Exkursionen

Die renaturierten Lippeauen am Ahsener Haus Vogelsang

So lautete das Ziel des NABU-Ostvest-Spaziergangs vom 7. Juni 2019.  Die Presse hatte wieder tüchtig Reklame für den Rundgang gemacht, dementsprechend war das Interesse der Naturliebhaber riesig, ca. 85 Spaziergänger folgten der Einladung. Von vornherein war klar, so wurde auch meine Begrüßung der Teilnehmer abgefasst, dass wir uns zwar über das gewaltige Interesse freuen, aber so viele Besucher nicht erwarten können, dass die ohne Zweifel vorhandene Tierwelt vorbehaltlos den vielen menschlichen Besuchern Sichtkontakte gewähren wird - und - da es sich um ein sensibles Naturschutzgebiet mit Betretungsverboten handelt, nicht jeder Besucher "alles" sehen kann. (Und schon heute hörte man die von mir schon erwarteten Stimmen: "Wir sind nicht zum letzten Mal hier, wir kommen gern auch allein wieder."  Wenn man mal so von der Natur gepackt wurde, das zeigt dann auch Folgen.

Unter der sachkundigen Führung und Anleitung von NABU-Mitglied Alfons Pennekamp, der seinen unter anderem im Landschaftsbeirat beim Kreis Recklinghausen erworbenen geballten Erfahrungs- und Kenntnisstand um das gesamte Gebiet einbrachte, wurde  das Gelände - beginnend beim Fährhaus und den Lippe-Stromschnellen mit geplanter Einleitung eines Steverzuflusses  im Rahmen des Möglichen und für die Tier- und Pflanzenwelt Zumutbaren  und endend an den vorgelagerten Teichen am Haus Vogelsang -  erkundet. Soweit möglich wurde ein Blick auf die neu angelegten Seitenarme der Lippe geworfen verbunden mit wichtigen Erläuterungen von Alfons Pennekamp zur positiven Veränderung der Pflanzen- und Tierwelt durch die Eingriffe, die letztlich "Menschenhände" absichtlich und mit Plan durchgeführt haben. Für diese Verbesserungen und Aufwertungen der Landschaft wurde letztlich auch viel Geld in die Hand genommen.

Wenn es jetzt schon so spannend aussieht, wie mag sich die Gegend dann wohl erst in fünf bis zehn Jahren darstellen, wenn auch allein durch Zeitablauf die Veränderungen kaum noch als solche zu erkennen sein werden und jeder Besucher ohne Vorkenntnisse glauben wird, dass es schon Jahrzehnte so dort aussah wie jetzt? Wenn die Tiere und Pflanzen, die sich jetzt schon neu angesiedelt haben (und neue Arten werden noch kommen), so betrachtet werden, als wären sie schon ewig da?

Das wird man dann bei einem Rundgang in einigen Jahren erkennen, und ich denke, der Kenntnisstand wird dann noch positivere Eindrücke vermitteln als die Bilder des heutigen Tages. Übrigens spielte der Wettergott mit eitel Sonnenschein mit, Regentropfen fielen erst, als auch der letzte Teilnehmer schon auf dem Heimweg war.

Ergebnis für den NABU Ostvest - die Spaziergänge werden fortgesetzt.

 

Ulrich Kamp

07.06.2019

Was machen denn eigentlich die örtlichen Spechte?

Dieser Frage sind wir kurzentschlossen mit vier NABUS unter der Führung des Oer-Erkenschwicker Spechtexperten Gerhard Clarenbach (auch seit Jahrzehnten NABU-Mitglied) nachgegangen. Und siehe da, Buntspecht (Bild), Kleinspecht, Trauerschnäpper, Kleiber und ein fütterndes Schwarzspechtelternpaar (Bild) - alles vor Ort in der Nähe von Mutter Wehner in der Haard. Das war eine gelungene Aktion, weil die Spechte komplett mitgemacht haben.

 

Ulrich Kamp

29.05.2019

Wie angekündigt - hier kommt die Einladung zur nächsten NABU-Ostvest-Wanderung:

So, der erste NABU-Ostvest-Rundgang vom 12. April 2019 durch die Oer-Erkenschwicker Haard war so erfolgreich, dass wir praktisch (aber nicht gegen unseren Willen) gezwungen sind, solche gemeinsamen Aktionen fortzusetzen. 50 Spaziergänger aus dem ganzen Vest Recklinghausen, wenn das kein gelungener Start war.

Schon bei der Verabschiedung im April wurden wir gefragt, wo es denn beim nächsten Mal hingeht und vor allen Dingen "wann", der Termin sollte im Kalender vorgemerkt werden. Das Ziel hatten wir bekannt gegeben, die renaturierten Lippeauen hinter dem Haus Vogelsang in Datteln-Ahsen würden es wohl sein. Was erwartet uns dort? Also die Lippe ist immer noch da, und Störche und Heckrinder sind auch nicht direkt eine Neuheit, aber in dem Gelände wurde umfassend mit schwerem Gerät gearbeitet. Die Lippe sollte sich wieder zurückentwickeln zu dem Fluss, der einstmals seinen Weg jährlich selbst bestimmte, also musste der Fluss im Rahmen der Möglichkeiten entfesselt werden. Es kamen neue Flussarme hinzu, die sich bei Hochwasser füllen (und damit auch dem Hochwasserschutz dienen), das starre Korsett des Flusslaufs konnte zwar nicht ganz beseitigt, aber mindestens gelockert werden. Die neuen Arme wurden von den Wasservögeln bereits angenommen.

Die Arbeiten sind noch nicht ganz abgeschlossen, geplant ist noch auf der Olfener Seite ein bzw. zwei Badestrände und ein neuer zusätzlicher Steverlauf, der dort einmünden wird und den Fischen endlich ermöglicht, in die alten Laichgewässer am Oberlauf der Stever aufzusteigen.

Es handelt sich bei dem gesamten Projekt um ein Naturschutzgebiet mit entsprechenden Regeln, die sich auch auf die Begehungsmöglichkeiten (und die Nichtbetretungsregelungen) beziehen, außerdem müssen Hunde in dem gesamten Gebiet - und folglich auch auf dem Rundgang - an der Leine geführt werden.

Auf der Olfener Seite das Steilufer und auf der Dattelner Seite, die wir besuchen, die Aue. Es sind zwar keine Berge zu besteigen, aber bequeme Schuhe, die wanderfähig sind, sollten schon vorhanden sein.

Wir treffen uns am Freitag, den 7. Juni 2019 um 15 Uhr am Haus Vogelsang. Anschrift: Datteln-Ahsen, Vogelsangweg. Anfahrt von Datteln kommend nach der ersten Kanalbrücke nach 400 m rechts in den Vogelsangweg fahren (den Schildern HVG Haus Vogelsang folgen), von Haltern-Flaesheim kommend die erste Ampel in Ahsen überqueren und nach 200 m links in den Vogelsangweg fahren. Von Oer-Erkenschwick kommend der Ahsener Str. bis zum Ortseingang Ahsen folgen. Nach der Kanalbrücke an der Ampel rechts fahren und 200 m danach links in den Vogelsangweg fahren.

Die Bilder zeigen einen der neuen Flussarme, den obligatorischen Storch (gehört dort eigentlich zum Inventar) und ein Schwalbenschwänzchen, das wir letztes Jahr dort bei einem Spaziergang gesehen und fotografiert haben. Gerade das Schwalbenschwänzchen lebt gern auf naturbelassenen unbehandelten Böden, von daher ist allein seine Anwesenheit dort ein positives Zeichen dafür, dass die Maßnahmen augenscheinlich jetzt schon gelungen sind.

Die Presse wird uns dankenswerterweise wieder voll unterstützen. Wer wohl diesmal von den Besuchern die weiteste Anfahrt hat? Beim ersten Rundgang kam die Dame aus Schermbeck.

 

Ulrich Kamp

NABU Ostvest, 11.05.2019

BERICHTIGUNG:

In der Einladung zu unserem Lippeauenrundgang am 7. Juni 2019 ist mir leider ein Fehler unterlaufen. Die Anfahrt zum Treffpunkt am Haus Vogelsang erfolgt nicht über den Vogelsangweg, sondern über den Schauwinkelweg - so ist die Bezeichnung der Zufahrtsstraße ab Ahsen. An der Route selbst ändert sich außer dem Namen der Straße ab Ahsen nichts.

Ich bitrte um Entschuldigung.

Ulrich Kamp

Haardrundgang - ein voller Erfolg

Es war ein Versuch. Können wir Naturinteressierten eine gemeinsame Unternehmung mit dem NABU Ostvest anbieten, zum Beispiel in Form von regelmäßigen begleiteten Spaziergängen in unserer näheren Umgebung, also vorzugsweise im Ostvest? Wird so etwas angenommen?

Das war die Frage, als die Idee geboren wurde. Es wurden Ziele bestimmt, die interessant und erreichbar sind und einen zumutbaren Zeitrahmen nicht überschreiten. Gestartet sind wir am 12.04.2019 um 15 Uhr mit einem Rundgang durch die Oer-Erkenschwicker Haard. Der Rundgang wurde auf dieser Homepage mit den anzulaufenden Sehenswürdigkeiten vorgestellt. Von besonderer Bedeutung war ganz sicher, dass uns die Redakteure der Stimberg-Zeitung tatkräftig unterstützt haben, und zwar dadurch, dass der Rundgang mehrere Male mit Bildern vorgestellt wurde, und zwar nicht nur im gesamten Ostvest, sondern im gesamten Geschäftsbereich des Medienhauses Bauer. So war ich ziemlich erstaunt, dass insgesamt mehr als 50 Teilnehmer/innen mit vier Hunden am Treffpunkt zur Stelle waren, sogar eine Dame aus Schermbeck und ein Naturinteressierter aus Herten hatten in der Zeitung gelesen, was wir vorhaben, sind gekommen und waren wie alle anderen Teilnehmer/innen zufrieden.

Wir wurden am Ende des Spaziergangs direkt nach dem nächsten Termin und dem nächsten Ziel gefragt. Damit ist natürlich klar, dass wir die "Exkursionen" fortsetzen. Der NABU Ostvest bedankt sich bei allen Spaziergängern/-innen und ihren braven Hunden. Ein besonderer Dank geht auf diesem Wege noch einmal an die örtliche Presse vertreten durch das Medienhaus Bauer. Alle Teilnehmer hatten von dem Rundgang in der Zeitung gelesen - kurzum - ohne Presse hätten wir am Start hinter dem Stimbergpark-Hotel allein gestanden. Dazu hat die Presse schon versprochen, auch die nächsten Ziele über eine Veröffentlichung in der Zeitung zu begleiten (Danke im Voraus).

Als Vorabinformation: Es soll Ende Mai/Anfang Juni in die renaturierten Lippeauen hinter dem Haus Vogelsang gehen. Eine traumhafte Landschaft ist dort entstanden, die auch weiterhin komplett wegen ihrer Schönheit und Einmaligkeit unter Naturschutz gestellt bleibt.

Der Spaziergang ist meiner Ansicht mindestens genauso spannend wie der Haardrundgang. Und über viele Besucher würden wir uns natürlich freuen, auch dieser Rundgang wird für die Wanderer kostenfrei sein.

 

Ulrich Kamp

NABU Ostvest      15.04.2019

NABU Ostvest geht neue Wege

Die Begeisterung und das Interesse der Bevölkerung nimmt ständig zu, Naturschutz, Artenrückgang, Waldvernichtung, vergiftete Wasserläufe, all das wird nicht einfach von der Presse oder Naturschützern hochgekocht, sondern die Menschen interessiert das wirklich.

Wer sich ein eigenes Bild machen will, sollte sich aber nicht auf Zeitung, Rundfunk und Fernsehen allein beschränken, besser ist es, wenn man sich mal einfach vor Ort ein Bild macht.

Also hat sich der NABU Ostvest für 2019 vorgenommen, regelmäßig zu Rundgängen mit überschaubarem Kilometer- und Zeitrahmen einzuladen, die von NABUs begleitet werden. Dabei geht es bevorzugt um unsere engere Heimat und es geht nicht nur um Problemfälle in der Natur, sondern vor allen Dingen auch darum, auf die Schönheiten und Besonderheiten, z. B. der örtlichen Waldstruktur, hinzuweisen und die tierischen und pflanzlichen Bewohner, die die Umwelt für uns erst so richtig "schön und interessant machen", nicht zu vergessen.

So werden wir am  Freitag, den 12. April 2019 um 15 Uhr einen Spaziergang anbieten, der bei dem Parkplatz vor den Tennisplätzen hinter dem Stimbergpark-Hotel in Oer-Erkenschwick beginnt und ca. 2 - 2,5 Stunden dauern soll. Es geht von dort in die Haard, zunächst zur ehemaligen Scheinzeche, die im Zweiten Weltkrieg in der Haard errichtet wurde, um die englischen Nachtbomber von der Oer-Erkenschwicker Zeche, die ein kriegswichtiges Ziel war, abzulenken. Dort ist heute noch der Bunker zu sehen, der seinerzeit den "Betreibern der Scheinzeche" Schutz bot, wenn tatsächlich das "potemkinsche Dorf" angegriffen wird (und "es wurde").

Von da aus geht es zum Feuerwachturm Farnberg, der bei guter Sicht einen grandiosen Rundblick bis zur Halde Herten-Hochlarmark, Gelsenkirchen-Scholven und dem Großraum Marl, den Feuerwachturm in Flaesheim, Datteln IV und in der Nähe über das Jammertal bietet.

Zum Abschluss wandern wir zu der sog. Landmarke Birkentor (eine Ortsbezeichnung, die damals die Waldbauern benutzten, um sich in der Haard zu orientieren) und von da aus zur Kapelle der Heiligen  Barbara, ein Stollen, der von den Azubis des Bergwerks Oer-Erkenschwick errichtet wurde nebst einer Statue der Schutzpatronin der Bergleute.

Dann geht es zurück zum Treffpunkt. Wenn die Veranstaltung angenommen wird, haben wir natürlich auch schon Pläne für die Zukunft (z. B. die renaturierten Lippeauen hinter dem Haus Vogelsang in Ahsen). Dabei steht natürlich auch der gewählte Zeitpunkt des Treffens ("Freitags 15 Uhr, da muss ich doch noch arbeiten") auf dem Prüfstand. Aber in der Woche zu gehen, hat  Vor-, aber auch Nachteile und das Wochenende halten sich viele Leute einfach frei.

Wie immer wenn der NABU Ostvest mit Besuchern geht, ist "der Eintritt frei". Es wird nur erwartet, dass mindestens das Schuhwerk anlassbezogen gewählt wird. Wir besteigen sicher keine  Berge und durchqueren auch weder Bäche noch Flüsse, aber ein bischen "auf und ab" geht es schon im Wald, wobei ein normaler Bürger seine persönliche Leistungsgrenze wohl nicht überschreiten wird.

Von daher ist jeder Leserund jede Leserin, ob NABU-Mitglied oder nicht, herzlich eingeladen. Voranmeldungen sind nicht erforderlich.

Ulrich Kamp

NABU Ostvest

18.03.2019

 

 

Esseler Bruch

Ein 90-minütiger Spaziergang Mitte Februar 2019 durch den Esseler Bruch einschließlich der Lindenstr. ergab endlich mal wieder eine Goldammer (ein häufiger Vogel der Agrarlandschaft und der Brachflächen, ein Jahresvogel - wissentsch. Name Emberiza citrinella). Also wenn die Literatur das so beschreibt, wieso habe ich in den letzten Jahren den Vogel dort so gut wie nicht mehr gesehen? Hoffentlich war das nicht nur ein einzelnes Exemplar, das sich nun aufmacht, seine Verwandten anderswo zu suchen.

 

Insgesamt zehn Rehe auf einem Feld zwischen einer Baumheckenreihe, also nicht irgendwo im oder am Wald, sondern fast auf freien Feld. In der Nähe ist aber hinter dem Gustolandgelände eine geschützte Landschaftszone, die der Jagdberechtigte als Wildschutzzone qualifiziert hat. Nicht weit entfernt ist ja auch noch der Becklemer Busch, wo sich Rehwild gut und sicher verbergen kann.

 

Ein Turmfalke, den ich sehr gut hätte ablichten können, wenn nicht zufällig zwei sich etwas lauter unterhaltende Radfahrer vorbeigekommen wären und den Greif antrieben, sich abzusetzen (klar, "hätte, hätte, Fahrradkette".

 

Kurze Zeit später ein Mäusebussard, der am Feldrand auf einem Ast auf Beute lauerte, aber wohl auch hinten noch Augen hatte, er strich nämlich ab, als ich mich schon über die schöne Aufnahme freute (zu früh).

 

Also Naturfotograf zu sein, ist einfach bei Pflanzen und Landschaften, denn die können nicht flüchten. Bei Tieraufnahmen ist oft das Ergebnis offen, s. die beiden Greifvogelbilder. Also es gibt ja noch ein nächstes Mal, dann läuft es vielleicht optimal.

 

Immerhin hatte eine Ringeltaube die Ruhe weg und wartete ganz geduldig, bis ich mein Foto im Kasten hatte. (Danke.)

 

Ulrich Kamp

 

 

Ein Besuch im Naturschutzgebiet „Die Burg“ (Teil 2)

Ein Anfang ist gemacht

 

Zugegeben: Die begonnenen Maßnahmen in der Burg lassen den Besucher zunächst erschrecken. Die Pflegemaßnahmen stellen schon einen gewaltigen Eingriff in das Naturschutzgebiet dar. Aber nach Auskunft der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Recklinghausen stehen noch weitere Pflegemaßnahmen ähnlichen Ausmaßes an, damit die Verkehrssicherheit in diesem Gebiet weiterhin besteht. In der Tat hatten insbesondere die Stürme der letzten Jahre deutliche Spuren hinterlassen.

 

Ohne diese Pflegemaßnahmen bliebe nur die komplette Sperrung des Gebietes für Wanderer und Erholungssuchende. Aus Naturschutzsicht wäre dies sogar sehr zu begrüßen, um den Wert des Gebietes zu erhöhen. Ein gutes Maß an sogenanntem stehendem und liegendem Altholz ist die Basis einer vielfältige Flora und Fauna. Pilze, Flechten und die heimischen Spechtarten haben dann sehr gute Entfaltungsmöglichkeiten, auch sie gehören allesamt zu den bedrohten Tier- und Pflanzenarten.

 

Was für die Natur förderlich ist, drängt die Besucher jedoch weiter zurück. Es gilt daher, einen Kompromiss zu finden zwischen ökologischer Vielfalt auf der einen und Naturerlebnissen auf der anderen Seite.

 

Wie berichtet, missachteten viele Besucher die Schutzvorschriften, die für die Burg gelten. Mit den gefällten Bäumen wurden erste Barrieren errichtet, um die „illegalen“ Wege zu versperren und die sensiblen Bereiche zu schützen. Es bleibt noch viel zu tun: Zäune sind wieder herzustellen und Wege müssen aus Sicht des Naturschutzes dort zurückverlegt werden, wo sie bereits sehr dicht am Wasserlauf und erodierten Bereichen entlangführen (s. aktuelle Bilder Ende 2018). Dem RVR als Eigentümer des Gebietes sowie der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises ist zu wünschen, eine gute Balance für den Erhalt des wichtigen Biotops zu finden. Die Untere Naturschutzbehörde beschreibt die Burg selbst wie folgt: „[…] Die Bäche des Gebietes sind aufgrund ihrer herausragenden Wasserqualität, ihrer auf weiten Strecken nahezu ungestörten Struktur und ihrer Besiedlung mit gefährdeten Arten von landesweiter Bedeutung und vernetzen den Wald Gewässerkomplex mit dem Fließgewässersystem der Lippe….“ Im Zweifel sollte die Untere Landschaftsbehörde daher stets zugunsten des Naturschutzes entscheiden.

 

Letztlich bleibt die Hoffnung, dass die Besucher die besonders schützenswerten Bereiche künftig achten, respektieren und auch wertschätzen. Dann wird es auch ein Nebeneinander zwischen den Erholungssuchenden und der Natur geben können. 

Ein Besuch im Naturschutzgebiet „Die Burg“

Fast jeden Sonntag das gleiche Bild: freilaufende Hunde tummeln sich im Silvertbach, streunen durch das Unterholz und jagen die Uferböschungen rauf und runter. Mitunter sind bei einem kurzen Spaziergang von einer Stunde bis zu 20 Vierbeiner zu zählen.

 

Natürlich stehen dort Schilder und weisen auf die Anleinpflicht hin. Natürlich wird darum gebeten, im Naturschutzgebiet Rücksicht auf die dortige Flora und Fauna zu nehmen.

 

Warum werden die Gebote und Verbote so missachtet? Am mangelnden Wissen liegt es sicherlich nicht. Wer Absperrungen umgeht, dem nimmt man dies nicht ab. Eine Hundeführerin nimmt z. B. für sich in Anspruch, im Rahmen einer Hundeschule Übungen durchzuführen. Aber muss das in diesem sensiblen Bereich sein? Gebietet es nicht gerade die Vorbildfunktion einer Hundeschule, diese wertvollen Naturbereiche zu schützen? Selbst eine Spaziergängerin – mit einem Hund, der angeleint ist – schüttelt über das muntere Treiben verständnislos den Kopf.

 

Natürlich verlockt ein romantisches Plätzchen zum Verweilen am Bachufer. Und wenn andere dort sitzen, warum sollte ich dann darauf verzichten?

 

Die in machen Bereichen fehlenden oder zerstörten Absperrungen begünstigen das Betreten des Naturschutzgebietes. Schnell bildet sich ein Trampelpfad, der zu einem Weg wird und dann von vielen Spaziergängern genutzt wird. Auch Böschungsbereiche sind zum Teil völlig unzureichend geschützt. Sie sind deshalb einer verstärkten Erosion ausgesetzt und gehen unwiederbringlich verloren, insbesondere als Brutstätte für den streng geschützten Eisvogel.

 

Offensichtlich steht der Naturschutz den eigenen Wünschen und Bedürfnissen hinten an. Wenn jedoch die Einsicht fehlt, selbst einen Beitrag zum Schutze beizutragen, ist das Umweltamt gefragt, einzuschreiten.

 

Was ist zu tun?

  • Bevor weitere Bereiche in Mitleidenschaft gezogen werden, sind die Absperrungen unverzüglich zu erneuern.
  • Neben den bekannten Hinweistafeln sollten Infoblätter (in geeigneten Boxen) ausgelegt werden, in denen eindringlich auf die schützenswerte Flora und Fauna hingewiesen wird.
  • Geschultes Personal sollte die Spaziergänger bei Fehlverhalten maßregeln.
  • Letztlich muss die öffentliche Hand auch bereit sein, Fehlverhalten zu sanktionieren und Ordnungswidrigkeiten zu ahnden.

Der Bruder meldet sich zur Stelle

Als ich Gordon Recktenwald wegen Bildern zur neuen Homepage anschrieb, meldete er sich prompt und verwies auch auf seinen Bruder. Nun, Brüder haben viele, aber dieser Patrick Recktenwald aus Marl hat sofort so gute Bilder aufgelegt, dass ich direkt dankend das Angebot zur Mitarbeit angenommen habe. Sehen Sie selbst, ich habe für die Startseite einen Kernbeißer aus dem Winterhalbjahr ausgewählt, die Sommerversion befindet sich bei dieser Einführung. Dazu gibt es diesmal ein Dompfaffmännchen (oder -hähnchen) mit rosa Brust und einen Wald- oder Gartenbaumläufer, der es auch zum Futterhäuschen bei den Recktenwalds geschafft hat.

Und man freut sich jetzt schon auf die folgenden Bilder.

 

Patrick und Gordon Recktenwald, gibt es noch einen Bruder oder eine Schwester, die so fotografiert wie Sie? (Mitbringen!!!!).

 

Ulrich Kamp

22.02.2017

Seeadler auf der Insel Poel in der Ostsee

Diese Urlaubsfotos vom letzten Jahr stellte uns jetzt Gordon Recktenwald zur Verfügung. Nicht nur die Binnenseen in "Meck-Pomm" sind eine Reise wert, wenn man gern Tiere beobachtet, hat auch die Küste einiges zu bieten.

 

Gordon Recktenwald war wieder auf der Pirsch

Gordon Recktenwald "besuchte" diesmal der Einfachheit halber mit seiner Kamera seinen Garten an der Sperberstr. in Recklinghausen-Suderwich. Und siehe da - die Waldmaus ziert unsere Startseite. Die Heckenbraunelle und den Zaunkönig lichtete der Naturliebhaber ebenfalls in seinem Garten ab. Nur die Rostgänse, da ging es diesmal wieder zum Emscherrückhaltebecken in Castrop-Rauxel Ickern.

NABU-Vorstandsmitglied Marita Eckart war auch wieder auf der Fotopirsch

Der zwar gut zu erkennende, aber nicht so richtig zahlreiche Silberreiher lief Marita in der Nähe von Ahsen vor die Kamera.

 

Der Mäusebussard lauerte an der alten Fahrt in der Nähe der Lippeunterquerung. Die Kormorane tummelten sich ebenfalls in der Nähe der alten Brücke über die Lippe.

Spaziergang am Wesel-Datteln-Kanal

Kanäle sind künstliche Gewässer, aber offensichtlich von so hoher Wasserqualität, dass sie für viele Tiere interessant sind. Diesmal habe ich mich mehrere Male hintereinander für den Wesel-Datteln-Kanal entschieden. Start am Campingplatz an der Ahsener Allee in Ahsen, Ende und Wendepunkt am sog. (Volksmund) Baggerloch mit Marina. Zeitdauer 90 Minuten hin und zurück - Parkmöglichkeiten ausreichend vorhanden.

Ich habe mich absichtlich für die Südseite entschieden, denn dort sind wenig Spaziergänger, kaum Radfahrer, die fahren die andere Seite in Richtung Flaesheim oder von Flaesheim Richtung Ahsen. Außerdem hat das Wasser- und Schifffahrtsamt auf "meiner" Seite, Büsche und Bäumchen stehen lassen, deren Zweige über die Wasseroberfläche ragen - ideale Bedingungen für den Eisvogel, der dort an zwei dicht aufeinanderfolgenden Spaziergängen vor mir von Ansitz zu Ansitz hergeflogen ist, ohne zur anderen Kanalseite zu wechseln.

Dazu gesellen sich Stock- und Reiherenten, Graureiher, Kormorane, Hauben- und Zwergtaucher und dicht über den Kanal fliegen in wechselnde Richtungen (Halterner und Hullerner Stausee Richtung Nachtquartier in den Lippeauen hinter dem Haus Vogelsang in Ahsen) Grau- und Kanadagänse sowie auch paarweise oder in kleineren Gruppen Nilgänse. Greifvögel kommen aus der angrenzenden Haard und fliegen in Richtung Lippeauen, Buchfinken und Kohlmeisen sind ebenfalls vertreten - und wir haben noch Winter (die Bilder stammen aus drei Spaziergängen im Januar und Februar 2017).

Ulrich Kamp

Gordon Recktenwald on Tour

Gordon Recktenwald ist aber durchaus bei der Wahl seiner Fotoexkutrsionen flexibel. Der Turmfalke (sitzend) wurde am Haus Vogelsang in Datteln-Ahsen abgelichtet. Der fliegende Baumfalke war so frei, sich in Recklinghausen-Suderwich über der Sperberstraße ablichten zu lassen.

 

 

Regenrückhaltebecken Ickern

Am Regenrückhaltebecken in Ickern fotografierte Gordon Recktenwald auch den rüttelnden Eisvogel und denselbigen im Tiefstflug über die Wasserfläche. Wer vor einigen Jahren den Eisvogel mit der Emscher in Verbindung gebracht hätte, wäre für verrückt erklärt worden.

 

 

Mollbeckteiche

Gordon Recktenwald traf den Eisvogel an den Mollbeckteichen in Recklinghausen.

Spechtexperte Gerhard Clarenbach führt den Ostvest-NABU am 09.04.2016 auf die Spur der örtlichen Spechte

Als ich Gerhard Clarenbach im März 2016 auf dem Parkplatz hinter dem Hotel Stimbergpark in OE traf, erfuhr ich innerhalb von Minuten mehr über meine Fragen zur Haard, als ich in mehreren Stunden über Bücher und Internet recherchieren gekonnt hätte. Er ist aber nicht nur Heimatforscher, er "kann es auch mit Spechten". Also habe ich mit ihm eine Führung für die Ostvest-NABUs vereinbart. Der erste Termin fiel wegen Schlechtwetters aus, am 09.04.2016 war es so weit.

 

Wir trafen uns morgens am Hotel Jammertal und gingen über die ehemalige Raketenabschussstation und das benachbarte Buchenwäldchen bis zum Haus Mahlenburg. Wir sahen unzählige angefangene, vollendete, von Spechten bewohnte und von anderen Vogelarten bewohnte Höhlen, nur Bunt- und den Schwarzspecht sahen wir nicht. Dafür sahen wir Dohlen, Kleiber und Hohltauben, die sich ungeniert den Wohnungsbau der Spechte angeeignet hatten. Und wir sahen für das Ostvest eine Rarität - balzende rote Milane auf der großen landwirtschaftlichen Fläche zwischen dem Buchenwäldchen, der Raketenbasis (heute Aufenthaltsort von Wildrindern) und dem Haus Mahlenburg im Jammertal. Gut, die Entfernung zu den Objekten war relativ groß und die Sonne stand zwar voll am Himmel, war aber für Bilder nicht hilfreich. Ich habe es gleichwohl versucht, auch wenn die Bilder mit Rüdiger Dietrichs rotem Milan auf der Startseite und a. a. O. auf der Homepage nicht konkurrieren können. Aber die mittelprächtigen Bilder beweisen, es war ein Pärchen da. Und wer in die Natur geht, um Tier A zu sehen und bekommt es nicht vor das Auge, bedient sich ohne Frust dann bei dem, was vorhanden ist - und freut sich über Tier B, C und D. Man muss flexibel sein und im Mai geht es wieder los mit dem Spechtpapst (Manchmal glaube ich, er duzt sich mit seinen Spechten, so gut kennt er die Tiere).

 

Die Bilder zeigen Buntspecht und Schwarzspecht, wie ich sie im Vorjahr genau in dieser Gegend dort fotografiert habe. Desweiteren Dohlen, die bei "Spechtens" eingezogen sind.

 

Desweiteren, wie Gerhard Clarenbach geduldig den Ostvestlern die Spechtwelt erklärt. Ein Bild zeigt den Spezialisten zusammen mit NABU-Urgestein Hans Overkämping auf einem benachbarten Bauernhof, der ein Stück Baum mit Spechthöhle als Anschauungsmaterial aufbewahrt. Dazu kommen diverse Spechthöhlen in Bäumen, die aber nicht auf Bewohnung kontrolliert werden konnten (Kunststück bei einer Höhle in acht bis zehn Metern Höhe).

 

Und drei Bilder vom roten Milan, deutlich beim Flugbild an dem gegabelten Schwanz erkennbar. Er ist einer der farblich schönsten Greifvögel, die wir bei uns haben (s. Startseite!). Wenn mir die Milane versprechen, immer da zu sein, wenn ich vergeblich auf Spechte gehe, wäre ich hochzufrieden.

 

Ulrich Kamp

16.04.2016

Gerhard Clarenbach erklärt der Gruppe und Bärbel Löhr und Hans Overkaemping (exklusiv) die Spechtwelt.

Typische Schwarzspechthöhle, Dohlen und Kleiber als Nachmieter

Und als willkommenes Nebenangebot - balzende rote Milane (besser ein schlechtes als gar kein Bild. Gute Bilder liefern Kerstin Mörschner und Rüdiger Dietrichs gern nach).

 

 

Neues aus den Heubachwiesen und vom Torfvennteich (hinter Lavesum)

Kerstin Mörschner und Rüdiger Dietrichs besuchen regemäßig zu jeder Jahreszeit das NSG Heubachwiesen und obligatorisch auch den Torfvennteich (Stichworte: Seeadler und Fischadler). Die neuesten Bilder zeigen Stare, einen Kiebitz und einen Kranich (Kraniche sind gerade im Heubach als "Pausierer" auf dem Zug nicht ungewöhnlich, oft sind auch mehrere Vögel da).

 

Bilder: Kerstin Mörschner

 

 

Vom Stimbergpark zum Feuerwachturm auf Oer-Erkenschwicker Gebiet und zurück

Los gehts. Parkplatz hinter dem Hotel Stimberg-Park, da wo die Tennisanlage ist, und ab durch die Schranke hinter dem Hotel die asphaltierte Straße bis zum ersten größeren Abzweig rechts durch die Schranke - ca. 400 m. Unser Weg ist der A 2/5. Unterwegs passieren wir sogar einen Wegweiser - handgefertigt - steht sogar Feuerwachturm drauf, da kann ja selbst für Ortsunkundige nichts schiefgehen.

 

Denkste! Wohl dem, der Ortskenntnisse hat, denn der biegt an dem Abzweig ohne Schild und ohne Hinweis in dem Bewusstsein ab, dass den Wächtern auf dem Feuerwachturm vermutlich ein fester Telefonanschluss zusteht und nicht nur ein Handy. Wer das erwägt, hat Vorteile, er folgt der abknickenden Telefonleitung und kommt tatsächlich am Feuerwachturm an.

Der Aufstieg ist etwas beschwerlich, aber dafür hat man eine überwältige Rundumsicht, auch wenn die oberste Plattform verschlossen bleibt. Nach Osten erkennt man das Dattelner Kraftwerk, um das immer noch zäh und ausdauernd gerungen wird, daneben stehen die Schornsteine des alten Kraftwerks auf der anderen Kanalseite. Davor zwei Windkrafträder zwischen Holtgarde O-E und Oelmühlenweg, Datteln.

Schräg gegenüber sieht man den Funkturm der ehemaligen Radarstation auf dem benachbarten Stimberg - heute ein Naturschutzgebiet (Stimberghöhen). Westlich geht der Blick über das große Windkraftrad bei St. Johannes bis zum Kraftwerk Scholven (viele Windkrafträder überall im Umkreis, und die Zahl wird vermutlich zunehmen).

Im Norden sieht man den zweiten Feuerwachturm in der Haard, er steht bei Flaesheim. Auf einige Entfernung rechts - aber auch nördlich sieht man die Gebäude des Silence-Hotels Jammertal. Der "Wehrturm", so sieht er jedenfalls aus, hilft wunderbar bei der Identifizierung.

So, es geht heimwärts, aber erst erkunden wir noch ein bisschen die Gegend im Umfeld des Wachturms, bei so viel Wegweisern kann sich doch wohl niemand verlaufen. Also den Weg zurück und 100 m hinter dem Turm links in einen Waldweg. Der führt mit schöner Aussicht parallel zum Hauptweg bis zu einem leicht abschüssigen Reitweg, dem folgen wir, kommen auf einen Hauptweg, gehen rechts und treffen auf eine Kreuzung mit mehreren Hinweisschildern in alle Himmelsrichtungen. Katenkreuz und Holtgarde wollen wir heute nicht besuchen, aber Haardgrenzweg, die Richtung könnte in etwa stimmen - nur der Haardgrenzweg beginnt am Stimbergpark und endet ca. sechs Kilometer weiter an der Halterner Str. in Marl-Sinsen. Dazwischen liegen die Haardstr., die zu Mutter Wehner führt, und die Gaststätte St. Johannes - alles mal so ein paar Kilometerchen auseinander. Also dieser Hinweis ist nicht so richtig hilfreich für Ortsunkundige - das geht besser und genauer.

Richtig, keine 1000 m weiter auf diesem Weg gen Haardgrenzweg schreibt von diesem keiner mehr, er ist "aus dem Gedächtnis" gelöscht. Jetzt geht es rechts Richtung Gaststätte Mutter Wehner und geradeaus zum Maritimo und zum Stimbergpark - und da wollen wir hin. Alles gut - nur diese genaue Bezeichnung hätte schon auf das Schild an der großen Kreuzung gehört. Ich möchte mal die Gesichter der Wanderer sehen, die den Haardgrenzweg beim Maritimo erreichen und deren Auto am Parkplatz St. Johannes steht. Na?

Was haben wir unterwegs an Tieren gesehen? Also die Haard ist Buntsprechtland - drei Fotos anbei. Dazu noch der Waldbaumläufer (s. Startseite und unter sonstige Vögel). Alle anderen Vögel (Kleiber, Eichelhäher, Kohlmeise) flogen hin und her, wollten aber nicht "posen". Vielleicht ein anderes Mal.

Zeitdauer des Spaziergangs ca. 2 Stunden.

Ulrich Kamp

06.02.2016

 

Nachlese Heubachwiesen

Hier wartet jemand auf seine Prinzessin!
Goldammer
Großer Brachvogel
Großer Brachvogel im Flug
Helles Nutria-Jungtier
Kiebitz
Nutria-Pärchen
Schwarzkehlchen
Reh
Storch

Nachdem es am Sonntag den 29.03. zwar interessant, aber recht ungemülich war, haben wir uns noch einmal bei besserem Wetter auf den Weg gemacht. Und es hat sich gelohnt. Neben dem großen Brachvogel und den Kiebitzen zeigten sich uns Schwarzkehlchen, Rohrammer und andere Singvögel. Rehe und Bussarde waren ebenfalls in großer Zahl vertreten. Am Teich des Herzogs von Croy gab es dann noch Frösche und einige Wasservögel zu beobachten.


Besonders interessant war die Beobachtung von ca. 10 Nutrias in hellen und dunklen Farben in der Nähe der Arena der Wildpferdebahn. Alt- und Jungtiere weideten genüsslich auf der Wiese und tummelten sich im Bach. Auf der Fahrt durch die Wiesen konnten wir auf einem Acker noch einen Storch beobachten, welcher sich auf einem frisch gepfügten Stück niedergelassen hatte.

Rüdiger Dietrichs

 

 

Exkursion Heubachwiesen 29.03.2015

Durchwachsenes Wetter und gute Laune, was braucht man mehr für einen Sonntagsausflug? Regen und Wind getrotzt und in die Natur geschlagen hatten sich am 29.03.2015 Kerstin Mörschner, Ulrich Kamp, Klaus Becker und Rüdiger Dietrichs.

 

Angekommen an der ersten Beobachtungsstation, gab es den erhofften Brachvogel zwar anfangs nicht zu sehen, aber sein trällernder Ruf, der aus den Wiesen hallte, war zu vernehmen. Folglich sperrten wir Augen und Ohren auf und konnten einige große Brachvögel in der Ferne beobachten. Auch ein Belegfoto konnte geschossen werden. Neben den großen Brachvögeln konnten wir auch immer wieder Kiebitze beobachten, die über die Wiesen flogen. Auch an Rehen fehlte es an diesem verregneten Morgen nicht. Das frühe sonntägliche Aufstehen hatte sich also gelohnt.

 

Bei unserem nächsten Halt hatte der Regen ein Einsehen und wir durften zu Fuß weitergehend die Natur beobachten. Baumläufer, Rotschwanz, Kleiber und andere Singvögel waren vor Ort, hatten aber bei diesem Wetter wenig Lust, sich mehr als im Vorbeiflug zu zeigen.

 

Auf einer Wasserfläche in den Wiesen konnten wir Blässralle und Stockente sehen. Untermalt immer mit den Rufen des großen Brachvogels. Auch ein Wanderfalke war dort, leider zeigte sich dieser erst bei der Auswertung der Fotos am heimischen PC. Hatte er sich doch in das Bild der Rehe geschmuggelt, ohne uns Bescheid zu geben :-))

 

Bussarde, Graureiher und Silberreiher hockten in den Wiesen und waren genauso wenig von der Wetterlage angetan wie wir 4. Unsere letzte Station sollte der See des Herzogs von Croy sein. "Wir können ja mal gucken", sagte Ulrich Kamp. Ja, mal gucken, aber was uns dann erwartete war mehr als lohnend: Ein Fischadler auf Beutesuche rüttelte über dem See und flog mehrere Minuten vor unseren Augen durch den strömenden Regen. Das war natürlich das Highlight unserer Tour. Verschiedene Entenarten, Kormorane und Schwäne gab es ebenfalls aus der Beobachtungshütte heraus zu sehen. Es gibt eben kein schlechtes Wetter für die Beobachtungen in der Natur. Mit der richtigen Kleidung und einer Portion Optimismus hatten wir einen gelungenen beobachtungsreichen Sonntagvormittag, bei dem auch der fachliche Austausch nicht zu kurz kam.

 

Die andere Seite der Lippe

Die Stadt Olfen hat den Berichterstatter neugierig gemacht. Was ist zu sehen von dem neuen Aussichtspunkt in den Lippeauen exakt gegenüber der Einmündung des Sutumer Grabens in die Lippe? Also Bombenwetter am Sonntag, den 23.11.2014 - und auf von Datteln aus der B 235 folgen über die Lippebrücke in Richtung Olfen/Lüdinghausen bis zum Abzweig links Krähenbusch.

 

DER NEUE AUSSICHTSPLATZ (I)

Und schon hatte ich den Einstiegsweg zum Aussichtspunkt geortet (parken, geht so, am Rand). Da ist schon der neue Ansitz, Modell Steverauen Olfen (er soll erst noch zuwachsen wegen des Sichtschutzes, also Tarnung). Direkt neben dem Ansitz eine Kürbiswildfütterung (wer so viel füttert, muss Wild in Massen haben). Gegenüber des Aussichtsplatzes tatsächlich die Einmündung des Sutumer Grabens, zwar tüchtig eingezäunt, aber immerhin, unreguliert und soweit möglich, naturbelassen.

 

 

So, der Weg bis zum Aussichtspunkt kann nun wirklich niemanden, der laufen kann, erschöpfen, also weiter ... Wir nehmen den Rundgang.

 

DIE WILDE LIPPE (Teil II)

Der Fluss führt gerade im Zeitraum Oktober - März Hochwasser und nimmt mit, was immer das Hochwasser mitreißen kann. Wer die Macht des Wassers nicht kennt, sollte mal die Lippe bei Hochwasser besuchen, das macht sofort einen ganz anderen Eindruck, man erkennt den Fluss nicht mehr wieder, und wir können jetzt besichtigen, was alles so mitgenommen und mitgeführt wurde, bis es irgendwo hängenbleibt.

 

Wer die Bilder jetzt so sieht und den träge dahingleitenden Fluß registriert, meint, ein Riese habe die Bäume geknickt und in die Lippe gewofen - VON WEGEN - Wasser hat ungeheure Kraft. Tipp - besuchen Sie die Lippe mal, wenn es ein paar Tage geregnet hat und halten Sie gebührenden Abstand.

 

 

Aber die Lippe ist auch etwas für Romantiker, daher zeigen wir Ihnen (alles Bilder von diesem einen Besuch) DIE ROMANTISCHE oder IDYLLISCHE LIPPE

 

Ein blühender Busch im November am Lippeufer, zwei knorrige Baumveteranen, die gern von Greifvögeln als Ansitz oder Ruheplatz genutzt werden und mein persönlicher Lieblingsbaum am Ende der Sackgasse, die praktisch vom Haus Vogelsang am Storchenansitz vorbei zur Lippe führt. Der Baum liegt praktisch seit 10 Jahren im Wasser und ist schon so gut wie weg Richtung Rhein. Und Kyrill und Ela gaben ihm den Rest, zersplittert, zerbrochen, schief und krumm - steht er immer noch. Hier sitzt regelmäßig der Eisvogel und klopft seinen Fisch (selbst gesehen ebenso wie die Bisams und Nutrias, die hier ihr Wesen oder Unwesen treiben, hier zerlegt der Habicht die erbeuteten Tauben und lässt die Flaumfedern zurück, hier fliegen Libellen, jagen Kormorane und Graureiher, hier ziehen Schwäne ihre Nachwuchs groß). Und der Baum steht immer noch. Ach ja, der Buntspecht lässt sich hier auch regelmäßig hören und blicken. Bisher stand oder saß ich auf der anderen Seite unter dem Baum, wenn ich ihn so von der Olfener Seite aus sehe, meine ich, wenn ich pusten würde, wäre er weg, so angeschlagen sieht er aus. Aber zäh ist er, keine Frage.

 

 

Die tierischen Akteure an diesem wunderschönen Tag. Nilgänse in Feld und Flur und auch als Flieger - unverkennbar das Zischen sowohl am Boden als auch im Flug. Sehen ein bisschen aus wie Irokesen auf dem Kriegspfad so mit den rotumrundeten Augen. Kormorane allein und auch in der Gruppe, im Flug und auch auf den neuen Ruhebäumen links und recht am Lippeufer ca. 500 m flussaufwärts vom Ansitz aus.

 

Na, die Stockenten im Wasser, zu Lande und in der Luft, dürfen natürlich nicht fehlen. (Das war es dann aber auch, noch ein paar Kohlmeisen, kein Eisvogel, kein Greifvogel, keine Kanada- oder Graugänse, keine Grau- oder Silberreiher ... macht aber nichts, nächstes Mal wird alles wieder ähnlich aber doch ganz anders sein.) Die Gänse sind dann abends ein- oder übergeflogen in Richtung Stausee Haltern.

 

 

Die menschlichen Nutzer und Besucher dieser Idylle

 

Also es war nicht viel los, aber ganz einsam war ich nicht, dafür sorgten Reiter, Wanderer und Kajakfahrer, insgesamt 17 Boote so gegen 15 Uhr in zwei Gruppen im Abstand von 10 Minuten - ganz gesittet und ohne Krawall, allerdings schallt schon eine Unterhaltung von Boot zu Boot im Normalton 200 m weit. (Die Lippenutzung durch Kajakfahrer ist im Naturschutz umstritten, denn störungsfrei kann eine derartige Durchfahrt für die Tierwelt einfach nicht sein, Frage wie immer, wieviel Freizeit und Tourismus hält die Natur aus und muss sie einfach ertragen, was ist zumutbar und was nicht oder nicht mehr?)

 

Alles zusammen in der Summe ein schöner Ausflug mit abwechslungsreichen Bildern. Allerdings ist die Lippe nicht an allen Stellen ungehindert am Ufer begehbar. Gelegentlich reichen eingezäunte Weiden direkt bis an das Wasser und können nicht umgangen werden, also zurück marsch, marsch und Umweg laufen. Nur -  auf der anderen - Dattelner - Seite  ist das Besuchen des Ufers noch viel mehr erschwert oder gar nicht möglich, von daher hatte dieser Rundgang unbestreitbar Vorteile.

 

Ulrich Kamp

 

 

 

 

Die nächsten Termine:

 

1. Oktober, 19:30 Uhr, Sitzung

5. November, 19:30 Uhr, Sitzung

3. Dezember, 19:30 Uhr, Sitzung

 

 

Änderungen des Tagungsortes unter aktuellen Gesichtspunkten möglich. Bitte beachten Sie den Hinweis in der Presse!

 

 

 

Weitere Infos finden Sie unter Termine ...

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