorbenen und braun gewordenen Fichtenbestände machen ihn für viele Menschen sichtbar. Hinzu kommen in einigen Landesteilen die Waldbrände in den Kiefern- oder Fichtenforsten. Neben den wirtschaftlichen Folgen für Waldbesitzer sieht der NABU Nordrhein-Westfalen auch die Auswirkungen auf die Gemeinwohlleistungen des Waldes: Mit jedem verdorrten Baum, der nun gefällt wird und überwiegend in der Verbrennung landet, verschwindet auch ein natürlicher CO2-Speicher, was in der derzeitigen Situation besonders dramatisch wirkt. Darüber hinaus erfüllen Wälder weitere wichtige Ökosystemleistungen: Sie filtern Wasser, speichern Wasser im Boden, bilden neuen Sauerstoff, bieten Erholungsraum für die Menschen und sind Lebensraum für zahlreiche Tiere, Pflanzen und Pilze.

 

Diese Artenvielfalt ist in Mischwäldern mit verschiedenen Baumarten und unterschiedlich alten Bäumen besonders hoch. Mischwälder sind zudem wesentlich klimaresilienter als reine Nadelbaumkulturen, wie sich in der aktuellen Hitze- und Trockenperiode zeigt. Falls einzelne Baumarten in einem Mischwald absterben, bleiben die anderen Arten bestehen, sodass der Wald insgesamt erhalten bleibt und stabil ist. Auf den vielen Kahlflächen im Wald, die jetzt durch die Ernte der abgestorbenen Fichten entstehen, sollte deshalb ein zukunftsfähiger Mischwald gepflanzt werden. Alternativ sollten solche Flächen der natürlichen Entwicklung überlassen werden. Nach der Borkenkäferkalamität im Nationalpark Bayrischer Wald Ende der 1990er Jahre hat sich der Wald in den folgenden Jahren erholt und ist zu einem stabilen Mischwald herangewachsen.

 

Von der Politik fordert der NABU NRW deshalb überarbeitete Waldbaukonzepte, die den Mischwäldern absoluten Vorrang einräumen und alle Förderungen darauf zu konzentrieren. Zudem erwartet der NABU neue Förderprograme zur Anlegung von Wald- und Brandteichen, wie sie früher überall vorhanden waren.  Außerdem sollte die Politik - so wie es die EU-Nachhaltigkeitsziele verlangen - deutlicher machen, welche Gemeinwohlleistungen bzw. Ökosystemleistungen Wälder erbringen und welchen Wert diese für die Gesellschaft haben. Diese Inwertsetzung würde die Wertschätzung für den Wald, die in den letzten Jahren ohnehin wieder gestiegen ist, nach Meinung des NABU weiter befördern und öffentliche Gelder mehr als bisher in den Wald lenken.

 

Für Rückfragen:

Heinz Kowalski, Waldpolitischer Sprecher des NABU NRW, mobil: 0160-8856396 

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

 

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | NR 31 | 27. Juni 2017

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Mehr Akzeptanz für den Wolf durch Prämien

NABU NRW:  Weidetierhaltung spielt große Rolle für den Schutz der Biodiversität | Funktionierender Herdenschutz hilft auch dem Wolf

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Düsseldorf – Seit rund 10 Jahren streifen einzelne Wölfe immer wieder durch Nordrhein-Westfalen. Mittlerweile gibt es zwei ausgewiesenen Wolfsgebiete mit sesshaften Einzeltieren sowie eine nach NRW ragende Pufferzone eines Wolfsgebietes in Rheinland-Pfalz. Die Rückkehr des Wolfes ist verbunden mit Konflikten insbesondere mit der Weidetierhaltung. Politik und Gesellschaft dürfen aber die ökologisch wertvolle Weidetierhaltung und die ebenfalls ökologisch wertvolle Rückkehr des Wolfes nicht gegeneinander ausspielen und die Lasten allein den Tierhaltern zumuten, so der NABU NRW.

 

Der NABU NRW forderte Umweltministerin Heinen-Esser daher nun auf, sich für eine noch stärkere Unterstützung der Weidetierhaltung, insbesondere der Schafhaltung stark zu machen. Optionen dafür sind eine Weideprämie oder eine an die Tierzahl gekoppelte Weidetierprämie. Zur Weidetierhaltung und dem damit in Wolfsgebieten verbundenen unerlässlichen Herdenschutz hatte ein Bündnis aus elf Organisationen der Landwirtschaft und Nutztierhaltung, des Natur- und Tierschutzes sowie der Jagd kürzlich gemeinsame Empfehlungen für einen bundeseinheitlichen Herdenschutz sowie Kriterien zur Tötung von verhaltensauffälligen Wölfen vorgelegt.

 

Anders als die geplante Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes fokussiert das Eckpunktepapier inhaltliche und praktikable Lösungsansätze und liefert konkrete Empfehlungen für die flächendeckende Umsetzung von geeignetem Herdenschutz in tatsächlichen und möglichen Wolfsgebieten. Gefordert wird eine kostendeckende staatliche Förderung, die auch laufende Unterhaltskosten, etwa für Herdenschutzhunde, umfasst. Tötungen von auffälligen Wölfen seien stets das letzte Mittel im Einzelfall. „An gutem Herdenschutz führt kein Weg vorbei. Hierfür muss sich das Umweltministerium einsetzen“, sagte Thomas Pusch, Sprecher des Landesfachausschusses Wolf im NABU NRW.

 

„Zudem braucht es endlich bundesweite Rahmenregelungen, um eine tragfähige Koexistenz zwischen Wölfen und Weidetierhaltung zu ermöglichen. Das geht nur mit einer stärkeren Unterstützung der Weidetierhalter“, so Pusch weiter. Kernpunkte sind Prämien für betroffene Nutztierhalter, Übernahme ihrer Pflege- und Unterhaltungskosten für Herdenschutzmassnahmen sowie der Wegfall der durch die EU vorgegebenen Obergrenze für die Förderung (de Minimis-Regelung der EU). Das Land habe seine Hausaufgaben diesbezüglich zunächst gemacht, habe es doch eben die Streichung der Förderobergrenze auf EU-Ebene beantragt. Nun müsse die EU diesbezüglich handeln.

 

Die Weidetierhaltung spielt für den Erhalt der heimischen Biodiversität eine große Rolle. Zum Teil lassen sich nur mit ihrer Hilfe wertvolle ökologische Flächen wie altes Grünland oder Magerrasen erhalten. „Die Weidetierhaltung, insbesondere auch die Wanderschäferei, muss unterstützt werden, um die zusätzlichen Anforderungen an einen wolfssicheren Herdenschutz bewältigen zu können. Das gilt vor allen Dingen für die aufwändige Pflege und Instandhaltung der Elektrozäune als auch für Ausbildung, Unterhaltung und Tierarztkosten für Herdenschutzhunde. Aber die Weidetierhalter sind auch aufgefordert, von den existierenden Fördermöglichkeiten Gebrauch zu machen“, mahnt der NABU-Wolfsexperte an. Und die Veterinärämter der Kreise und kreisfreien Städte fordere der NABU nachdrücklich auf, die traditionelle Haltung von Herdenschutzhunden zu ermöglichen, eine entsprechende Positionierung des Bundes dazu liege ja vor. Nur so sei eine Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung machbar. 

 

Für Rückfragen:

Thomas Pusch, Sprecher des LFA Wolf, Tel.: 05202 5416, mobil: 0170 21 58 624

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

 

Stimberg Zeitung, 23. Mai 2019

 

 

Die nächsten Termine:

 

4. Februar, 19:30 Uhr, Sitzung

3. März, 19:30 Uhr, Sitzung

 

 

Änderungen des Tagungsortes unter aktuellen Gesichtspunkten möglich. Bitte beachten Sie den Hinweis in der Presse!

 

 

 

Weitere Infos finden Sie unter Termine ...

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