Naturschutz

Ist Ihnen die immense Bedeutung der Regenwürmer für unser Öko-System bekannt?

Nein? Dann lesen Sie bitte ...

Vogel des Jahres 2017 ist der Waldkauz

Das ist eine kleine Überraschung, denn der Waldkauz (Strix aluco) ist weder im Ostvest noch sonstwo in Deutschland im Bestand gefährdet. Ganz im Gegenteil wurde empfohlen, ihn NICHT mit Nisthilfen zu unterstützen, er käme auch so gut klar.

Diejenigen, die den Vogel gewählt haben, haben den Waldkauz stellvetretend für seinen Lebensraum gewählt, und der ist durch Landschaftsverbrauch an vielen Orten gefährdet. Der Waldkauz ist aber nicht nur ein Waldbewohner, er bewohnt auch kleinere Parks und Gärten. Er brütet in Baumhöhlen, aber auch in alten Elstern- und Krähennestern, auch passende Nischen in Gebäuden werden angenommen. Er ist u.  a. ein eifriger Mäuse- und Rattenjäger, reagiert aber leider auch auf kleinere Eulen- und Käuzchenarten wie den bei uns gefährdeten Steinkauz - selbst erlebt, ruft der NABU mit Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde zum Zwecke der Zählung den Steinkauz und notiert die Antworten, so kommen nicht nur die Steinkäuze näher, um den vermeintlichen Rivalen in Augenschein zu nehmen, auch der Waldkauz kommt, und zwar leider mit der Absicht, die kleine Eule (den kleinen Kauz) zu schlagen - deswegen auch der Verzicht darauf, den Bestand des Waldkauzes noch durch Nisthilfen, die er auch gern annimmt, zusätzlich zu verdichten.

Im Winter besucht er auch gern die Städte, NABU-Sprecher Klaus Becker hatte ihn mitten in Datteln auf seiner Fensterbank zu Gast und wurde um den Schlaf gebracht. Ruf laut und durchdringend - HUHU, Kuwitt - Kuwitt. Er ist der Vogel, der in den Edgar Wallace-Filmen ruft, nicht der in den Filmen gezeigte viel kleinere Steinkauz. Farbe Grau- oder braun, große runde schwarze Augen, runder Kopf, keine Federohren, kräftiger gedrungener Körper, fliegt wie alle Eulen und Käuze geräuschlos. Körpergröße ca. 40 cm, Flügelspannweite 95 - 105 cm (also ein ganz schöner Brocken, wenn er lautlos anfliegt und plötzlich so vor dem Besucher auf dem Baum sitzt, das hat schon etwas ...).  Und Vorsicht: Fühlt er sich oder seinen Nachwuchs bedroht, attackiert er ...  gern von hinten und hackt von oben ins Gesicht, da soll es schon üble Verletzungen gegeben haben. Also wehrlos ist er ganz sicher nicht.

Jetzt beginnt die Zeit der Rufe in der Dunkelheit - schön gruselig-unheimlich. Wenn man dann den schwarzen Schatten über sich in einem Baum oder einem Telefonmast sitzen sieht - so im Mondlicht - das ist schon stimmungsvoll und macht Eindruck. Da die Käuze durchaus auch in Rufweite ihr Revier haben, kann es gut sein, dass sich zwei oder mehr Käuze auch in einer kalten Winternacht durch gegenseitige Rufe die Zeit vertreiben (wohl eher zur Balz oder ihr Revier abzustecken).

Ulrich Kamp

22.10.2016

Bild Rüdiger Dietrichs: Ein Waldkauzpärchen wohnt seit Jahren im Turm des Hauses Vogelsang in Datteln-Ahsen und lässt sich manchmal auch bei Tageslicht sehen.

Und noch zwei herrliche Waldkauzbilder von Marita Eckart. Sie hat die wunderschönen Vögel in einer Greifvogel- und Eulenstation am Niederrhein fotografiert.

Klimaschutzveranstaltung der Stadt Datteln

Für den NABU Ostvest waren Klaus Becker und Alfons Pennekamp - beide aus Datteln - vor Ort. Alfons Pennekamp berichtet wie folgt:

 

Alfons Pennekamp als Vertreter aller anerkannten Naturschutzverbände (NABU, BUND, LNU) im Ostvest machte auf dem Termin eindeutig klar, dass eine derzeitige Beteiligung an einem Klimaschutzkonzept für Datteln abgelehnt wird, da das Kraftwerk Datteln IV weiterhin im Bau ist. Aus unserer Sicht ist es ein Unding, sich in Klimaschutzprojekte der Stadt Datteln einzubringen, wenn die Stadtverwaltung und die örtl. Politiker in Datteln den mit jährlich über 8 Mio. Tonnen CO2-Ausstoß größten Umweltverschmutzer Europas unterstützen und den Bau vorantreiben. Jegliche Klimaschutzziele werden damit unterwandert, nicht nur in Datteln, sondern deutschlandweit.
 

 

 

Kolkraben im Ostvest

Alfons Pennekamp befasst sich eingehend in der Fachliteratur mit einer Kolkrabenbrut am Dattelner Haardrand. Lesen Sie selbst (auch die NABUs Gerhard Clarenbach - der Spechtexperte - und Klaus Becker haben "Ihren Beitrag" geleistet.

 

Ulrich Kamp

 

30.04.2016

Pflege- und Auffangstationen

Mit dem WDR-Programm auf der Olfener Lippeseite

Im März 2016 erhielt ich einen Anruf. Herr Peter Lautsch stellte sich als WDR-Mitarbeiter vor, ob ich Sprecher des NABU-Ostvest wäre. Er hätte uns über die aktuelle Presse und unsere Homepage "auf dem Schirm" und suchte Leute, die sich im Naturschutzgebiet Lippeauen Datteln/Olfen auskennen, wobei ihm klar war, welche Meinung wir zu bestimmten Aktivitäten bei der Umweltgestaltung haben. Angedacht war ein Fernsehbeitrag mit Vertretern der Stadt Olfen, die für die touristische Entwicklung unter sogenannten sanften Naturschutz einstehen und wir sozusagen als die Bremsklötze des touristischen Fortschritts auftreten sollen. Ob ich mir vorstellen könnte, dass ich bei einem Fernsehbeitrag unsere Meinung zur Landschaftsentwicklung darlegen und begründen könnte (Ich konnte beides, vorstellen und erklären). Da ich aber aufgrund meiner Erfahrungen damit rechnete, dass die Pro-Touristik-Fraktion mit mehreren Leuten erscheint, habe ich Alfons Pennekamp gebeten, mit dabei zu sein, weil er das Projekt ebenfalls sehr gut kennt und auch über den Kreis Recklinghausen in die Entwicklung eingebunden war und ist.

So haben wir uns dann verabredet: Treffen morgens Parkplatz links nach der Lippebrücke in Ahsen. Vorab hatte mir Herr Lautsch gesagt, was er von uns erwartete (aha, Anforderungsprofil). Und zwar Aussichtsplattform Krähenbusch, geplanter Brückenstandort (DIE BRÜCKE; JA DIE BRÜCKE, s. auf dieser HP die CDU Datteln und der NABU Ostvest) Kläranlage Olfen, Halbinsel unterhalb der Wochenendsiedlung am Steilufer der Lippe mit Mega-Aussichts-Ansitz, die baulichen Maßnahmen mit schwerem Gerät an der Lippe und der Standort gegenüber dem alten Schleusenhaus unterhalb der Wochenendsiedlung, dort wo Flussstrand und neue Stevereinmündung geplant ist).

Hei, jetzt hatte ich gut zu tun. Also den Hund geschnappt und ab, B 235 von Datteln aus über die Lippe - erste Straße links Krähenbusch - und schon begann die Reklame mit gelben Kleinstpyramiden, hurra, die neue Lippe ist jedenfalls in Olfen schon fast da.

Also habe ich mir den Zugang am Krähenbusch zum älteren Ansitz angeschaut, Weg gut erschlossen, freier Zugang zur Lippe - Pferde waren auch da, sie haben auf dem Weg ihre Botschaften hinterlassen.

Danach Mäusebussard und Fasan fotografiert (auf dieser HP a. a. O.). Nun der Mega-Besucher-Ansitz auf einer Halbinsel in der Lippe mit Hundebesitzern, die ihre Wauwaus frei laufen ließen. Gänsesäger waren da und gegenüber folgten zwei Störche und ca. 200 Möwen dem Landwirt, der mit seinem Trecker Furchen zog.

Und weiter zu den Stromschnellen unterhalb des alten Fährhauses und dann habe ich mir sprichwörtlich "den Wolf gesucht" an den Aktivitäten zum Ausbau der Lippe. Denn die Lippe ist auch auf der Olfener Seite nicht überall zugänglich, also ging es durch Mischungen aus Tundra, Taiga und Dschungel zur Lippe, bis ich wenigstens halbwegs Blick und Fotomöglichkeiten hatte. Heureka, ich habs.

Nächster Tag - WDR. Erstmal hat der Filmemacher um 09:30 gesagt, er habe um 12 Uhr einen Termin auf der Lippebaustelle auf Dattelner Seite, bis dahin wollte er fertig mit uns sein. Konsequenz - die Hälfte seiner Wunschliste wurde gestrichen. Und los ging es zum Brückenstandort, zum Megaaussichtspunkt mit "dem Ansitz, der aussieht, wie eine Raketenabschussrampe und auch die Größe dafür hat". Passt in das Naturschutzgebiet wie die Faust aufs Auge, aber macht auch aus 800 m immer noch "schwer was her".

Danach ging es zum Flussstrand gegenüber dem alten Fährhaus - Stromschnellen gucken - aber: Was gestern noch einfach war, ist heute sehr schwierig, denn Waldarbeiter haben den Weg gesperrt, Baumfällarbeiten, und zwar richtige BÄUME und keine Sträucher. Also, mit etwas Mut und Augen auf seitlich durch die Büsche, klappte auch.

Wir haben den Filmern unsere Meinung gesagt (die Lippe Entfesselung dient der Natur, also den Tieren und den Pflanzen und nicht vordringlich den Menschen, die allein durch ihre Präsenz bei den Bauwerken und dem Druck, der auf das Flussgebiet ausgeübt wird, doch sehr stören - sanfter Tourismus ist irgendwie anders, so wie es jetzt läuft, erinnert es mich an eine Mischung aus Verona zu Ostern und Machu Picchu in Peru). O. K., leicht übertrieben, aber mit einem Wohnpark mit fast 800 Einheiten im Hinterland und weiteren Radfahrern und Spaziergängern in der Hinterhand bei derartig erschlossenen Wegen, da bin ich froh, dass Datteln "arm" und nur Olfen "reich" ist. So kann die Tierwelt immer noch zur anderen Seite flüchten, wenn man sie dort wenigstens in Ruhe lässt (ach ja, die Kanuten wollen ja auch noch eingreifen ...).

Kurzum - bei der Erschließung der Olfener Seite ist mehr getan worden, und zwar weit mehr, als das Gebiet, geplant als Refugium für Wasservögel, Insekten und Amphibien, hergibt.

Von daher werden wir, und das steht fest, einen Brückenbau in diesem Gelände mit allen Mitteln bekämpfen, dies nochmals als ganz klare Botschaft des NABU. Wer den Naturschutz so versteht, wie er auf der Olfener Seite schon betrieben wurde, sollte besser einen Zoo planen und die Menschen hindurchtreiben, die Tiere geschützt durch Käfige, Mauern, Glasscheiben und Gräben. Also Naturschutz und Natur, das ist irgendwie anders, aber ganz anders, und so soll es dann auch sein und bleiben, damit die Landschaft sich entwickeln kann, und zwar  WEITESTGEHEND ungestört. Und wenn die Schaufensterseite eben auf Olfener Gebiet liegt, muss die Dattelner Seite eben "closed shop" sein. Das ist dann auch der Preis, den die Landschaftsentwickler der Olfener Seite zwangsläufig zahlen müssen.

Bauwerke dieser Größenordnung, die der Beobachtung der Tierwelt dienen sollen, suchen wahrlich ihresgleichen. Hat schon mal jemand von den Begriffen inadäquat und überdimensioniert gehört?  Glaubt irgendjemand, der Riesenansitz fügt sich irgendwann einmal harmonisch in die Landschaft ein?

Wie sagt der Volksmund: Kommen, sehen, staunen.

 

Ulrich Kamp

Sprecher NABU Ostvest,  31.03.2016

Nachsatz:

Nachdem NABU-Ostvest-Vorstandsmitglied Marita Eckart mich informierte, dass der Kurzbeitrag am 31.03.2016 gesendet wurde, habe ich mir den Beitrag unter Mediathek angeschaut. Meine Meinung: Sehr ausgewogen, ohne direkt Stellung zu beziehen. Wenn man allerdings bedenkt, dass Alfons Pennekamp und ich zusammen mehr als 12 Stunden reine Zeit investiert hatten, dann ist unsere Beteiligung am Filmchen sehr gering. Denkt man sich die Arbeit der drei WDR-Leute hinzu, so komme ich jedenfalls zu dem Ergebnis, dass für einen 150-Sekunden-Beitrag ca. 24 Zeitstunden von fünf Personen angefallen sind ... ob sich das in der Summe rechnet? Was mag dann so eine aktuelle Stunde pro Tag dem WDR für Kosten verursachen? Besser nicht darüber zuviel nachdenken. Übrigens, wir NABUS haben unsere Hilfe für Gotteslohn verrichtet, allein nur, um den NABU würdig zu vertreten (hoch lebe das Ehrenamt).

 

Ulrich Kamp

01.04.2016

 

 

NSG Lippeauen/Haus Vogelsang und die Dattelner CDU-Initiative

Standort der vom Kreis Recklinghausen gekippten Brücke - dahinter das Olfener Klärwerk
Einer der von der Stadt Olfen gebauten Beobachtungsansitze an der Lippe

Bisher war es in Datteln in Bezug auf die Entwicklung des o. g. Gebietes relativ ruhig.  Bis auf die Aktivitäten eines lokal bekannten CDU-Politikers und Schriftstellers, der gern in der Natur wandert - am liebsten auf krummen Touren - so heißen seine Bücher, eines davon gehört mir, lese ich gern - das Buch über die Haard ist leider vergriffen und nicht käuflich zu erwerben. Schade.

Also die Stadt Datteln ist finanziell nicht so auf Rosen gebetten wie die Nachbarstadt Olfen, wo seinerzeit der Bürgermeister Josef Himmelmann für mich gewisse Ähnlichkeiten mit dem Multi-Millionär Dagobert Duck hatte. Also Olfen ist flüssig und "macht und tut" in Sachen Tourismus auf seiner Seite der Lippe - u. a. neue Wege,  große Ansitze zur Beobachtung der Natur, solange sie noch da ist ...

Als das Zweistromland-Projekt 2013 mit großem Pomp am Haus Vogelsang vorgestellt wurde, war für die NABU-Vertreter nur die Stadt Olfen präsent - und wie. Viele Vorschläge waren gut, manche nicht so sehr aus Naturschutzsicht - aber wurden von uns abgenickt. Einen Wunsch konnten und wollen wir der Stadt Olfen nicht erfüllen, die Lippequerung an der Olfener Kläranlage. Flussstrand, Einleitung Stever am alten Fährhaus, Beobachtungsansitze (Gehen Sie auf dieser Homepage unter Exkursionen auf "Die andere Seite der Lippe". Dann sehen Sie mehr und klar.). Das war und ist schon mehr, als wir unter Naturschutzaspekten gut finden ... Aber die Brücke an dieser Stelle war für uns überhaupt nicht akzeptabel.

Aus Gründen der Ehrlichkeit (galt nicht für die Moderatorin am Haus Vogelsang bei der Projektvorstellung, die den NABU kurzerhand abwürgte, als unangenehme Fragen drohten) habe ich Herrn Bürgermeister Himmelmann vor dem Zelt gesagt, dass wir die Brücke nicht durchwinken und im Falle einer Genehmigung klagen würden, weil die Brücke im Naturschutzgebiet für den Naturschutz an der gewünschten Stelle tödlich ist. Alternativstandorte gefielen der Stadt Olfen wohl nicht, die Genehmigung der Brücke wurde nach Antrag der Stadt Olfen beim Regierungspräsidenten durch die für den Naturschutz auf Dattelner Seite zuständige Kreisverwaltung Recklinghausen abgelehnt - das ist der Stand, meines Wissens bis heute.

So, am 12.02.2016 wird die CDU Datteln getrieben von unbändiger Wanderlust in der Presse initiativ, aber nicht selbst, aber nicht doch ... Der Bürgermeister wird angeschoben, er soll sich mal äußern, wie es denn auf der Dattelner Seite um den Fortgang der Erschließung des Naturschutzgebietes und besonders des Brückenbaus steht.

Also ABM der CDU-Fraktion (als Opposition) für gelangweilte und unterbeschäftigte Bürgermeister mit leerem Stadtsäckel.

Hallo? Wer stellt denn den Bürgermeister in Olfen seit Jahren? Erraten - die CDU, aktuell ist wieder ein Mann an der Spitze, auf Himmelmann folgte Sendermann. Warum wandert die CDU-Fraktion nicht mal auf krummen Touren gen Olfen und erkundigt sich bei den Parteigenossen, was denn so los ist. Denn die Brücke würde nun mal in Olfen beginnen und in Datteln enden - oder umgekehrt. Da spricht man doch mal zusammen, und ist direkt schlauer (Zauberwort: Kommunikation).

Also mit der Brücke auf Dattelner Seite wird es wohl nichts. Da Olfen seine Brücke nicht ohne Datteln bauen kann, ruht die Sache, vorsichtig betrachtet.

Macht der CDU Datteln aber nichts aus. Am 24.02.2016 fordern die unruhigen Wanderer von der CDU einen Rundweg, beginnend, so wie ich es verstehe, am alten Schleusenwärterhäuschen und dann durch die Heckrinder??? (Viel Spaß mit dem Leitbullen), die dort rund um das Storchennest weiden, natürlich eingezäunt. Oder wollen die eifrigen Wanderer einen neuen Zaun zwischen Lippe und Heckrindern zum Schutz des Rundweges errichten (lassen, durch wen, wer zahlt?)? Und dann führt der Weg so an der Abbruchkante der Lippe vorbei, die Lippe ist entfesselt und mäandert und der Weg ändert sich mit dem Flusslauf? Also nicht ganz ungefährlich, meine ich, du stehst an der Uferböschung und guckst, plötzlich bricht der Rand, da unterspült, ab, und du bist froh, dass du schwimmen kannst und kein Hochwasser ist ...

Es geht am geträumten Brückenstandort gegenüber des Klärwerks vorbei und endet dort etwas weiter unter Anbindung einer Sackgasse. Jawoll, jetzt haben alle freien Weg und freie Radfahrt, durch das Naturschutzgebiet, an der Lippe und hinüber nach Olfen oder im Kreis. Naturschutz sanft? Hallo?

Wasservögel und Säugetiere müssen sich halt eingewöhnen, klappt doch im Zoo auch. Wir haben ja ein Naturschutzgebiet, das fast überall betretbar und einsehbar ist. Wir können alles beobachten, fragt sich nur was und wie lange noch? Man sagt auch, Kajakfahren wäre ein Sport für den einen oder anderen CDU-Mann. Warum nicht auch dann einen legalen Reitweg an der Lippe? Wenn schon Unruhe, dann aber richtig. Auf Olfener Seite wurde doch schon geritten (s. Homepage). Und ehrlich gesagt, niemanden interessiert auf Olfener Seite, wer denn am Lippeufer nun seine Hunde frei laufen lässt, wer dort wild campiert und wer Flugbilder von Gänsen dadurch erreicht, dass er Böller zwischen die Tiere wirft. Habe ich nicht erfunden, habe ich fotografiert - gegenüber dem alten Schleusenhäuschen.

Soweit mir bekannt ist, können bauliche Maßnahmen in einem Naturschutzgebiet mit FFH-Rang (Flora-Fauna-Habitat, selbst die EU passt auf) ohne Genehmigung der Naturschutzbehörde beim Kreis Recklinghausen allenfalls geträumt, aber nicht durchgeführt werden. Also die Lippe wird für viel Geld renaturiert, mäandern soll sie, wild soll sie sein, ursprünglich mit all den Tieren, die schon da sind (Eisvogelgebiet, Kormoranschlafplatz u. v. m.), und die hoffentlich noch kommen und bleiben werden.

Und mittendrin die Wandervögel der CDU, die der Natur durch persönliche Nähe bei ihrer (Rück-?)Entwicklung helfen. Ganz ehrlich, ich würde auch mal gern in Datteln das Naturschutzgebiet Wüste Mühle in Augenschein nehmen. Ich kenne nur keinen legalen Weg hinein. Dies gilt auch für das Naturschutzgebiet Becklemer Busch u. a.).

Ich zitiere jetzt einen Fachmann, dessen Meinung ich uneingeschränkt bei den folgenden Worten teile:

"Aber in einem Naturschutzgebiet ist es nicht erlaubt, die Wege zu verlassen", (Rolf Sonderkamp in seinem Buch  "Auf krummen Touren durchs Revier", Seite 64, verlegt im Klartext Verlag, Essen, im Zusammenhang mit der alten Wallburg im NSG Burg in Marl-Sinsen. Recht hat er, der Mann.

Und in der Burg hat niemand beantragt, einen Weg in das Naturschutzgebiet zu bauen, um Zugang zu dem Relikt aus dem frühen Mittelalter zu erhalten. Er hätte wohl auch keine Chance gehabt. Ich hatte dort zwei Führungen, eine durch die für den Naturschutz dort zuständige Sachbearbeiterin des Kreises Recklinghausen - No-Go-Area - Ende. Der Schutz der Flora und Fauna geht vor, gewandert wird auf den legal vorhandenen Wegen und sonst eben nicht.

Also viel Freude bei der Umsetzung des Wegewunsches. Vorab - wir sind immer ehrlich - den Weg würden wir selbstverständlich auch bekämpfen, keine Frage.

Nun hat ja Datteln noch viele andere Baustellen, an denen sich eine Partei, die sich profilieren will und muss, abarbeiten kann (Datteln IV, NewPark und die neue Verbindungsstraße, und und und ...).

Also anpacken kann man genug, es sind reichlich Probleme vorhanden. Gut wäre es aus meiner Sicht, wenn eine Partei, die nach den Sternen greifen will, sich vorab auch mal mit der Finanzierung ihrer Wünsche auseinandersetzt und diese durch konkrete und machbare Vorschläge sicherstellt. Oder soll Herr Dohra für das Stadtsäckel, um alle Wünsche zu erfüllen, singen gehen?

(Was die Zeitung schreibt, lesen Sie unter Presse).

 

Ulrich Kamp

Sprecher NABU Ostvest

24.02.2016

 

Was ist denn nun los mit der Landwirtschaft in unserem Lande?

Dieser Beitrag beruht auf den Presseberichten zu diversen Merkwürdigkeiten (besser jetzt Unregelmäßigkeiten) in unserer Landwirtschaft.

Erst nehmen wir den Artenverlust - Pestizide, Fungizide und intensive (Gülle-?)Düngung lassen grüßen - zur Kenntnis. Also - hohe Verluste bei den Insekten (Bienen, Wespen, Hornissen, Schmetterlinge, Libellen, banale Fliegen, Raupen usw.). "Rätselhafter" (wirklich?) Rückgang bis zum Totalverlust von Kiebitzen und Lerchen.

 

Unschuldsbeteuerungen der Landwirte über ihre Verbände und die chemische Industrie - und jetzt ein neuer "Klopfer", und was für einer.

 

Abwasserpilze in den Bächen im Münsterland ruinieren das tierische und pflanzliche Leben in den Bächen. Und diesmal sind wohl sogar die landwirtschaftlichen Verbände erst mal in Deckung gegangen, wenn man dem Pressebericht glaubt (s. Presse auf dieser Homepage).

 

Meine Damen und Herren Landwirte: ES IST JETZT GENUG. Die Naturschützer spritzen nicht die Felder und killen das tierische und pflanzlich ungewollte Leben - es sind eben auch Kollateralschäden möglich, das ist aber nicht hinnehmbar. Die Naturschützer leiten auch nicht gewollt oder ungewollt Silage in die Bäche, das kann man nur den Betreibern dieser Anlagen anlasten, und wer ist das wohl?

 

Die Zeiten der Beschwichtigungen und der faulen Ausreden sind vorbei, und wenn es nicht funktioniert, dann ist auch diesmal Herr Remmel als Fachaufsicht gefordert. Notfalls muss eben auch mal über Ordnungswidrigkeiten und Straftaten gesprochen werden.

 

Natürlich gibt es Landwirte, die mit dem Bau eines Windkraftrades mal jährlich 40.000 Euro verdienen - wird wohl gern verschwiegen. Dann gibt es die obligatorischen Klagen der Landwirtschaft, die Gewinnmargen reichen nicht aus, die Rahmenbedingungen stimmen nicht - vom Wetter ganz zu schweigen.

 

Mag alles sein, aber ist das ein Grund, das Trinkwasser zu versauen? Herr Remmel, wir bitten Sie um schnelle Aufklärung, wenn es sein muss, dann eben auch mit Hilfe der Staatsanwaltschaft. Wenn mein Trinkwasser vergiftet wird, gehe ich eigentlich von Körperverletzung aus, wovon sonst?

Eine Eigenprüfung der Landwirte über ihre eigenen Interessenverbände ist Quatsch, oder blitzen sich die zu schnellen Autofahrer demnächst gegenseitig selbst?

 

Also Herr Remmel, lassen Sie markigen Worten auch glasklare Taten folgen. Letztendlich werden es Ihnen auch die Landwirte, die auf eigene Kosten korrekt arbeiten, danken.

 

Ulrich Kamp

 

NABU Ostvest 29.01.2016

 

 

Der Rotmilan und die Windräder

Nitrat im Trinkwasser und zu viele Wildschweine in der Haard

Zu beiden Themen berichtete die Stimberg-Zeitung am 25.11.2015. Die Artikel sind vollständig unter Presse auf dieser Homepage hinterlegt.

Also: Nitrat gilt als krebserzeugend und befindet sich vor allen Dingen dann im Grund- und damit oft im Trinkwasser, wenn übermäßig Gülle auf den Feldern ausgebracht wird. Die Gülle fällt aber nicht vom Himmel, sondern sie ist das planmäßige Ergebnis von extensiver Viehzucht, vorzugsweise in Großmästereien, also Riesenschweineställen. Da dieses Geschäft mit dem Fleisch boomt (Klagen der Landwirtschaft über die schwierige Ertragslage sind wir inzwischen gewöhnt), werden überall - auch im Ostvest - neue und größere Mastanlagen errichtet. So ein Großbetrieb mit 200 Schweinen erzeugt im Monat die Schweinegülle von 6 000 Schweinen, in 10 Monaten also von 60 000 Schweinen. Sollen wir weiterrechnen? Wenn diese 200 Schweine dann irgendwann verarbeitet - also geschlachtet – werden, kommen neue Schweine.

So weit, so gut. Wer viele Schweine hält, muss sich zwangsläufig Gedanken darüber machen, wo er denn mit der Gülle hin will. Hat er viel eigenes Ackerland, gibt es vielleicht Lösungen, ansonsten muss die Gülle - wie aus dem niederländischen Bereich - woanders, auch in Deutschland - ausgebracht werden. Die Frage ist doch wohin gesundheitsverträglich mit diesen Bergen an Sch….?

In dem Gülleartikel kommt dann ein Vertreter der Wasseraufbereitungsindustrie zu folgendem völlig überraschenden Ergebnis: Sollen die Nitratwerte in den Böden nachhaltig gesenkt werden, muss deutlich weniger Gülle auf den Feldern ausgebracht werden.

Ja, wie denn - bei zunehmenden Viehställen? Soll der Landwirt seine überzählige und nicht gesundheitsverträglich ausbringbare und auch nicht anderweitig verwertbare Gülle einlagern bis zum St. Nimmerleinstag? So wie Atommüll z. B.?

Herr Remmel von den Grünen als Umweltminister soll nicht "Alarm" schlagen, er soll sich etwas einfallen lassen - so mit Gesetzeslage - und das bitte zz (ziemlich zügig). Landwirtschaftslobby hin oder her, billiges Fleisch vor oder zurück ... wer keine Möglichkeit hat, seine Gülle verantwortungsbewusst ohne die Umwelt und damit die Lebewesen nachhaltig zu schädigen, zu verwerten, DARF eben nicht unbegrenzt Ställe für die Massentierhaltung errichten. Da ist die Politik nun mal nachhaltig gefordert, und die Naturschutzverbände bleiben bei diesem brisanten Thema natürlich am Ball.

 

Thema Nr. 2 – Zu viel Wild in unserem Wald - vorzugsweise diesmal Wildschweine (Rehe haben wir auch mehr als genug)

200 Teilnehmer jagten in der Haard und erlegten u. a. 59 Wildschweine. Damit waren die Veranstalter der Jagd nicht so richtig zufrieden, obwohl schon 150 Wildschweine vorher im Jagdjahr erlegt wurden. Der Wildschweinbestand in der Haard wird von Fachleuten auf über 1 000 Tiere geschätzt. Bei der von Schweinen vorgelegten Vermehrungsrate fällt der bisherige Verlust nicht auf. Also müssen die Damen und Herren Jäger noch mal - vielleicht noch mehrmals - ran. Wildschweine lockern den Waldboden, räumen aber auch den Landwirten die umliegenden Felder aus - so ein Maisfeld von innen sieht dann so aus wie mancher Backenzahn, wenn der Zahnarzt die kariesbefallenen Stellen herausgebohrt hat. Haben die Wildschweine im Wald und den benachbarten Feldern aufgrund ihrer schieren Zahl nicht mehr genug für alle zu fressen, geht es auf Wanderschaft - in die Dörfer, also näher hin zu Menschen (Berlin und Brandenburg lassen grüßen, das konnte ich direkt nach der Wende im Großraum Oranienburg "dienstlich" selbst in Augenschein nehmen. Ist nicht witzig, wenn du aus der Haustür kommst und in deinem Vorgarten gräbt eine Rotte Schweine deine Tulpenzwiebeln aus ...).

Die Jäger sind Heger und Pfleger - wer eine Jagd pachtet, hat nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Die Bestandsregulierung nach unten - wenn es sein muss - gehört dazu - auch beim Rehwild. Die Bestandsregulierung erfolgt bei den Wildtieren über das weibliche Wild, denn die Bache ist für den Nachwuchs letztendlich "verantwortlich", nicht der Keiler. Dies gilt auch für Ricken. Mag es auch für das Prestige besser sein, einen stattlichen Rehbock oder einen kapitalen Keiler zu schießen, auch die weiblichen Tiere müssen fallen. Übrigens soll Wildfleisch sehr gesund sein, also unverwertbar ist das Fleisch möglicherweise nur, wenn man es zerschießt, nicht fachgerecht oder rechtzeitig zerlegt oder Würmer vorhanden sind.

Dass Schweine hochintelligent und nicht einfach zu bejagen sind, wissen wir nicht erst seit dem Film über "Babe". Der Chef des Hegerings Datteln, Hubertus Meier, hat sich einmal vor Jahren in der Presse nach einer wieder einmal nicht so richtig erfolgreichen Jagd wie folgt geäußert:

"Und wieder einmal waren die Schweine schlauer als die Jäger." Ein Spruch für die Ewigkeit?

Also, mir ist nicht bekannt, dass man Wild über Sterilisation oder Ausbringen einer tierischen Anti-Baby-Pille regulieren kann. Somit sind die Jäger gefordert.

Und Klagen über den Wolf aus Jägerkreisen sind zurückzuweisen. Die Jäger sollten sich stattdessen freuen, wenn endlich wieder einmal ein tierischer Prädator auftaucht, der gern gewillt und in der Lage ist, die Aufgaben des Jägers z. B. durch Dezimierung der Frischlinge (Wölfe brauchen die Schonzeit nicht zu beachten) und auch der Rehkitze zu übernehmen. Der Wolf kann weder den Jäger noch die menschliche Jagd ersetzen, aber behilflich kann er sein.

Nachdem die Funktionäre der Jäger(weit mehr als die Jägerschaft selbst) sich über das neue Jagdrecht in Richtung Remmel weit über jede menschliche Logik hinaus aus dem Fenster gelehnt haben, folgender Hinweis:

Es ist immer noch genug zur Bejagung da, mehr als genug (steht sogar in der Zeitung, und die lügt nicht). Also neuer Versuch. Das ist auch im Interesse des Waldes. Sprecht doch einfach mal mit den Förstern über Wildverbissschäden. Oder fürchtet man die Antwort?

Viel und schwere Arbeit war an fast allen Arbeitsplätzen nie eine gute Ausrede. Antwort im Ruhrgebiet: Dann musste einfach mal mehr reinhauen - da die Führungsebene in der Wirtschaft auch bei Rhetorik und Motivation Fortschritte gemacht hat, für heutige Kläger bei den Jägern: Innovativ sein, im Team arbeiten, neue Strategien und Techniken anwenden, nicht locker lassen. ... nachhaltig arbeiten, ergebnisorientiert sein, Erfolge reflektieren, vorausschauend planen ...

Im Übrigen: Der NABU ist kein Feind der Jagd, wenn sie unter ökologischen Gesichtspunkten erfolgt. Jagd und Naturschutz schließen sich nicht gegenseitig aus. Oft hat man ein gemeinsames Ziel und arbeitet gut zusammen. Mit den Jägern an der Basis kann man sehr gut sprechen, das sind oft ganz vernünftig denkende Leute, die mehr ohne Büchse im Wald sind als mit Wildwiesen z. B., die der Jagdpächter anlegt, nutzen nicht nur ihm und "seinem" Wild, Insekten und Vögel partizipieren auch. Dies gilt auch für Buschhecken zwischen den Feldern, für den Wegrand und für Wildruhezonen.

Nur die Wildschweine, tja die müssen die Jäger nun mal kraft Amtes selbst regulieren (Wer sonst? Der Staat?).

Auf geht‘s.

 

Ulrich Kamp

Sprecher NABU Ostvest

 

 

Alles hängt irgendwie zusammen

Deutlich und klar ist, dass die Anzahl der Schmetterlinge nicht zugenommen hat, eher scheint ein schleichender Rückgang vorzuliegen. Die Naturschutzverbände vermuten, dass es an dem verstärkten Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft liegt und daran, dass die Landschaft selbst immer mehr ausgeräumt, also bereinigt  erscheint. Des Weiteren fällt auf, dass dort, wo Wild gehegt wird, auch Wildwiesen mit Kräutern und Begrenzungshecken vorhanden sind. Damit hält der  einzelne Jagdberechtigte aber nicht nur Hasen und Rehe bei Laune, er sorgt auch bewusst (oder unbewusst) für die Insekten und die Vogelwelt.

 

Übrigens, wer die Insekten wegspritzt , vernichtet auch die Nahrung für Singvögel, Fledermäuse und für unsere Super-Jäger, Rauch- und Mehlschwalben sowie Mauersegler. Wenn diese Insektenjäger allein von Schmetterlingen leben müssten, wären sie bei uns längst verhungert oder weggezogen.

 

Deutlich wird das Problem einer durch und durch effektiven Landwirtschaft auch durch den dramatischen Rückgang der Kiebitze.

 

Warum wächst eigentlich in keinem Maisfeld Unkraut (Brennnesseln – Schmetterlingsheimat)? Schon mal darüber nachgedacht? Wo bleiben eigentlich die tierischen Endprodukte einer intensiven Pferde-, Rinder– und Schweinehaltung? So viel Land, um die entstehenden Abfälle „zu verklappen“, hat die ganze BRD wohl nicht. Dazu kommt, dass Nachbarländer wie die Niederlande erfolgreich ihr Überangebot an Gülle bei uns gegen Bezahlung entsorgen lassen, weil es der kleinere Nachbar flächenmäßig nicht mehr packt (oder er seine Umwelt einschließlich der sehr schönen Naturschutzgebiete verschont?).

 

Warum erscheinen auf unseren heimischen Äckern Güllefahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen, die zwar selbst ländlich-sittlich beheimatet sind, aber ihre Sch… gegen Bezahlung auch im Kreis Recklinghausen entsorgen? Nur weil die Rückstände von Tieren ausgeschieden wurden, machen sie auf dem Feld nicht automatisch alles „ökologisch“ besser – oft ist weniger mehr…

 

Wie sagte noch Shakespeares Hamlet – „Es ist etwas faul im Staate Dänemark“. Ja, aber nicht nur dort. Wir begrüßen den Wolf und verekeln Insekten und Singvögel, irgendwie eine komische Welt. Ach ja, in unseren Wäldern ist zumeist ein Überangebot an Rot- und Schwarzwild vorhanden, das ist die Nahrungsgrundlage der Wölfe, zumal mindestens im Kreis Recklinghausen – Großraum Haard und hohe Mark die Wildschweinjagd trotz großer Abschusszahlen – schreibt die Presse – kaum den Bestand nachhaltig reguliert.

 

Oder will ein hohes Tier (Volljurist?) des Interessenverbandes der Jäger nicht doch lieber selbst sein gehegtes Wild „ERNTEN“? Liest sich schrecklich, soll aber so gesagt worden sein, es stand jedenfalls so in der Zeitung – s. Presse.

 

Zurück zu den Schmetterlingen – es gibt sie noch – mehr unter TIERE – Bereich INSEKTEN UND SCHMETTERLINGE.

 

Ulrich Kamp

 

 

Wasservögel und Angler

Obwohl Angler sich immer wieder als Naturschützer darstellen, und dieses auch vielfach demonstrieren, treten dennoch Probleme mit den Hinterlassenschaften der Angler auf. Angelhaken bleiben am Grund der Gewässer hängen, Angelschnüre hängen mit Hacken, abgerissen oder abgeschnitten, im Ufergestrüpp oder in der Gewässervegetation. Restschnüre liegen am Ufer.

 

Tödliche Fallen für alle am Gewässer lebenden Tiere, insbesondere Wasservögel. Allein in diesem Jahr wurden bisher zwei Kanadagänse mit massiven Verletzungen in einer kleinen Pflegestation in Waltrop versorgt. Das erste Tier, ein jungeführender Ganter aus Selm, hatte eine Angelschnur fünfmal um das Bein gewickelt. Die Schnur schnitt ins Bein ein. Es bildete sich nekrotisches Gewebe und das Bein schwoll massiv an. Es drohte das Absterben des Gliedmaßes (siehe Abb. 1 u. Abb. 2).

Abb. 1: Bein mit eingeschnürter Angelschnur
Abb. 2: Bein nach der OP

Nach mehreren vergeblichen Versuchen gelang es durch Mithilfe einer in der Nähe des Gewässers lebenden Person, den Ganter zu fangen und tierärztlich zu versorgen. Anschließend kam die Gans in die Pflegestation und wurde nach einigen Tagen wieder am Fundort freigelassen. Der Fuß konnte gerettet werden (siehe Abb. 3).

Abb. 3: Verheiltes Bein kurz vor der Auswilderung

Bei dem zweiten Fall handelt es sich um eine Kanadagans, die von Spaziergängern am Kanal in Waltrop entdeckt wurde. Diese hat sich einen Blinker mit Schnur ins Augenlied gehackt und die Schnur so um den Hals gewickelt, dass eine Nahrungsaufnahme so gut wie nicht möglich war (siehe Abb. 4).

Abb. 4: Kanadagans mit Blinker und Angelschnur

Der Vogel wurde mit Hilfe der Feuerwehr geborgen. Die durch den Blinker verursachten Verletzungen waren bereits entzündet. Das Tier war stark abgemagert. Auch hier wurde die Gans tierärztlich versorgt. Das Auge kann vermutl. gerettet werden. Die Gans befindet sich zur Zeit in der Pflegestation und ist auf dem Weg der Besserung.

 

Eine in der Gruppe befindliche Graugans, offensichtlich auch mit Angelschnur, konnte bisher nicht gefangen werden. Wie viele Enten, Gänse, Schwäne, Taucher oder Kormorane, aber auch Fische und im Wasser lebende Säugetiere in Reusen, Angelhaken und Schnüren unentdeckt oder verschwiegen elendig sterben, ist nicht bekannt.

 

Ein weiter Fall, der im Jahr 2005 dokumentiert wurde, ist ähnlich gelagert. Bei einer Beringungsaktion der Vogelwarte Helgoland an einem Gewässer in Castrop-Rauxel wurde eine Kanadagans mit einem Blinker, festgehakt im Rücken, gefangen (siehe Abb. 5 u. 6).

Abb. 5: Kanadagans mit Angelhaken im Gefieder
Abb. 6
Abb. 7: durch Angelhaken verursachte Verletzung

Der Haken mit anhängender Restschnur konnte entfernt werden. Die Wunde bildete eine deutliche Öffnung im Rücken. Der Bereich wurde desinfiziert und die Kanadagans freigelassen.

 

Wenn man sieht, wie viele Haken und Schnüre in den Angelbedarfsgeschäften verkauft werden, bekommt man einen kleinen Eindruck von dem, was nachher alles in der Natur hängen bleibt. Aus unserer Sicht hat das nichts mehr mit Umwelt- und Naturschutz zu tun. Das ist schlimmste Tierquälerei.

 

Den Kontakte zur privaten Wildtierpflegestaion bekommen Sie über den NABU Ostvest. Ihr Ansprechpartner ist Alfons Pennekamp.

 

 

Von Alfons Pennekamp, Datteln und Jaqueline Sonntag, Waltrop

 

 

Insektenhotel

Insektenhotel - im Garten von Anne und Heinz-Willi Gössling gesehen

Man kann es kaufen, man kann es auch selbst bauen, für einige Insekten reicht es aus, in ein Brett einige Löcher zu bohren und das Brett irgendwo zu befestigen, die Bewohner kommen von selbst. Selbst wenn wir annehmen, dass die Insekten uns in unserem Garten eher lästig sind (was nicht stimmt), so dienen sie unseren Gartenvögeln als willkommene Nahrung, besonders dann, wenn Jungvögel von den Eltern im Minutentakt (z. B. Meisen) gefüttert werden müssen.

 

 

Die nächsten Termine:

 

02.05.2017, 20 Uhr, Sitzung

06.06.2017, 20 Uhr, Sitzung

04.07.2017, 20 Uhr, Sitzung

 

 

Änderungen des Tagungsortes unter aktuellen Gesichtspunkten möglich. Bitte beachten Sie den Hinweis in der Presse!

 

 

 

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