Presse ab Januar 2020

 

https://www.umwelt.nrw.de/

 

Eichenprozessionsspinner: Neuer Praxisleitfaden des Umweltministeriums

Staatssekretär Dr. Bottermann: „Der Kontakt mit den Raupen birgt schwere gesundheitliche Risiken. Der neue Leitfaden bündelt den aktuellen Stand des Wissens und gibt den Kommunen und beteiligten Institutionen praxisnahe Hilfestellung.“

Das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen hat einen Praxisleitfaden zum Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner veröffentlicht. Im Frühjahr schlüpfen die Raupen dieses Nachtfalters, deren Brennhaare ab Mai zu entzündlichen Hautreizungen und Atembeschwerden führen können.

„Der Kontakt mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners birgt schwere gesundheitliche Risiken. Gleichzeitig unterstützen die Klimaveränderungen ihre Ausbreitung. Der neue Leitfaden bündelt den aktuellen Stand des Wissens und gibt praxisnahe Hilfestellung beim Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner“, erläutert Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Umweltministerium Nordrhein-Westfalen.

Der Eichenprozessionsspinner bevorzugt warme und besonnte Bereiche. Daher kommt er häufig auch an Einzelbäumen und Waldrändern im städtischen Umfeld vor. „Die Kommunen und beteiligten Institutionen haben die Erarbeitung einer gemeinsamen Strategie für den Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner intensiv unterstützt. Hierfür bin ich sehr dankbar, denn der Eichenprozessionsspinner benötigt ein abgestimmtes Vorgehen“, so Bottermann.

Zu den im Leitfaden vorgestellten Maßnahmen gehören die Förderung von Vögeln und anderen natürlichen Gegenspielern, der Einsatz von Fallen, das Entfernen der Gespinstnester und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden, der jedoch nur in einem begrenzten Zeitfenster möglich ist. Darüber hinaus gibt der Leitfaden Empfehlungen zur Staffelung der Maßnahmen je nach Gefährdung, zur richtigen Schutzausrüstung und zu Warnhinweisen für die Öffentlichkeit.

Die Ministerien raten dringend dazu, sich von den Raupen, deren Nestern und Häuten fernzuhalten. Auch sollten, etwa im heimischen Garten, keine Gegenmaßnahmen auf eigene Faust durchgeführt werden. Für das Entfernen der Nester im öffentlichen Raum beauftragen die Kommunen Spezialfirmen. Sofern ein Befall im privaten Garten oder Wald zu beobachten ist, sollten auch hier vom Eigentümer Spezialfirmen beauftragt werden. Ungeachtet dessen sollte das Ordnungsamt der zuständigen Kommune informiert werden, damit die befallenen Stellen von den Kommunen kartiert werden können. Einige Kommunen haben für die Meldung von Vorkommen des Eichenprozessionsspinners bereits Online-Portale eingerichtet.

Die Erarbeitung eines Leitfadens wurde bereits im vergangenen Jahr nach einem Fachgespräch vereinbart. Im März trafen sich Umweltministerium, Gesundheitsministerium, Kommunen, Landwirtschaftskammer und Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen in Lüdinghausen, um mögliche Maßnahmen und ein gemeinsames Vorgehen zu beraten. 

Download des Praxisleitfadens

Der Leitfaden „Überwachung, Bekämpfung und Beseitigung des Eichenprozessionsspinners (EPS) – Ein Praxisleitfaden für die Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen“ steht unter folgendem Link zum Herunterladen zur Verfügung: https://url.nrw/eps_leitfaden

Bei Verdacht eines Gifthaarkontakts empfehlen die Gesundheitsbehörden folgende Maßnahmen:

  • Sofortiger Kleiderwechsel und der Versuch, mit einem Klebeband vorhandene Brennhaare von der Haut abzunehmen
  • Duschbad mit Haarwäsche
  • Bei Augenbeteiligung das Spülen mit Wasser
  • Bei ausgeprägten Symptomen ärztliche Hilfe aufsuchen
  • Hautreaktionen können lokal symptomatisch mit mittelstark bis stark wirksamen Kortikosteroiden behandelt werden
  • Bei Bindehautentzündung Augentropfen, die auch ein Antiseptikum enthalten
  • Gegen den meist stark ausgeprägten Juckreiz sind orale Antihistaminika hilfreich
  • Bei respiratorischen Symptomen (asthmaartige Beschwerden) ist der Einsatz von geeigneten Medikamenten in Form von Dosier-aerosolen indiziert
  • Schwerere Verläufe können eine systemische Kortikosteroidtherapie notwendig machen
Weitere Informationen

 

 

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 23 | 16. April 2020

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Nachweis von zwei Wölfen im Gebiet Schermbeck - Erstes Wolfspaar in NRW?

NABU NRW: Die beiden Wölfe in Hünxe zeigen wildtiertypisches Verhalten | Effektiver Weidetierschutz weiterhin unabdingbar
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Düsseldorf – Das Landesumweltamt (LANUV) NRW bestätigte gestern die Sichtung eines zweiten Wolfes vermutlich zusammen mit der Wölfin GW954f im Wolfsgebiet Schermbeck. Ob es sich dabei um ein dauerhaftes Paar handele, würde das Monitoring der nächsten Wochen ergeben. „Dass sich irgendwann auch in NRW ein Wolfspaar bilden würde, war zu erwarten. Für die Bevölkerung und die Weidetierhalter ändert sich durch diese Situation aber erst einmal wenig“, sagt Thomas Pusch, Sprecher des Landesfachausschuss Wolf im NABU NRW.  

Die von einem Anwohner gemachte Videoaufnahme zeige die beiden jagenden Wölfe in Siedlungsnähe, und wie andere Wildtiere, würden auch Wölfe menschliche Siedlungen in Kulturlandschaften nicht gänzlich meiden. „Daher ist es völlig normal und ungefährlich, wenn sie an Siedlungen vorbei oder auch einmal hindurchlaufen oder bis an den Siedlungsrand jagen“, so Pusch weiter. Für Wölfe sei es schlichtweg nicht erkennbar, dass es in einem Haus Menschen gibt. Berichten zufolge, ließen die beiden Wölfe in Hünxe schnell von ihrer potenziellen Beute ab, als die Bewohner vor das Haus traten. „Dies zeigt deutlich, dass keine Gewöhnung an den Menschen stattgefunden hat und wildtiertypisch Fluchtverhalten ausgelöst wird, wenn Menschen auftauchen“, erklärt der NABU-Wolfsexperte.

Für die Weidtierhaltung gelte nach wie vor: Weidetiere müssen effektiv geschützt werden. „Der NABU NRW empfiehlt daher den Weidetierhaltern den Herdenschutz nach den Empfehlungen der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) auszuführen und gegebenenfalls auf die Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern wie von Wikiwolves zurückzugreifen“, so Pusch. Auch bestehe die Möglichkeit, die Herdenschutzberatung der Landwirtschaftskammer NRW in Anspruch zu nehmen. Zudem rät der NABU, noch nicht ausreichend geschützte kleinere Weidetiere unbedingt zeitnah wolfsabweisend zu schützen.

Pusch: „Zudem hoffen wir, dass die Förderrichtlinie NRW alsbald durch die EU notifiziert wird. Damit könnten sich Weidetierhalter unabhängig von dem derzeit geltenden Höchstbetrag an Fördermitteln entsprechende Weidezäune, aber auch Hunde, finanzieren lassen. Ein wichtiger Aspekt wäre hierbei nach wie vor, die Übernahme der Arbeitszeitkosten, welche meist einen erheblichen Teil der Ausgaben ausmachen.“ Notwendig sei dann allerdings auch, dass die Förderanträge aus dem Wolfsgebiet Schermbeck möglichst unbürokratisch und schnell durch die zuständigen Bezirksregierungen bearbeitet werden, was besonders auch für die Anträge auf Anschaffung von Herdenschutzhunden gelte.

Für das Wolfsmonitoring der nächsten Wochen in der Region Schermbeck wäre es zudem hilfreich, wenn Jäger und Förster, die ihre Reviere am besten kennen, Hinweise auf Risse bei Wildtieren und sonstige Beobachtung, die auf einen oder mehrere Wölfe schließen lassen, umgehend an das LANUV melden würden. So ließe sich der Verifizierungsprozess beschleunigen und notwendige amtliche Informationen Weidetierhaltern schneller zur Verfügung stellen.

 

Für Rückfragen:

Thomas Pusch, Sprecher des Landesfachausschuss Wolf in NRW, mobil: 0170-21 58 624 Mail: t.pusch@nrw-wolf.de

Katharina Stenglein, Projektkoordinatorin „Der Wolf macht Schule“ beim NABU NRW, Tel.: 0211-15 92 51-45, mobil: 0176-433 100 88; Mail: katharina.stenglein@NABU-NRW.de

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

 

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 22 | 06. April 2020

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Die Rückkehr der Sommerboten

NABU NRW: Schwalben sind auf Duldung und Unterstützung durch Menschen angewiesen
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Düsseldorf – In den kommenden Wochen kehren Rauch- und Mehlschwalben aus ihren Winterquartieren südlich der Sahara in ihre Brutgebiete nach Nordrhein-Westfalen zurück. Leider sind die Bestände hierzulande in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch und kontinuierlich zurückgegangen. Zu den Hauptursachen zählt das Fehlen geeigneter Brutplätze. „Rauch- und Mehlschwalben sind Kulturfolger und leben in der unmittelbaren Nähe des Menschen. Deshalb ist es für die gefährdeten Tiere entscheidend, dass wir ihnen Zugang zu Ställen gewähren und ihre Nester an Fassaden dulden“, sagt Jonas Brüggeshemke vom NABU-Landesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz.

 

Die Bestände sowohl der Rauch- als auch der Mehlschwalbe sind seit mindestens 30 Jahren stark rückläufig. Im Atlas der Brutvögel Nordrhein-Westfalens beziffern Fachleute den Rückgang bei Mehlschwalben mit 45% seit den 1990er Jahren. Beide Schwalbenarten stehen heute in Nordrhein-Westfalen als gefährdet auf der Roten Liste. Wenn die Langstreckenzieher jetzt im April nach Tausenden Flugkilometern aus Afrika in unseren Breiten ankommen, erleben die ortstreuen Schwalben häufig eine böse Überraschung: Früher genutzte Viehställe sind verschwunden oder verschlossen, ihre Nester wurden von Hauswänden entfernt oder Netze und Stacheln hindern sie am Anflug an ihre Brutplätze.

 

Neben dem Erhalt der gesetzlich geschützten Nistplätze könnten Bürgerinnen und Bürger an geeigneten Stellen die Glücksboten laut NABU auch mit Nisthilfen unterstützen. Mit sogenannten „Lehmtankstellen“ könnten die Schwalben außerdem mit dem nötigen Baustoff für ihre aufwendigen Nester unterstützt werden. Neben dem Verlust und der Zerstörung von Brutplätzen bekommen die Vögel auch den Schwund an Insekten zu spüren: „Als Insektenfresser, die sich fast ausschließlich von kleinen, fliegenden Insekten wie Mücken, Läusen und Fliegen ernähren, die sie im Flug erbeuten, sind sie besonders während der Aufzucht der Jungen auf große Mengen dieser Fluginsekten angewiesen“, so Brüggeshemke.

 

Trotz der schwierigen Situation können die Schwalben auch in Nordrhein-Westfalen auf Menschen bauen, die die Gesellschaft der Schwalben wie in Sprichwörtern überliefert auch heute noch zu schätzen wissen und die Vögel in oder an ihren Häusern willkommen heißen. Der NABU NRW zeichnet diese Menschen seit einigen Jahren für den aktiven Artenschutz am Haus und ihre Toleranz aus. So konnten etwa im Kreis Minden-Lübbecke fast 60 Schwalbenfreundliche Häuser ausgezeichnet werden. Auch in diesem Jahr können sich Schwalbenfreunde für eine Auszeichnung beim NABU bewerben. In welchem Maß und auf welchem Weg dies praktisch geschehen wird, hängt in diesem Jahr auch von den weiteren Vorkehrungen beim Umgang mit dem neuen Corona-Virus ab.

 

Weitere Informationen zur NABU-Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ und zur Hilfe für Schwalben gibt es unter: www.nabu-nrw.de/schwalbenschutz

 

Für Rückfragen:

Jonas Brüggeshemke, Sprecher des Landesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW, mobil: 0157 / 77 05 31 22

Thorsten Wiegers, NABU NRW Öffentlichkeitsarbeit, mobil: 0174 1970545

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

 

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 22 | 06. April 2020

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Die Rückkehr der Sommerboten

NABU NRW: Schwalben sind auf Duldung und Unterstützung durch Menschen angewiesen
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Düsseldorf – In den kommenden Wochen kehren Rauch- und Mehlschwalben aus ihren Winterquartieren südlich der Sahara in ihre Brutgebiete nach Nordrhein-Westfalen zurück. Leider sind die Bestände hierzulande in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch und kontinuierlich zurückgegangen. Zu den Hauptursachen zählt das Fehlen geeigneter Brutplätze. „Rauch- und Mehlschwalben sind Kulturfolger und leben in der unmittelbaren Nähe des Menschen. Deshalb ist es für die gefährdeten Tiere entscheidend, dass wir ihnen Zugang zu Ställen gewähren und ihre Nester an Fassaden dulden“, sagt Jonas Brüggeshemke vom NABU-Landesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz.

 

Die Bestände sowohl der Rauch- als auch der Mehlschwalbe sind seit mindestens 30 Jahren stark rückläufig. Im Atlas der Brutvögel Nordrhein-Westfalens beziffern Fachleute den Rückgang bei Mehlschwalben mit 45% seit den 1990er Jahren. Beide Schwalbenarten stehen heute in Nordrhein-Westfalen als gefährdet auf der Roten Liste. Wenn die Langstreckenzieher jetzt im April nach Tausenden Flugkilometern aus Afrika in unseren Breiten ankommen, erleben die ortstreuen Schwalben häufig eine böse Überraschung: Früher genutzte Viehställe sind verschwunden oder verschlossen, ihre Nester wurden von Hauswänden entfernt oder Netze und Stacheln hindern sie am Anflug an ihre Brutplätze.

 

Neben dem Erhalt der gesetzlich geschützten Nistplätze könnten Bürgerinnen und Bürger an geeigneten Stellen die Glücksboten laut NABU auch mit Nisthilfen unterstützen. Mit sogenannten „Lehmtankstellen“ könnten die Schwalben außerdem mit dem nötigen Baustoff für ihre aufwendigen Nester unterstützt werden. Neben dem Verlust und der Zerstörung von Brutplätzen bekommen die Vögel auch den Schwund an Insekten zu spüren: „Als Insektenfresser, die sich fast ausschließlich von kleinen, fliegenden Insekten wie Mücken, Läusen und Fliegen ernähren, die sie im Flug erbeuten, sind sie besonders während der Aufzucht der Jungen auf große Mengen dieser Fluginsekten angewiesen“, so Brüggeshemke.

 

Trotz der schwierigen Situation können die Schwalben auch in Nordrhein-Westfalen auf Menschen bauen, die die Gesellschaft der Schwalben wie in Sprichwörtern überliefert auch heute noch zu schätzen wissen und die Vögel in oder an ihren Häusern willkommen heißen. Der NABU NRW zeichnet diese Menschen seit einigen Jahren für den aktiven Artenschutz am Haus und ihre Toleranz aus. So konnten etwa im Kreis Minden-Lübbecke fast 60 Schwalbenfreundliche Häuser ausgezeichnet werden. Auch in diesem Jahr können sich Schwalbenfreunde für eine Auszeichnung beim NABU bewerben. In welchem Maß und auf welchem Weg dies praktisch geschehen wird, hängt in diesem Jahr auch von den weiteren Vorkehrungen beim Umgang mit dem neuen Corona-Virus ab.

 

Weitere Informationen zur NABU-Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ und zur Hilfe für Schwalben gibt es unter: www.nabu-nrw.de/schwalbenschutz

 

Für Rückfragen:

Jonas Brüggeshemke, Sprecher des Landesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW, mobil: 0157 / 77 05 31 22

Thorsten Wiegers, NABU NRW Öffentlichkeitsarbeit, mobil: 0174 1970545

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

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Gemeinsame Pressemitteilung von BUND NRW, LNU NRW und NABU NRW | 25. März 2020
 

Corona: NRW-Naturschutzverbände verschieben Start der NRW-Volksinitiative  „Insekten retten – Artenschwund stoppen!“

Düsseldorf - Aufgrund der Corona-Pandemie und der notwendigen massiven Einschränkungen im öffentlichen Leben verschieben die drei NRW-Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) die für das Frühjahr angekündigte „Volksinitiative Artenvielfalt“. „Infostände, Veranstaltungen und Unterschriftensammlungen basieren auf dem persönlichen Kontakt. Sie sind in einer Situation, in der soziale Distanz gewahrt werden muss, nicht zu verantworten“, so Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW. Sobald es die Situation wieder zulasse, werde die „Volksinitiative Artenvielfalt“ in NRW aber starten.

An den Herausforderungen, vor denen Nordrhein-Westfalen als dichtbesiedeltes Bundesland in Sachen Natur- und Artenschutz stehe, hat sich durch die Coronavirus-Pandemie nichts geändert. „Die Volksinitiative „Insekten retten - Artenschwund stoppen“ in Nordrhein-Westfalen ist dringend notwendig, damit wir die miserable Lage für die biologische Vielfalt in unserem Bundesland deutlich verbessern können“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. Der dazu zwingend erforderliche politische Kurswechsel in vielen Politikfeldern würde angesichts der anhaltenden Untätigkeit der Landesregierung in diesem Themenfeld nur durch ´Druck von außen´ gelingen.

„Den werden wir NRW-Naturschutzverbände aufrechterhalten“, bekräftigte der LNU-Vorsitzende Mark vom Hofe. „Die Vorbereitungen unserer Volksinitiative sind nahezu abgeschlossen. Anders als geplant werden wir im April nicht starten können, aber sobald es die Situation wieder zulässt, sind wir startklar und können innerhalb kurzer Zeit mit dem Unterschriftensammeln beginnen- für mehr Schutz von Natur und Artenvielfalt in Nordrhein-Westfalen.“

Ende Januar hatten die drei großen nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände BUND, LNU und NABU die „Volksinitiative Artenvielfalt“ angekündigt. Trotz dramatischen Rückgangs vieler Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten zeige die Landesregierung keinerlei Ansätze für eine konsequente Naturschutzpolitik. Ziel der Initiative „Insekten retten – Artenschwund stoppen“ ist es, konkrete Handlungsvorschläge zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in den NRW-Landtag einzubringen und das Land so zu mehr Natur- und Artenschutz zu bewegen.

 

Ansprechpartner:

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

 

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 17 | 20. März 2020

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Schmetterlingsfreundliche Gärten gesucht

Erstmalig zeichnet der NABU NRW Privatgärten für Schmetterlinge aus
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Düsseldorf – Immer seltener flattern Tagpfauenauge, Zitronenfalter und Kleiner Fuchs noch durch unsere Gärten: Die Bestände unserer heimischen Schmetterlinge sind in den letzten Jahren dramatisch gesunken. Zwar sind die Hauptursachen hierfür im Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und dem Verlust von Lebensräumen zu suchen, doch feststeht: Unsere Gärten können einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt von Schmetterlingen leisten.

 

Mit dem Projekt „Zeit der Schmetterlinge“, welches erneut durch die Deutsche Postcode Lotterie gefördert wird, möchte der NABU NRW auf die Wichtigkeit der Gärten als Lebensräume hinweisen und zum Anlegen neuer Schmetterlingsgärten anregen. Bereits im sechsten Jahr unterstützt das Projekt Schulen und Kitas dabei, das Außengelände in einen Garten für Schmetterlinge zu verwandeln. Wer das schafft, bekommt hierfür die Auszeichnung zum schmetterlingsfreundlichen Garten, in Form einer Urkunde und Plakette für den Gartenzaun. Jetzt können sich erstmalig auch Privatgärten um die Auszeichnung bewerben.

 

„Ob Schrebergarten, Vorgarten oder Gartenfläche hinter dem Haus - Privatgärten haben eine wichtige Bedeutung für die Natur“, erklärt Christian Chwallek, stellvertretender NABU-Landesvorsitzender. „Zusammengezählt machen Sie nicht nur eine beachtliche Fläche aus, sie sind auch wichtige Trittsteine für Schmetterlinge und andere Insekten. Somit ist es von großer Bedeutung, wie diese Flächen gestaltet werden“, so Chwallek weiter. Immer mehr Flächen werden versiegelt oder sind als häufig gemähte Rasenflächen ökologisch betrachtet für Schmetterlinge völlig unbedeutsam. Diesem Trend können naturnahe gestaltete und artenreiche Privatgärten ein Stück weit entgegenwirken.

 

Wer mit verschiedenen heimischen Stauden, Sträuchern und Bäumen eine große Artenvielfalt pflanzt und seinen Garten nicht zu sehr aufräumt, der leistet bereits einen wichtigen Beitrag für den Erhalt von Faltern. Schmetterlinge brauchen Zeit für ihre Entwicklung, besonders in wilden Ecken, wo Gräser, Disteln und wichtige Futterpflanzen wie Knoblauchsrauke oder Wiesenschaumkraut wachsen und blühen können, finden Schmetterlinge und ihre Raupen beste Voraussetzungen. Wer dazu noch auf den Einsatz von Gift verzichtet und auch im Herbst immer darauf achtet, dass Laub liegen bleibt und abgeblühte Pflanzen erst im Frühjahr geschnitten werden und Insekten so auch im Winter ein Plätzchen im Garten anbietet, hat gute Chancen auf die Auszeichnung.

 

„Mit den Auszeichnungen der Privatgärten möchten wir auch den Blick auf den Garten verändern. Viele Gärtnerinnen und Gärtner sehen den Vorgarten als Aushängeschild, welcher stets ordentlich und gepflegt aussehen muss. Wertvoll für unsere Natur sind aber vor allem die Gärten, in denen ein wenig Unordnung erlaubt ist“, betont Chwallek. Besonders möchten wir auch Gärtnerinnen und Gärtner dazu ermutigen, einen bestehenden Schottergarten in einen Garten des blühenden Lebens zurückzuverwandeln und sich um die Auszeichnung zu bewerben.

 

Bewerben können Sie sich ab sofort ganz einfach über ein Formular, welches unter www.schmetterlingszeit.de zur Verfügung steht. Bitte senden Sie dieses Formular, versehen mit einem Foto des Gartens, postalisch an den NABU NRW, „Zeit der Schmetterlinge“, Völklinger Str. 7-9, 40219 Düsseldorf.

 

Auch wenn durch die Einschränkungen des Coronavirus Bildungseinrichtungen derzeit geschlossen sind, können Schulen und Kitas, aber auch Gemeinden, Vereine oder andere Bildungseinrichtungen, die bereits einen Garten für Schmetterlinge angelegt haben, am Wettbewerb teilnehmen. Alle Einrichtungen, die die Umsetzung eines schmetterlingsfreundlichen Gartens im weiteren Jahresverlauf planen, können auch jetzt schon ein kostenloses Infopaket unter schmetterlingszeit@nabu-nrw.de anfordern.

 

Weitere Informationen zum Wettbewerb, die besten Pflanzen für Schmetterlinge und tolle Beispielgärten finden Sie unter www.schmetterlingszeit.de.

 

Für Rückfragen:

Sarah Bölke, Projektleitung „Zeit der Schmetterlinge“, Tel.: 0211-15 92 51-52

Christian Chwallek, stellvertretender Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0172 3050359

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

 

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 13/20 | 01. März 2020

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Wanderfalken machen ihrem Namen alle Ehre

AG Wanderfalkenschutz stellt Brutbilanz des Wanderfalken in NRW für 2019 vor | Reger Austausch mit benachbarten Populationen

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Düsseldorf/Recklinghausen – „Die Brutsaison der Wanderfalken in Nordrhein-Westfalen war im vergangenen Jahr mit 237 Revierpaaren und 441 ausgeflogenen Jungfalken wieder erfolgreich“, erklärte Michael Kladny, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz des NABU NRW (AGW-NRW), auf dem Jahrestreffen der Wanderfalkenschützer am vergangenen Wochenende in Recklinghausen. Die bereits seit 2016 angedeutete "Sättigung" bei der Bestandsentwicklung des Wanderfalken in NRW halte damit weiter an. Die Grenzen beim Brutplatzangebot scheinen erreicht zu sein, liege die Zahl der Revierpaare seit 2016 doch stabil bei rund 230.

 

Neben dem Bericht über die Brut, Ausflugs- und Beringungsergebnisse des Vorjahres sowie die Gesamtentwicklung des Wanderfalken seit der Wiederbesiedlung im Jahr 1986 lag der Fokus dieser Tagung auf dem erfolgenden Austausch zwischen nordrhein-westfälischen und benachbarten Wanderfalkenpopulationen. „Bei stabilen Populationen gibt es immer einzelne Tiere, die in weiter entfernte Gebiete fliegen, um neue Lebensräume zu besiedeln, das Verbreitungsgebiet der Art zu erweitern und für den notwendigen genetischen Austausch zu sorgen, der Populationen gesund erhält“, so Kladny. Auch die Wanderfalken in NRW stünden im permanenten Austausch mit Wanderfalken in anderen Bundesländern aber auch anderen europäischen Staaten. 

 

„Mit Fug und Recht können wir heute sagen, dass zum Beispiel die Niederlande von der Entwicklung in Nordrhein-Westfalen ganz erheblich profitiert haben und sehr wahrscheinlich haben Falken aus NRW sogar den entscheidenden Start ermöglicht“, sagte der NABU-Wanderfalkenexperte. Durch die von der AGW konsequent durchgeführten Beringungen konnte zudem nachgewiesen werde, dass Wanderfalken aus NRW als Brutvögel in zahlreichen Bundesländern, aber auch in Polen und Frankreich verpaart waren oder es noch sind. Besonders viele Nachweise verpaarter nordrhein-westfälischer Wanderfalken kämen aber eben kontinuierlich aus den Niederlanden und Belgien. Umgekehrt gebe es natürlich auch Einwanderungen von außen. Der Wanderfalke werde seinem Namen also durchaus gerecht.

 

Diese Fakten zeigten erneut, der Aufwand, den die AGW mit der Beringung treibt, lohnt sich, sei sie doch Basis für zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse zum Verhalten und zur Brutbiologie des Wanderfalken. Kladny dankte allen über die Jahre aktiven ehrenamtlichen Helfern der AGW. Sie hätten nicht nur ansiedlungswilligen Wanderfalkenpaaren Brutunterlagen an Gebäuden angeboten und so erst eine Rückbesiedlung ermöglicht, sondern bis heute auch möglichst viele Jungfalken in diesen Brutunterlagen Jahr für Jahr beringt. Dieser Aufwand sei kontinuierlich größer geworden. Für die Beringung suche die AGW denn auch immer ehrenamtliche Helfer, die möglichst Schwindelfreiheit und körperliche Fitness mitbringen sollten. Kladny: “Wir müssen uns als AG Wanderfalkenschutz in NRW weiterhin verjüngen und neu aufstellen, damit wir dieses große und aufwendige Projekt fortsetzen können.“

 

Mehr zur Arbeit der AG Wanderfalkenschutz in NRW, zur aktuellen Wanderfalkenbilanz und alle Jahresberichte der vergangenen Jahre unter https://nrw.nabu.de/wanderfalkenschutz-nrw/index.html.

 

Für Rückfragen:

Michael Kladny, Sprecher AG Wanderfalkenschutz, mobil: 0157 825 288 45

 

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

 

Pressemitteilung NABU NRW | NWO | NR 7/20 | 14. FEBRUAR 2020

 

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Valentinstag ist Turteltaubentag

NABU und NWO ab heute mit „vogelschutz_nrw“ auf Instagram zum Vogelschutz in Nordrhein-Westfalen aktiv | Turteltaube im Abwärtsflug

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Düsseldorf – Der Valentinstag steht ganz im Zeichen der Liebe. Seit dem Hohelied Salomons ist die Turteltaube als Symbol der Liebenden fest in der Kulturgeschichte der Menschheit verankert. Gar nicht romantisch und überhaupt nicht mehr fest steht die kleine Taube heute da: sie erleidet durch menschlichen Einfluss starke Bestandseinbrüche. Über den Instagram-Auftritt „vogelschutz_nrw“ wollen der Landesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz des NABU NRW und die Nordrhein-Westfälische Ornithologen-Gesellschaft (NWO) zukünftig mehr Aufmerksamkeit für die Turteltaube, den Vogel des Jahres 2020 und den gesamten Vogelschutz in Nordrhein-Westfalen wecken.

 

Die zierliche und schön gezeichnete Taube mit dem charakteristischen „turr-turr“-Balzruf ist im Bestand stark gefährdet. Laut offiziellen Zahlen ist die Brutpopulation in Deutschland seit 1980 fast um 90% zurückgegangen. Auch in Nordrhein-Westfalen sieht es sehr schlecht aus: kaum noch 1000 Brutpaare sollen es landesweit sein, das entspricht einem Rückgang von fast 70% allein in den letzten zehn Jahren! Grund hierfür sind zum einen Veränderungen im Brutlebensraum durch Überdüngung, übermäßigen Pestizideinsatz sowie den Verlust von Hecken- und Gehölzstrukturen, aber auch der illegale und legale Abschuss im Mittelmeerraum. Jährlich fallen dort rund zwei Millionen Turteltauben auf dem Weg in die afrikanischen Winterquartiere den Vogeljägern zum Opfer.

 

Mehr zu Gefährdung und Schutz der Turteltaube sowie zu anderen Vogelthemen in NRW gibt es ab sofort auf Instagram. NABU NRW und NWO stellen unter „vogelschutz_nrw“ verschiedene Vogelarten und deren Probleme vor, zeigen aber auch Erfolge im Vogelschutz in NRW und über die Landesgrenzen hinaus auf. So wollen die beiden Verbände gemeinsam über dieses Soziale Netzwerk mehr auf den Vogelschutz aufmerksam machen.

 

Für Rückfragen:

Fabian Karwinkel, LFA Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW, mobil: 0157 85673761

Klaus Nottmeyer, Nordrhein-Westfälische Ornithologen-Gesellschaft , mobil: 0171 3152344

 

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

 

 

 

Die nächsten Termine:

 

Aus aktuellem Anlass (Coronavirus) finden vorläufig keine Vorstandssitzungen in Form einer Versammlung statt. Wir bitten um Verständnis. Sobald Sitzungen wieder durchgeführt werden können, werden wir die Termine wieder auf dieser Homepage veröffentlichen.

 

 

 

 

Änderungen des Tagungsortes unter aktuellen Gesichtspunkten möglich. Bitte beachten Sie den Hinweis in der Presse!

 

 

 

Weitere Infos finden Sie unter Termine ...

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