Naturschutz

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW |  Nr. 65/19 | 25. November 2019

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NABU fordert ökologische Waldwende für NRW

Schutz und Entwicklung naturnaher, klimastabiler Waldökosyteme muss zukünftig Priorität haben

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Düsseldorf – Strukturreiche Mischwälder mit verschiedenen Baumarten und Altersstadien sind besser gerüstet für den Klimawandel als monotone Nadelwaldforste. Um unsere Wälder fit zu machen für den Klimawandel muss die Stabilität des Ökosystems Wald zukünftig Priorität haben, betonte der NABU NRW heute anlässlich des jüngsten Waldzustandberichts für NRW in Düsseldorf . „Die Dürre in den Fichtenbeständen besonders der Mittelgebirge Nordrhein-Westfalens nach den Hitzeperioden von 2018 und 2019 hat nicht nur vielen Bäumen geschadet, sie hat den Klimawandel auch für die Menschen spürbar gemacht und zu wachsender Besorgnis um die Zukunft heimischer Wälder geführt. Eine langfristige Waldpolitik muss deshalb mitwirken, dem Klimawandel durch geeignete Maßnahmen zu begegnen“, sagte Heinz Kowalski, waldpolitischer Sprecher des NABU NRW. 

 

Dazu gehöre ein schonender Umgang mit dem Waldboden und den Bäumen bei forstlichen Arbeiten. Es müsse wieder verstärkt auf die Wasserhaltung im Wald geachtet werden, dazu zähle beispielsweise das Schließen von Abflussrinnen und die Wiederanlage von Teichen im Wald, die auch dem Brandschutz dienen könnten. Vor allem aber müsse man aus Bildern von massenhaft durch Dürre und Borkenkäfer abgestorbener Fichtenbestände lernen und zukünftig noch stärker auf einen artenreichen Mischwald setzen. Ein solcher Mischwald aus verschiedenen Laub- und Nadelbaumarten sollte sich natürlich entwickeln können. Nur wenn auf ehemaligen Fichtenflächen lediglich wieder Fichten emporkommen, sollte durch waldbauliche Maßnahmen eingegriffen werden. „Das zunehmende Pflanzen fremder Baumarten, die an unser Ökosystem nicht angepasst sind, lehnt der NABU ab. Mit der Douglasie könnte bei erneuten heißen Sommern das gleiche passieren, wie zuletzt mit der Fichte“, so Kowalski weiter.

 

Der NABU kritisiere auch den zunehmenden Einsatz von Insektengiften im Wald, mit denen Borkenkäfer gefangen und getötet werden sollen. Diese seien nicht selektiv, würden also auch alle anderen Insekten absterben lassen, darunter viele Nützlinge, die zur Bestäubung und Gesundheit der Wälder beitragen. Erst jüngst habe eine Studie gezeigt, dass der Insektenbestand im Wald alleine in den letzten neun Jahren um ein Drittel abgenommen hat. Kowalski forderte die chemische Industrie auf, ausschließlich selektiv fangende und nur die Schadinsekten tötende Pflanzenschutzmittel auf den Markt zu bringen.

 

Zu einer natürlichen Wiederbewaldung mit vielen Laubbaumarten gehöre allerdings auch ein wirksamer Schutz vor Wildverbiss. Ein zu hoher Wildbestand, wie er in unseren Wäldern in der Regel anzutreffen ist, ließe keinen Aufwuchs  junger Buchen und Eichen mehr zu und verhindere so die Naturverjüngung der Wälder. Deshalb appelliert der NABU an die Jägerschaft, den Waldschutz durch einen angepassten Wildbestand wirksam zu unterstützen. Die jungen Bäume alternativ durch Wildschutzzäune zu schützen, sei weder machbar noch im Sinne des Naturschutzes.

 

Der NABU NRW würde es begrüßen, wenn im Waldschadensbericht NRW nicht mehr überwiegend die forstwirtschaftlichen Interessen behandelt werden, sondern das Ökosystem Wald als Ganzes in den Blick genommen würde. Dazu zählen die vielfältigen Leistungen des Waldes, wie Wasserfilterung, Sauerstoffproduktion, Artenvielfalt, CO2-Speicherung und Erholung. „Wir fordern die Landesregierung und insbesondere den Finanzminister deshalb auf, mehr Geld für den Vertragsnaturschutz im Wald zur Verfügung zu stellen und damit insbesondere die ökologisch arbeitenden Waldbauern zu unterstützen, wenn sie den natürlichen Wiederbewuchs zulassen und alte Bäume, auch Totholz, so lange wie möglich im Wald stehen lassen“, erklärte Kowalski.

 

Für Rückfragen:

Heinz Kowalski, Stellvertretender Vorsitzender NABU NRW, Mob.: 0160 88 56 396

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

 

Wolfsabschuss nur als letztes Mittel im Einzelfall

NABU plädiert für grundsätzlich stärkere Förderung der extensiven Weidetierhaltung, um Schäfer und Tierhalter langfristig zu unterstützen
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Düsseldorf – Anlässlich des aktuellen Wolfsrisses in Hünxe und den sich mehrenden Stimmen, die Wölfin GW 954f (Gloria) abzuschießen, stellt Christian Chwallek, stellvertretender Vorsitzender des NABU NRW klar:

 

„Tötungen von auffälligen Wölfen betrachtet der NABU NRW stets als das letzte Mittel, das auch immer eine Einzelfallentscheidung bleiben muss. Wir sind uns mit dem Bundesverband Berufsschäfer und 9 weiteren Verbänden darin einig: An gutem Herdenschutz führt kein Weg vorbei. Sind jedoch alle möglichen Maßnahmen des erweiterten Herdenschutzes ausgeschöpft – hierzu zählt unter anderem die Aufstockung des Herdenschutzzaunes auf 120 Zentimeter– und überwindet ein Wolf mehrfach einen solchen erweiterten Schutz, kann eine Entnahme durch eine fachliche Person auf Anordnung der zuständigen Landesbehörde erfolgen .“

 

In einem bereits im Sommer dieses Jahres vorgelegten Verbändepapier heißt es hierzu, das betreffende Tier muss hinreichend identifiziert sein. Bestenfalls werde es direkt bei einem Folgeübergriff auf eine geschützte Herde gestellt.

 

Auch zeigt die Erfahrung aus anderen Bundesländern, dass Wölfe, die einmal gelernt haben einen solchen Herdenschutz zu überwinden, dieses Wissen auch an ihre Nachkommen weitergeben können.

 

Chwallek forderte vom Umweltministerium die Situation für erfolgreichen Herdenschutz in NRW grundsätzlich weiter zu verbessern. Auch in „Nicht-Wolfsgebieten“ müsse es zukünftig leichter möglich sein, bereits präventiv Herdenschutzmaßnahmen ergreifen zu können, damit durchziehende Wölfe gar nicht erst lernen würden, dass Schafe leichte Beute sind. Nur flächendeckender Herdenschutz würde dies ermöglichen und zukünftigen Problemen mit stationären Wölfen oder Wolfsrudeln angemessen vorbeugen. Auch müsse die extensive Weidetierhaltung grundsätzlich stärker gefördert werden, um Schäfer und Tierhalter langfristig zu unterstützen.

 

Ausführliche Infos zum Verbändepapier „Gemeinsame Standards beim Herdenschutz“ unter https://www.nabu.de/news/2019/06/26516.html.

 

Für Rückfragen:

Christian Chwallek, Stellvertretender Vorsitzender NABU NRW, Mob.: 0172-3050359, Mail: Christian.Chwallek@NABU-NRW.de

Thomas Pusch, Sprecher LFA Wolf, mobil: 01702158624, Mail: t.pusch@wolf-nrw.de

Katharina Stenglein, Projektleiterin „Der Wolf macht Schule“ beim NABU NRW, mobil: 0176 433 100 88; Mail: Katharina.Stenglein@NABU-NRW.de

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

 

Wiesen und Felder sowie Totholz im Wald?

Man sollte meinen, ein Wald  bestünde zwangsläufig nur aus Bäumen, kleine, große, alte und junge - und damit  ist der Wald fertig.

Also so eine Bepflanzung, natürlich oder gezielt, wäre kaum noch Wald zu nennen, sondern vielleicht eher eine Holzplantage, so etwas wie ein Raps- oder Maisfeld in mit Pflanzen in Baumgröße.

Unsere Waldbesitzer können zwar wohl aus wirtschaftlichen Gründen nicht alle Baumbestände in Urwald verwandeln (obwohl man davon "mehr" gebrauchen könnte im Interesse der Natur, also auch der tierischen Waldbewohner), aber man kann auch einiges für den Wald und die Tiere tun. Oft ragen Felder, die bestellt werden, in die Waldbestände hinein. Wenn z. B. Wiesen im Spätsommer gemäht werden, sind auch Vögel dort auf Nahrungssuche, die man sonst nicht so oft sieht. Auf einer großen bewirtschafteten Wiese habe ich selbst - zuletzt in diesem Jahr - gesehen, wie sich zu allen anderen sonstigen tierischen Besuchern auch einige Störche und rote Milane aufgemacht haben, zwischen dem frischgemähten Gras nach Mahlzeiten zu suchen, wobei auch ohne Probleme Tiere verkonsumiert werden, die den Vorgang des Mähens leider nicht überlebt haben.

Dann gibt es kleinere Wiesen, die offen gehalten werden. Zum Wohl der Waldbewohner wie Rehe und Schwarzwild, aber auch mit teilweise fatalen Folgen für die tierischen Besucher - aufgrund der am Wiesenrand errichteten Ansitze (dabei ist eines klar, wenn nicht größere Prädatoren wie Wolf und Luchs mangels Präsenz die Wildbestände verkleinern, müssen die Jäger leider regulierend eingreifen - hohe Wildbestände haben sonst negativen Einfluss auf den Baumbestand). So wird auf diesen einsamen Lichtungen oder Waldwiesen aber nicht nur gejagt, sondern in strengen Wintern auch zugefüttert. Deswegen bleiben die Waldlichtungen offen.

Der Wald besteht aus Bäumen, eine Binsenweisheit. Aber wichtig sind nicht nur gesunde Bäume, die man wirtschaftlich verwerten, also "ernten und verarbieten" kann. Seit einigen Jahren bleiben auch Bäume, die sterben oder nur noch als Totholz vorhanden sind, im Wald. Warum? Sie dienen etlichen Insekten, Säugetieren und Vögeln als Wohnungs- und als Nahrungsquelle. So gehen Spechte gern ins Totholz, um ihre Höhlen zu bauen - und auch um Käfer, Larven und Raupen, die ebenfalls im Totholz leben,  zu "fressen".  Wer selbst gern in Höhlen lebt, wie z. B. Kleiber und Meisen, bezieht auch gern eine Höhle, die von Spechten gebaut, aber nicht mehr von ihnen selbst bewohnt werden. Daher diese "Löcher" (Höhlen) in Altbäumen, wenn dazu auch noch die Rinde abgeschält wurde, ist klar, dass hier nicht nur ein Baumeister, sondern auch ein Insektenverwerter am Werke war.

Dies gilt auch für Totholzhaufen am Boden. Sie geben den unteren Bewohnern Schutz vor der Witterung und Fressfeinden - und oben leben Käfer u. Co. (und werden auch gejagt und verkonsumiert). Perfekt für manche tierische Jäger, unten wird geschlafen und oben gefressen - oder umgekehrt.

So bleibt auch Holz, das früher entnommen worden wäre, im Öko-System und dient im Prinzip allen, den Menschen, den Tieren und Pflanzen, denn auch manche Ranken oder Pilze siedeln sich an und leben vom, mit oder auf dem Totholz.

Ulrich Kamp

12.11.2019

(Die Bilder stammen alle aus der Dattelner Haard.)

Oer-Erkenschwick - die schmetterlingsfreundliche Stadt

Schmetterlingsfreundliche Spielplatzgestaltung ist in Oer-Erkenschwick wie gesehen die Regel. Hinter dem Netto-Markt an der Kreuzung Horneburger Str./Vossacker befindet sich in direkter Nachbarschaft zu einer kleinen Brachfläche ein Spielplatz. Als Raumteiler zwischen den einzelnen Spielgeräten wurden Buddleja (Schmetterlingsflieder) und andere leuchtende Blütenpflanzen gepflanzt und in den Büschen ließen die Stadtgärtner äußerst insekten- und besonders schmetterlingsfreundlich die eigentlich unbeliebten, aber sehr nützlichen Brennesseln stehen. So haben die meisten unserer bunten Schmetterlinge sowohl Nahrungsquelle als auch Brutplätze direkt in der Nähe der beliebten schmetterlingsfreundlichen Blütenpflanzen.

Das Ergebnis war an zwei verschiedenen sonnigen Tagen sehr vorzeigbar. Zur selben Zeit waren sechs! Admirale (Vanessa atalanta) und vier Distelfalter (Cynthia cardui) über einen längeren Zeitraum zu Gast und fühlten sich pudelwohl. Anhand des unterschiedlichen Zustandes der Flügel (teilweise wie neu, aber auch oft mit starken Verschleisserscheinungen) war erkennbar, dass unterschiedliche Exemplare den Spielplatz und seine Umgebung besuchten.

Neben den bunten Faltern waren auch etliche Weißlinge vor Ort.

Fazit: Auch relativ kleine und kostengünstige Maßnahmen locken die stark bestandsbedrohten Insekten an. Wobei der NABU insgesamt Kindergärten, Pflegeheimen und Schulen empfiehlt, den Insekten entsprechenden Lebensraum in den vorhanden Gartenflächen anzubieten. Die Insekten zahlen die Unterstützung mit ihrer Anwesenheit zurück - und übernehmen auch die Bestäubung.

 

Ulrich Kamp

NABU Ostvest

Wie komme ich an Schmetterlinge in meinem Garten?

Gute Frage, die immer wieder gestellt wird. Die Presse hat einen vortrefflichen Hinweis veröffentlicht, kurz, knapp, bündig und richtig. Die Befolgung ist nicht schwer, der Naturfreund muss also nicht seinen ganzen Garten auf links drehen, sondern nur das eine oder andere Pflänzchen ansiedeln oder dulden, das für Schmetterlinge Hauptanziehungspunkt und teilweise überlebenswichtig ist. Wer dem Hinweis folgt und nicht kontraproduktiv die Schmetterlingspflanzen mit Chemie behandelt, wird auch Erfolg haben. So einfach ist das - oft (nicht immer). Aber kleine Schritte führen auch zum Ziel. Wer freut sich nicht, wenn er Admiral, Tagpfauenauge, Weißling, Zitronenfalter, Distelfalter und kleinen Fuchs in seinem Garten - wenn auch oft nur auf der Durchreise - begrüßen kann?

Die Bilder sprechen für sich.

 

Ulrich Kamp

NABU Ostvest 21.04.2019

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | NR 23/19 | 15. Mai 2019

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NABU: Spatzen auch in Nordrhein-Westfalens Gärten wieder Spitze

"Stunde der Gartenvögel" mit neuem Teilnehmerrekord | Mauersegler und Mehlschwalben im Sinkflug

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Berlin/Düsseldorf  – Spatzen top, Insektenfresser flop – das ist kurzgefasst das Zwischenergebnis der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“, die am vergangenen Wochenende bundesweit stattgefunden hat. Bis Mittwoch hatten über 60.000 Vogelbegeisterte aus mehr als 41.000 Gärten und Parks über 1,3 Millionen Vögel an den NABU gemeldet. Allein in Nordrhein-Westfalen zählten über 12.000 Vogelfreunde mehr als 256.483 Vögel in rund 8.600 Gärten. Damit deutet sich ein neuer Teilnahmerekord bei Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmach-Aktion an. Noch bis zum 20. Mai können Vogelzählungen per Internet, App oder per Post an den NABU übermittelt werden.

Das Highlight ist das Spitzenergebnis für den Haussperling. Es liegt sechs Prozent über dem des Vorjahres. Damit erreicht diese Art bundesweit ihr bestes Ergebnis in 15 Jahren Stunde der Gartenvögel“, so Heinz Kowalski, stellv. Landesvorsitzender des NABU NRW. „Die Spatzen haben vom Rekordsommer 2018 eindeutig profitiert.“ Auch der Feldsperling hat gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent zugenommen und wird damit nach 2016 sein zweitbestes Ergebnis in der Geschichte der „Stunde der Gartenvögel“ erreichen. Die Naturbegeisterten des NABU freuen sich besonders über die positive Entwicklung der beiden Spatzenarten. Denn starke Rückgänge in den Jahrzehnten vor Beginn der NABU-Zählaktion hatten dafür gesorgt, dass beide Arten bis heute in der Vorwarnkategorie der Roten Liste deutscher Brutvogelarten stehen. Davon können sich die Spatzen heute offensichtlich etwas erholen.

Schlecht sieht es dagegen für Mauersegler und Mehlschwalben aus. „Die Zahlen für diese beiden Arten sind katastrophal“, sagt Kowalski. „Beide erreichen die mit Abstand schlechtesten Ergebnisse bisher. Aufgrund der Wetterlage mit Kaltluft aus dem Norden verzögert sich offenbar die Ankunft eines Teils der Mauersegler und Mehlschwalben. Leider fügen sich die diesjährigen Ergebnisse aber nahtlos in eine Reihe abnehmender Zahlen aus den Vorjahren – egal ob warmes oder kaltes Maiwetter herrschte. Wir haben es daher wohl mit einem tatsächlichen deutlichen Rückgang zu tun. Das Fehlen der Fluginsektennahrung und das Verschwinden von Brutnischen an Gebäuden sind wahrscheinlich die Ursachen.“

Beim Sorgenkind Amsel zeigt sich wie erwartet ein starker Rückgang. Bundesweit wurden elf Prozent weniger Amseln gesichtet. „In Hamburg und Bremen, wo die tödliche Krankheit Usutu 2018 erstmals auftrat, wurden sogar über 40 Prozent weniger Amseln als im Vorjahr gemeldet“, so Kowalski. „Das deutet darauf hin, dass die Viruserkrankung mit für den Rückgang verantwortlich ist.“ In Nordrhein-Westfalen sind die Amselbestände nach erneutem Usutu-Ausbruch in 2018 ebenfalls im Bestand zurückgegangen. „Auch wenn der Amselbestand wie erwartet gegenüber dem Vorjahr hat Federn lassen müssen, sind Amseln immer noch in über 90 Prozent unserer Gärten zuhause“, erklärt Kowalski. Deutliche Abnahmen zeigten sich in NRW zudem bei weiteren typischen Insektenfressern wie der Singdrossel, der Bachstelze, der Rauchschwalbe, dem Zilpzalp und der Mönchsgrasmücke.
 
Eine kleine Sensation deutet sich bundes- wie landesweit beim Rotkehlchen an. Es wird mit einem Plus von 20 Prozent sein zweitbestes Ergebnis nach 2006 erzielen. Warum dieser Gartenvogel so häufig zur „Stunde der Gartenvögel“ gesichtet wurde, ist jedoch vorerst unklar.

Alle Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“ für Nordrhein-Westfalen sind unter http://nrw.nabu.de/gartenvoegelnrw zu finden.

 

Weitere Infos zur Aktion: www.stundedergartenvoegel.de

Pressebilder: www.NABU.de/pressebilder_stundedergartenvoegel

Grafiken zum Druck: www.nabu.de/sdg-medieninfos

Broschüre 15 Jahre Stunde der Gartenvögel: www.NABU.de/15-jahre-sdg

 

Für Rückfragen:

Sprecherteam des Landesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW

Christian Härting, mobil: 0151 579 89 876

Fabian Karwinkel, mobil: 01578 567 37 61

Jonas Brüggeshemke, mobil: 0157 77 05 31 22

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

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PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 18 | 18. April 2019

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So werden Garten und Balkon zum Paradies für Vögel und Insekten

NABU NRW: Auch auf wenig Fläche kann man viel für Tiere in der Stadt tun

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Düsseldorf – Im Frühling summt und brummt es überall – zumindest war das früher einmal so. Heute freut man sich über den Anblick einzelner Zitronenfalter, ein Aurorafalter oder Bläuling ist schon eine Besonderheit und auch Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen bekommt man nicht mehr in großen Mengen zu Gesicht. Aber da, wo keine Insekten mehr fliegen, haben es natürlich auch die Vögel schwer. So finden sie kaum noch genügend Nahrung, um den Nachwuchs groß zu ziehen. Der NABU NRW gibt Tipps, mit denen fast jeder Garten oder Balkon mit wenig Aufwand insekten- und vogelfreundlich gestaltet werden kann.

„Manchmal ist weniger mehr“, sagt Karl-Heinz Jelinek vom Fachausschuss Entomologie des NABU NRW. „Vielen Gärten und damit auch seinen tierischen Bewohnern wäre schon viel geholfen, wenn auf den Einsatz von Pestiziden und künstlichem Dünger verzichtet, die ein oder andere unordentliche Ecke im Garten geduldet und der Einheitsrasen zumindest zum Teil in eine Blumenwiese verwandelt würde.“ Und das sei einfacher als gedacht. So sei jetzt zum Beispiel die richtige Zeit den Rasen von Moos zu befreien und in die entstandenen Lücken Wildblumenmischungen zu streuen. Die sollten dann nicht vom Discounter stammen, da sich darin häufig nicht heimische Arten befänden, die zwar hübsch bunt aussehen, aber den heimischen Insekten wenig helfen. Besser sei hier regionales Saatgut mit den typischen heimischen Arten. „Solche Blumenwiesen machen dann auch weniger Arbeit, weil sie nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden müssen“, so Jelinek weiter.

Bei der Anlage von Staudenbeeten sollte man ebenfalls auf heimische Arten zurückgreifen. Wichtig sei es dabei die verschiedenen Blühzeiten zu berücksichtigen und so möglichst ein ganzjähriges Nahrungsangebot zu schaffen. Ein Staudenbeet kann so angelegt werden, dass zwischen März und Oktober immer etwas blüht. Besonders empfehlenswert sind Wildstauden, die man in Wildstaudengärtnereien bekommt. Möglichst vermeiden sollte man den Einsatz von ´gefüllten Blütenpflanzen´. Bei diesen Pflanzen ist es züchterisch so gewollt, dass die Staubblätter auch Blütenblätter sind, sie bieten also nur Farbe. In diesen „gefüllten Blüten“ finden Bienen dann keinen Pollen und Nektar mehr. In Baumärkten und Gärtnereien sollte man daher darauf achten, nur blühende Pflanzen auszuwählen, an denen Bienen zu sehen sind. Auch wer nur Frühjahrsblüher kauft, hat im Sommer nichts Blühendes mehr für Bienen und Schmetterlinge.

In der wärmeren Jahreszeit und vor allem bei längerer Trockenheit danken es sowohl Insekten als auch Vögel, wenn man eine Wasserstelle anbietet. Hier finden sich nicht nur Amseln und Meisen zum Baden oder Trinken ein, auch Schwebfliegen, Wildbienen und Co. nutzen diese Wasserquellen an heißen Tagen. Ist die Nahrungsgrundlage geschaffen, lohnt es sich auch Nistkästen für Kohl-, Blaumeisen und Haussperlinge an Bäumen bzw. an der Hauswand anzubringen. Jelinek: „Wer dann noch ein Insektenhotel und als Ergänzung offene, sandige Bodenbereiche für Sandbienen und andere Solitärbienen anbietet, bei dem wird es im Garten bald summen und brummen.“

Um Insekten und Vögeln zu helfen, braucht man aber nicht unbedingt einen Garten. Auch auf Balkon und Fensterbrett kann jeder etwas für die Tiere in der Stadt tun. "In Deutschland gibt es viele Millionen Balkone und Terrassen. Da kommt viel Fläche zusammen, die wertvoll für Wildbienen, Schmetterlinge, Meisen und Spatzen sein kann", so der NABU-Schmetterlingsexperte. Und viele Tipps für den Garten lassen sich im Kleinen auch für den Balkon umsetzen.

Mehr Tipps zum insektenfreundlichen Garten unter www.schmetterlingszeit.de.

 

Für Rückfragen:

Sarah Bölke, Projektleitung „Zeit der Schmetterlinge“, Tel.: 0211-15 92 51-44

Karl-Heinz Jelinek, Sprecher LFA Entomologie im NABU NRW, mobil: 0151 15 211 483

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

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Vortrag vor Schülerinnen und Schülern der Martin-Luther-King-Schule Oer-Erkenschwick in der Stadtbücherei

Vogel des Jahres 2019 ist die vom Aussterben bedrohte Feldlerche. Im Rahmen der Ausstellung, die noch bis zum 4. Juni 2019 in der Stadtbücherei Oer-Erkenschwick besucht werden kann, fand heute (17.05.) für Schülerinnen und Schüler der Martin-Luther-King-Schule Oer-Erkenschwick ein Vortrag statt. Den Kindern wurden die Problematiken des Artenschwundes, der Insektenverluste und der Verluste des Lebensraums der Tiere und der Insekten erklärt. Die Zuhörer(innen) zeigten sich sehr interessiert und haben mit eigenen Erlebnissen und Fragen zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen. Einhelliger Kommentar: Sehr spannend und interessant. Wir kommen natürlich nächstes Jahr wieder.

 

Ulrich Kamp

NABU Ostvest

 

 

Die Feldlerche ist der Vogel des Jahres 2019

Stellvertretend für viele Feldbrüter auf landwirtschaftlichen Flächen steht die Feldlerche (Alauda arvensis) innerhalb von 20 Jahren nach 1998 wieder einmal vor der (zweifelhaften) Ehre, wegen ihres rapiden Rückgangs als Vogel des Jahres vorgestellt zu werden.

 

Es wird also ein Vogel geehrt, dem man vor 20 Jahren schon prophezeit hat, seine Art wäre gefährdet. Und zwanzig Jahre später ist der Allerweltsvogel, den jeder, der im freien Land spazieren ging, zwar vielleicht nur als Punkt im Himmel gesehen, aber ihn immer und überall auf landwirtschaftlichen Flächen (besser über ihnen) wahrgenommen hat, fast verschwunden. Pareys Vogelbuch immerhin Stand 1980 schreibt dazu: "... Bestes Kennzeichen der laute, anhaltende, wirbelnde und trillernde Gesang, der meist im Singflug, sowohl auf und auch absteigend vorgetragen wird, auch wenn der Vogel hoch oben rüttelt, singt er dabei. Er bewohnt als häufigster Vogel vor allem Getreidefelder, auch anderes offene Kulturland, Heideflächen, Moore und Bergwiesen - große bräunliche ca. 18 cm große Lerche ..."

 

In Vögel in Europa von Dorling Kindersley Stand 2007 ist der Vogel zwar noch weit verbreitet, nimmt aber angesichts der Intensivierung der Landwirtschaft ab (aber nicht nur in Deutschland).

 

Ich habe unserem Allerweltsvogel natürlich nachgespürt, im Ostvest kann ich ihnen an zwanzig verschiedenen Orten wohl beschreiben, wo er "früher" gesungen hat, aktuell fand ich einige Exemplare in Datteln in der Nähe des Oelmühlenweges/Hachhausener Str - und das wars für mich ...

 

Die Feldlerche ist kältefest und flexibel, sie nimmt gern Insekten. Diese Kost ist während der Brutsaison überlebenswichtig. Im Winter lebt sie von Pflanzenteilen und Sämereien. Der Vogel hat viele Fressfeinde, Sperber, Merlin, Baumfalke, Turmfalke und Weihen, aber auch Fuchs, Wiesel, Störche, Graureiher, Hauskatzen - alle leben auch von der Feldlerche und ihrer Brut. Das machte der Art bis dato nichts aus, aber der Mensch gibt unserer Lerche möglicherweise mit seiner Intensivlandbewirtschaftung, mit Großschlägen und Monokultur, Insektiziden, Pestiziden und Mulchung den Rest, ein Schicksal, das ähnlich unsere Kiebitze trifft. Auch Goldammer und Schafstelzen, alles Vögel des landwirtschaftlichen Raumes, nehmen rapide ab.

 

Es ist sicher nicht angenehm, wenn immer nur eine Zielgruppe im Fokus steht, für die Liquidation der Natur zuständig zu sein, verschweigen und beschwichtigen nebst Blühstreifen und Lerchenfenstern auf dem Felder hilft aber beim jetzigen Sachstand nicht weiter. Es verschwinden keine seltenen Exemplare oder gar Exoten, sondern die Tiere, mit denen wir von Kindheit an zusammen gelebt haben, sie gehörten dazu. Es war selbstverständlich, dass bei Sommerspaziergängen im Feld die Lerche gesungen hat, und zwar flächendeckend, nicht nur ein Exemplar alle 1000 Meter. (Das wäre heute bald positiv zu sehen, wir haben nicht mehr alle 1000 Meter eine singende Lerche, unter unseren Augen machen sich die Feldlerchen "über den Acker" und die Kiebitze sind schon weg.

 

Wir müssen gegensteuern. ALLE. Die ganze Schmäh und die Gesamtverantwortung einfach der Landwirtschaft in die Schuhe zu schieben, ist zwar einfach, trifft aber nicht den Kern, obwohl dort wohl zuerst ein Umdenken erfolgen muss und teilweise auch schon erfolgt (s. blühende Felder in Recklinghausen im Quellberg-Bereich).

 

Bei der Politik ist es in NRW wohl aktuell so, dass Gewinn und Rentabilität in der Landwirtschaft dem Recht auf Artenvielfalt und Bestandserhaltung vorgeht, traurig, aber wohl wahr. Dabei ist doch auch klar, dass die Landwirtschaft Natur- und Artenschutz nicht durchgängig mit eigenen Einkommenseinbußen anschieben kann und muss. Intelligente Lösungen müssen schnell her: Eine sehr bekannte Politikerin sagte mal vor einigen Jahren, wenn auch in einem anderen Zusammenhang, Deutschland sei ein reiches Land. Darauf folgt Satz Nr. 2: "Wir schaffen das!"

 

Hoffentlich!

 

In der Zeit vom 16. Mai (Aufbau) bis zum 4. Juni 2019 (Abbau) findet in den Räumen der Stadtbücherei Oer-Erkenschwick, Berliner Platz, eine Ausstellung zur Feldlerche, Vogel des Jahres 2019, statt. Der Eintritt zu dieser Ausstellung ist wie immer frei.

 

NABU Ostvest

05.05.2019

Feldlerche

Die Feldlerche ist der Vogel des Jahres 2019

 

Tja, die Ausstellung dazu kommt im Mai 2019 nach Oer-Erkenschwick in die Stadthalle. Die Feldlerche ist im Bestand bedroht, die Art hat eklatante Bestandsrückgänge zu verzeichnen.

 

Also schaue ich mich um, irgendwo muss es doch im Ostvest noch Feldlerchen geben. In Essel, überhaupt auf Oer-Erkenschwicker Gebiet,  sah und hörte ich leider nichts.

 

Fündig wurde ich Mitte April in der Nähe des Oelmühlenweges in Datteln. Dort trällerten mehrere Lerchen hoch oben ihr Lied - na also, immerhin, es gibt sie noch.

 

Aber wenn wir die Art erhalten wollen, dann muss sich etwas tun, und diesmal ganz konkret sind die Landwirte gefordert.

 

Ohne Zugeständnisse an die Bedürfnisse dieses früheren Allerweltsvogels über und auf unseren Feldern wird es diesmal nicht gehen, sonst ist die Art demnächst "weg", und ob sie dann noch einmal wiederkommt, wer will das wissen?

 

Ein altes Flugbild der Feldlerche und ein aktuelles über den noch "Fundort" liegt diesem Kurzbericht bei.

 

NABU Ostvest/23.04.2019

Neuer Industriestandort in Oer-Erkenschwick in Rapen?

Es wird auf den Pressebericht in der Stimbergzeitung zu den Plänen der Oer-Erkenschwicker Stadtverwaltung (in Kooparation mit der Stadt Datteln wegen Berührungen der Gebiete an der Hachhausener Str.) verwiesen. Zur Zeit führt die Straße An der Dillenburg von der Holtgarde dort in ein idyllisches Waldgebiet mit einem intakten Bach und umgeben von Feldern. Dort ist die Landfleischerei Prott ansässig (es war nach Ausbau der angrenzenden Zechenbahntrasse als Radweg meines Wissens angedacht, bei Prott so etwas wie eine Fahrradstation aufzubauen, essen, trinken bei Prott und kleinere Reparaturen inbegriffen). Hinter Prott residiert noch der Bogensportclub.

Die Zeitung schreibt, dass die Stadtverwaltung angedacht hat, dieses Gelände, welches noch im Eigentum der Ruhrkohle steht, zur Industriefläche weiterzuentwickeln.  Man hat also (mal wieder) Visionen. Wenn die Karte deckungsgleich mit der geplanten Fläche ist, müsste Prott entweder dort bleiben oder sich einen anderen Standort suchen, die Bogenschützen bekämen irgendwo ein anderes Plätzchen, um ihre Pfeile zu verschießen und so 1 000 Bäume müssten wahrscheinlich weg. In der Mitte des wunderschönen Wäldchens hinter dem Bogenschießplatz hat vor einigen Jahren ein Orkan gewütet und viele Bäume "flachgelegt". Das Gelände wurde erst kürzlich wieder aufgeforstet, waren die hunderte von Setzlingen buchstäblich für die Katz? Hinter dem Wäldchen erstrecken sich linkerhand der ehemaligen Zechenbahntrasse  Felder und kleine attraktive Waldstücke. Die Gegend ist wildreich, dort leben ganz sicher auch Fledermäuse und co.

Nun haben wir als gelungene Großindustrie Gustoland in Oer-Erkenschwick, mit der alten Zeche im Ortskern geht es nur vorsichtig voran. Das Riesenprojekt mit dem Golfplatz ist gescheitert, es kommt jetzt irgendwann (stand in der Zeitung) ein Treibhausbetreiber, der dort im großen Stil Tomaten usw. züchtet für den Verzehr. Ob damit die GANZE restliche Zechenfläche verplant ist, ist mir nicht bekannt. Wenn ja, Hut ab, das wäre dann so Costa de Almeria (Roquetas de Mar) im Kleinformat.

Also wir brauchen Industriefläche, und zwar nicht, weil dort VW oder BMW händeringend ein großes Grundstück sucht, sondern wir brauchen die Fläche für den Fall, es käme jemand, der sowas brauchte, und dann wären wir in OE und Datteln jedenfalls gerüstet und gut aufgestellt ...

Und wenn keiner kommt, was dann???? Legen wir die Bäume erst komplett um und forsten wir dann wieder auf und sagen, es hat halt nicht sollen sein? So hat auch der erste Mann im Kreis argumentiert, als es um die Erschließung des New Parks in den Dattelner/Waltroper Rieselfeldern ging. Also erst Infrastruktur hin, damit der Firmengründer sehen kann, wo er denn hingeht. Und wenn er dann nicht will, sondern lieber ins Münsterland (Olfen z. B.) geht, weil da neben Grundstücken auch noch steuerliche Vorteile winken, dann bleibt uns der potentielle Industriestandort so als Steppe erhalten. Doch wenn jemand kommt, OE ist bereit ...

Welch grandiose Perspektive für eine Stadtentwicklung. Man muss halt VISIONEN haben.

Ich kenne Leute, die bauen nicht am Rhein eine Brücke für den Fall, dass mal die Anlieger zu beiden Seiten eine große Verbindungsstraße bauen, die der Brücke bedürfen. In Waltrop stehen am Datteln-Hamm-Kanal noch Brückenfundamente, denen die Straße abhanden gekommen ist. Ob diese Fundamente eine Rolle spielen, wenn die neue für den New Park benötigte Straße gebaut wird, wer kann das schon sagen?

Ulrich Kamp 25.02.2019

Unter Bezugnahme auf den Presseartikel in der Stimberg-Zeitung ("Neuer Anlauf für Industrieflächen-Idee") vom 22.02.2019 s. auf dieser Homepage unter Presse.

Die anliegenden Bilder wurden erst kürzlich noch in Unkenntnis des Presseartikels von mir aufgenommen, ich fand und finde die Gegend einfach schön.

Erfolgreiche Winterfütterung

Kernbeißerpärchen
Erlenzeisig mit Jungvogel (oder Birkenzeisig)

Einheimische Vögel bei der Winterfütterung zur Stelle. NABU-Freund Patrick Recktenwald fotografierte seine bildhübschen Besucher an den Futterstellen. Fazit: Wer sich über gefiederten Besuch in seinem Garten oder auf seinem Balkon freut und dort auch gern beobachtet, sollte die Vögel füttern, Futterhäuschen, Silos, Nüsse im Netz, Meisenknödel, wenn es richtig kalt wird, sind die Vögel zur Stelle.

Patrick fotografierte ...

ein Kernbeißerpärchen (ml. u. wbl.) Coccothraustes coccothraustes) - die Vögel sind bekannt für ihre enorme Beißkraft. Vögel dieser Art in Not sollte man nur mit stabilen Handschuhen anfassen. Er kann Pflaumenkerne knacken, da sind Blutblasen an den Händen eine Kleinigkeit.

Erlenzeisige (Carduelis spinus). Die Vögel vermischen sich im Winter mit Birkenzeisigen. Danach ist der zweite (hintere) Vogel entweder ein Jungvogel oder ein Birkenzeisig.

Eine Haubenmeise (Parus cristatus). Unverkennbar mit seiner Punkerfrisur.

Ein Waldbaumläufer (Certhia familiaris). Leicht zu verwechseln mit dem Gartenbaumläufer. Beide klettern am Boden beginnend spiralförmig die Bäume hoch und suchen dabei Fressbares mit seinem gebogenen Pinzettenschnabel (Larven, Raupen usw.) unter der Rinde. Unter der Rinde brüten sie auch.

Ein Kleiber (Sitta europaea). Noch ein Waldbewohner, eine höhlenbewohnende Spechtmeise. Einziger Vogel bei uns, der kopfüber "mit Affengeschwindigkeit" einen Baumstamm senkrecht herunterlaufen kann. Er schafft es aber immer, rechtzeitig in 1 - 2 m Höhe abzufliegen ohne Bodenberührung. Unverkennbar im Wald durch seinen typischen trillernden Ruf (er kann aber auch andere Pfeiftöne und Rufe).

Auch eigentlich ein Waldbewohner - ein Buntspecht (Dendrocopos major), der sich auch gern am Futterplatz mit den Erdnüssen u. ä. beschäftigt.

Haubenmeise
Waldbaumläufer
Kleiber
Buntspecht

NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 91/18 | 14. Dezember 2018

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NABU NRW zu den Schafrissen in Hünxe

NABU für pragmatischen Umgang mit dem Wolf

Diskussionen um Abschuss verbieten sich jedoch so lange Untersuchungsergebnisse nicht vorliegen | Land muss Berufsschäfer stärker unterstützen

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Düsseldorf – Angesichts der beiden aktuellen Schafsrisse bei Hünxe ruft der NABU Nordrhein-Westfalen alle am Wolfsmanagement Beteiligten zur Besonnenheit auf.  „Jegliche Diskussionen um einen Abschuss verbieten sich so lange die beiden aktuellen Risse nicht vollständig geklärt sind“, erklärt Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. Forderungen nach einem Abschuss der Wölfin lehnt der NABU Nordrhein-Westfalen in der aktuellen Situation daher strikt ab.

 

Sollte aber amtlich festgestellt werden, dass ein und dasselbe Tier die empfohlenen, sorgfältig umgesetzte Herdenschutzmaßnahmen mindestens zweimal überwunden und Nutztiere getötet hat, spricht sich auch der NABU auf Bundes- und Landesebene dafür aus, solche Tiere zu töten.

Josef Tumbrinck: „Die Ministerin ist jetzt aufgefordert zum einen über eine Verordnung das Verfahren für solche Fälle zu regeln, auf der anderen Seite muss sie oder der Landtag Mittel zur Verfügung stellen, damit flächendeckend in NRW Präventionsmaßnahmen gefördert werden können“. Nach Ansicht des NABU dürfen Wölfe durch unzureichende Schutzmaßnahmen befördert nicht lernen, dass es hinter den Zäunen leichte Beute gibt. Zu den Präventionsmaßnahmen gehört auch, gerade den Berufsschäfern zu helfen, indem ihnen die geförderten Maßnahmen nicht auf ihre EU-Förderungen angerechnet werden.

 

Der Wolf ist eine nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen, der Berner Konvention, der europäischen Naturschutzrichtlinie (FFH-Richtlinie) und dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Art. „Bevor ein Abschuss angeordnet wird muss selbstverständlich der Sachverhalt geklärt sein. Alle am Wolfs- und Herdenschutz Beteiligten müssen dafür Sorge, sämtliche wolfsabweisenden Maßnahmen im Wolfsgebiet zunächst vollumpfänglich und wirksam umzusetzen und auszuschöpfen“, so Tumbrinck.

 

Denn Wölfe seien nun einmal auf Huftiere spezialisiert. Neben Rehen, Rothirschen und Wildschweinen zählen zu den Huftieren auch Schafe und Ziegen. Für sie müssen auch in potenziellen Wolfsregionen flächendeckend Schutzmaßnahmen ergriffen werden können. Bei ihren langen Streifzügen kommen Wölfe immer wieder mit Weidetieren in Kontakt. Sind Schafe und Ziegen nicht oder schlecht geschützt und hat ein junger Wolf noch nie Erfahrungen mit Schutzzäunen gemacht, wird er versuchen, hier leichte Beute zu machen. Dies kann bei wiederholtem Erfolg zu einer Gewöhnung führen. „Dies muss von Anfang an vermieden werden. Jedem Wolf muss beim ersten Versuch klar werden, dass Nutztiere eine unerreichbare Beute darstellen“, so Thomas Pusch, Sprecher des LAF Wolf im NABU NRW.

 

 

Für Rückfragen:

Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW, mobil: 0171 38 67 379

Thomas Pusch, Sprecher Landesfachausschuss Wolf, mobil: 0170 21 58 624

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de  

Naturdenkmal

In der Haard befinden sich zahlreiche Naturdenkmäler, die wie im gesamten Kreisgebiet üblich als Naturdenkmal erfasst und kartiert wurden. Dieser Findling befindet sich nebst Erläuterungstafel auf einem Wanderweg in der Nähe der ehemaligen Raketenabschussbasis im Jammertal.

 

Bilder: Ulrich Kamp Okt. 2018

Der Teufelsstein

Dieser Stein ist ein bekanntes und naturschutzrechtlich geschütztes Relikt aus der (oder besser einer?) Eiszeit, also aus längst vergangenen Tagen. Er befindet sich im Naturschutzgebiet Stimberghöhen in Oer-Erkenschwick in der Haard.

 

Der Standort kann relativ leicht gefunden werden, besonders wenn man die Straße von Oer-Erkenschwick nach Ahsen fährt.  Man suche den gut zu sehenden Sendemast der ehemaligen Radarstation der Bundeswehr auf dem Stimberg. Dann geht man den Rundweg A 7, der direkt unterhalb der ehemaligen Radarstation um das Naturschutzgebiet herumführt, dort findet man zwei große Steine, das größere Exemplar am Wegesrand ist der sogenannte Teufelsstein.

 

Der Name ist wohl seit Urzeiten überliefert, woher er genau kommt, ist mir nicht bekannt. Richtig ist, dass die Steine der mittelalterlichen Petruskirche in Recklinghausen wohl größtenteils vom Stimberg geholt wurden, insoweit diente das jetzige Naturschutzgebiet vor vielen Jahren als Steinbruch.

 

Es gibt eine alte Sage um einen Pakt des damaligen Baumeisters der Kirche mit dem Teufel, der damit endete, dass der Baumeister einfach den Schlussstein in die Kirche nicht einsetzte, um die Kirche unvollendet zu lassen. Er hatte damit den Teufel um seine (des Baumeisters) Seele betrogen, die nach Fertigstellung der Kirche eigentlich "des Teufels" war.

 

Nur dann müsste dieser Stein als Abschlussstein erst in Recklinghausen gewesen und dann von dem geleimten Teufel per Luftpost zum Stimberg gebracht worden sein ... Und so scheint es nun wirklich nicht gewesen zu sein. Damit bleibt der Name des Steins nicht erklärbar.

 

 

Ulrich Kamp

18.11.2019

 

 

Ist Ihnen die immense Bedeutung der Regenwürmer für unser Öko-System bekannt?

Nein? Dann lesen Sie bitte ...

Vogel des Jahres 2017 ist der Waldkauz

Das ist eine kleine Überraschung, denn der Waldkauz (Strix aluco) ist weder im Ostvest noch sonstwo in Deutschland im Bestand gefährdet. Ganz im Gegenteil wurde empfohlen, ihn NICHT mit Nisthilfen zu unterstützen, er käme auch so gut klar.

Diejenigen, die den Vogel gewählt haben, haben den Waldkauz stellvetretend für seinen Lebensraum gewählt, und der ist durch Landschaftsverbrauch an vielen Orten gefährdet. Der Waldkauz ist aber nicht nur ein Waldbewohner, er bewohnt auch kleinere Parks und Gärten. Er brütet in Baumhöhlen, aber auch in alten Elstern- und Krähennestern, auch passende Nischen in Gebäuden werden angenommen. Er ist u.  a. ein eifriger Mäuse- und Rattenjäger, reagiert aber leider auch auf kleinere Eulen- und Käuzchenarten wie den bei uns gefährdeten Steinkauz - selbst erlebt, ruft der NABU mit Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde zum Zwecke der Zählung den Steinkauz und notiert die Antworten, so kommen nicht nur die Steinkäuze näher, um den vermeintlichen Rivalen in Augenschein zu nehmen, auch der Waldkauz kommt, und zwar leider mit der Absicht, die kleine Eule (den kleinen Kauz) zu schlagen - deswegen auch der Verzicht darauf, den Bestand des Waldkauzes noch durch Nisthilfen, die er auch gern annimmt, zusätzlich zu verdichten.

Im Winter besucht er auch gern die Städte, NABU-Sprecher Klaus Becker hatte ihn mitten in Datteln auf seiner Fensterbank zu Gast und wurde um den Schlaf gebracht. Ruf laut und durchdringend - HUHU, Kuwitt - Kuwitt. Er ist der Vogel, der in den Edgar Wallace-Filmen ruft, nicht der in den Filmen gezeigte viel kleinere Steinkauz. Farbe Grau- oder braun, große runde schwarze Augen, runder Kopf, keine Federohren, kräftiger gedrungener Körper, fliegt wie alle Eulen und Käuze geräuschlos. Körpergröße ca. 40 cm, Flügelspannweite 95 - 105 cm (also ein ganz schöner Brocken, wenn er lautlos anfliegt und plötzlich so vor dem Besucher auf dem Baum sitzt, das hat schon etwas ...).  Und Vorsicht: Fühlt er sich oder seinen Nachwuchs bedroht, attackiert er ...  gern von hinten und hackt von oben ins Gesicht, da soll es schon üble Verletzungen gegeben haben. Also wehrlos ist er ganz sicher nicht.

Jetzt beginnt die Zeit der Rufe in der Dunkelheit - schön gruselig-unheimlich. Wenn man dann den schwarzen Schatten über sich in einem Baum oder einem Telefonmast sitzen sieht - so im Mondlicht - das ist schon stimmungsvoll und macht Eindruck. Da die Käuze durchaus auch in Rufweite ihr Revier haben, kann es gut sein, dass sich zwei oder mehr Käuze auch in einer kalten Winternacht durch gegenseitige Rufe die Zeit vertreiben (wohl eher zur Balz oder ihr Revier abzustecken).

Ulrich Kamp

22.10.2016

Bild Rüdiger Dietrichs: Ein Waldkauzpärchen wohnt seit Jahren im Turm des Hauses Vogelsang in Datteln-Ahsen und lässt sich manchmal auch bei Tageslicht sehen.

Und noch zwei herrliche Waldkauzbilder von Marita Eckart. Sie hat die wunderschönen Vögel in einer Greifvogel- und Eulenstation am Niederrhein fotografiert.

Klimaschutzveranstaltung der Stadt Datteln

Für den NABU Ostvest waren Klaus Becker und Alfons Pennekamp - beide aus Datteln - vor Ort. Alfons Pennekamp berichtet wie folgt:

 

Alfons Pennekamp als Vertreter aller anerkannten Naturschutzverbände (NABU, BUND, LNU) im Ostvest machte auf dem Termin eindeutig klar, dass eine derzeitige Beteiligung an einem Klimaschutzkonzept für Datteln abgelehnt wird, da das Kraftwerk Datteln IV weiterhin im Bau ist. Aus unserer Sicht ist es ein Unding, sich in Klimaschutzprojekte der Stadt Datteln einzubringen, wenn die Stadtverwaltung und die örtl. Politiker in Datteln den mit jährlich über 8 Mio. Tonnen CO2-Ausstoß größten Umweltverschmutzer Europas unterstützen und den Bau vorantreiben. Jegliche Klimaschutzziele werden damit unterwandert, nicht nur in Datteln, sondern deutschlandweit.
 

 

 

Kolkraben im Ostvest

Alfons Pennekamp befasst sich eingehend in der Fachliteratur mit einer Kolkrabenbrut am Dattelner Haardrand. Lesen Sie selbst (auch die NABUs Gerhard Clarenbach - der Spechtexperte - und Klaus Becker haben "Ihren Beitrag" geleistet.

 

Ulrich Kamp

 

30.04.2016

Pflege- und Auffangstationen

Mit dem WDR-Programm auf der Olfener Lippeseite

Im März 2016 erhielt ich einen Anruf. Herr Peter Lautsch stellte sich als WDR-Mitarbeiter vor, ob ich Sprecher des NABU-Ostvest wäre. Er hätte uns über die aktuelle Presse und unsere Homepage "auf dem Schirm" und suchte Leute, die sich im Naturschutzgebiet Lippeauen Datteln/Olfen auskennen, wobei ihm klar war, welche Meinung wir zu bestimmten Aktivitäten bei der Umweltgestaltung haben. Angedacht war ein Fernsehbeitrag mit Vertretern der Stadt Olfen, die für die touristische Entwicklung unter sogenannten sanften Naturschutz einstehen und wir sozusagen als die Bremsklötze des touristischen Fortschritts auftreten sollen. Ob ich mir vorstellen könnte, dass ich bei einem Fernsehbeitrag unsere Meinung zur Landschaftsentwicklung darlegen und begründen könnte (Ich konnte beides, vorstellen und erklären). Da ich aber aufgrund meiner Erfahrungen damit rechnete, dass die Pro-Touristik-Fraktion mit mehreren Leuten erscheint, habe ich Alfons Pennekamp gebeten, mit dabei zu sein, weil er das Projekt ebenfalls sehr gut kennt und auch über den Kreis Recklinghausen in die Entwicklung eingebunden war und ist.

So haben wir uns dann verabredet: Treffen morgens Parkplatz links nach der Lippebrücke in Ahsen. Vorab hatte mir Herr Lautsch gesagt, was er von uns erwartete (aha, Anforderungsprofil). Und zwar Aussichtsplattform Krähenbusch, geplanter Brückenstandort (DIE BRÜCKE; JA DIE BRÜCKE, s. auf dieser HP die CDU Datteln und der NABU Ostvest) Kläranlage Olfen, Halbinsel unterhalb der Wochenendsiedlung am Steilufer der Lippe mit Mega-Aussichts-Ansitz, die baulichen Maßnahmen mit schwerem Gerät an der Lippe und der Standort gegenüber dem alten Schleusenhaus unterhalb der Wochenendsiedlung, dort wo Flussstrand und neue Stevereinmündung geplant ist).

Hei, jetzt hatte ich gut zu tun. Also den Hund geschnappt und ab, B 235 von Datteln aus über die Lippe - erste Straße links Krähenbusch - und schon begann die Reklame mit gelben Kleinstpyramiden, hurra, die neue Lippe ist jedenfalls in Olfen schon fast da.

Also habe ich mir den Zugang am Krähenbusch zum älteren Ansitz angeschaut, Weg gut erschlossen, freier Zugang zur Lippe - Pferde waren auch da, sie haben auf dem Weg ihre Botschaften hinterlassen.

Danach Mäusebussard und Fasan fotografiert (auf dieser HP a. a. O.). Nun der Mega-Besucher-Ansitz auf einer Halbinsel in der Lippe mit Hundebesitzern, die ihre Wauwaus frei laufen ließen. Gänsesäger waren da und gegenüber folgten zwei Störche und ca. 200 Möwen dem Landwirt, der mit seinem Trecker Furchen zog.

Und weiter zu den Stromschnellen unterhalb des alten Fährhauses und dann habe ich mir sprichwörtlich "den Wolf gesucht" an den Aktivitäten zum Ausbau der Lippe. Denn die Lippe ist auch auf der Olfener Seite nicht überall zugänglich, also ging es durch Mischungen aus Tundra, Taiga und Dschungel zur Lippe, bis ich wenigstens halbwegs Blick und Fotomöglichkeiten hatte. Heureka, ich habs.

Nächster Tag - WDR. Erstmal hat der Filmemacher um 09:30 gesagt, er habe um 12 Uhr einen Termin auf der Lippebaustelle auf Dattelner Seite, bis dahin wollte er fertig mit uns sein. Konsequenz - die Hälfte seiner Wunschliste wurde gestrichen. Und los ging es zum Brückenstandort, zum Megaaussichtspunkt mit "dem Ansitz, der aussieht, wie eine Raketenabschussrampe und auch die Größe dafür hat". Passt in das Naturschutzgebiet wie die Faust aufs Auge, aber macht auch aus 800 m immer noch "schwer was her".

Danach ging es zum Flussstrand gegenüber dem alten Fährhaus - Stromschnellen gucken - aber: Was gestern noch einfach war, ist heute sehr schwierig, denn Waldarbeiter haben den Weg gesperrt, Baumfällarbeiten, und zwar richtige BÄUME und keine Sträucher. Also, mit etwas Mut und Augen auf seitlich durch die Büsche, klappte auch.

Wir haben den Filmern unsere Meinung gesagt (die Lippe Entfesselung dient der Natur, also den Tieren und den Pflanzen und nicht vordringlich den Menschen, die allein durch ihre Präsenz bei den Bauwerken und dem Druck, der auf das Flussgebiet ausgeübt wird, doch sehr stören - sanfter Tourismus ist irgendwie anders, so wie es jetzt läuft, erinnert es mich an eine Mischung aus Verona zu Ostern und Machu Picchu in Peru). O. K., leicht übertrieben, aber mit einem Wohnpark mit fast 800 Einheiten im Hinterland und weiteren Radfahrern und Spaziergängern in der Hinterhand bei derartig erschlossenen Wegen, da bin ich froh, dass Datteln "arm" und nur Olfen "reich" ist. So kann die Tierwelt immer noch zur anderen Seite flüchten, wenn man sie dort wenigstens in Ruhe lässt (ach ja, die Kanuten wollen ja auch noch eingreifen ...).

Kurzum - bei der Erschließung der Olfener Seite ist mehr getan worden, und zwar weit mehr, als das Gebiet, geplant als Refugium für Wasservögel, Insekten und Amphibien, hergibt.

Von daher werden wir, und das steht fest, einen Brückenbau in diesem Gelände mit allen Mitteln bekämpfen, dies nochmals als ganz klare Botschaft des NABU. Wer den Naturschutz so versteht, wie er auf der Olfener Seite schon betrieben wurde, sollte besser einen Zoo planen und die Menschen hindurchtreiben, die Tiere geschützt durch Käfige, Mauern, Glasscheiben und Gräben. Also Naturschutz und Natur, das ist irgendwie anders, aber ganz anders, und so soll es dann auch sein und bleiben, damit die Landschaft sich entwickeln kann, und zwar  WEITESTGEHEND ungestört. Und wenn die Schaufensterseite eben auf Olfener Gebiet liegt, muss die Dattelner Seite eben "closed shop" sein. Das ist dann auch der Preis, den die Landschaftsentwickler der Olfener Seite zwangsläufig zahlen müssen.

Bauwerke dieser Größenordnung, die der Beobachtung der Tierwelt dienen sollen, suchen wahrlich ihresgleichen. Hat schon mal jemand von den Begriffen inadäquat und überdimensioniert gehört?  Glaubt irgendjemand, der Riesenansitz fügt sich irgendwann einmal harmonisch in die Landschaft ein?

Wie sagt der Volksmund: Kommen, sehen, staunen.

 

Ulrich Kamp

Sprecher NABU Ostvest,  31.03.2016

Nachsatz:

Nachdem NABU-Ostvest-Vorstandsmitglied Marita Eckart mich informierte, dass der Kurzbeitrag am 31.03.2016 gesendet wurde, habe ich mir den Beitrag unter Mediathek angeschaut. Meine Meinung: Sehr ausgewogen, ohne direkt Stellung zu beziehen. Wenn man allerdings bedenkt, dass Alfons Pennekamp und ich zusammen mehr als 12 Stunden reine Zeit investiert hatten, dann ist unsere Beteiligung am Filmchen sehr gering. Denkt man sich die Arbeit der drei WDR-Leute hinzu, so komme ich jedenfalls zu dem Ergebnis, dass für einen 150-Sekunden-Beitrag ca. 24 Zeitstunden von fünf Personen angefallen sind ... ob sich das in der Summe rechnet? Was mag dann so eine aktuelle Stunde pro Tag dem WDR für Kosten verursachen? Besser nicht darüber zuviel nachdenken. Übrigens, wir NABUS haben unsere Hilfe für Gotteslohn verrichtet, allein nur, um den NABU würdig zu vertreten (hoch lebe das Ehrenamt).

 

Ulrich Kamp

01.04.2016

 

 

NSG Lippeauen/Haus Vogelsang und die Dattelner CDU-Initiative

Standort der vom Kreis Recklinghausen gekippten Brücke - dahinter das Olfener Klärwerk
Einer der von der Stadt Olfen gebauten Beobachtungsansitze an der Lippe

Bisher war es in Datteln in Bezug auf die Entwicklung des o. g. Gebietes relativ ruhig.  Bis auf die Aktivitäten eines lokal bekannten CDU-Politikers und Schriftstellers, der gern in der Natur wandert - am liebsten auf krummen Touren - so heißen seine Bücher, eines davon gehört mir, lese ich gern - das Buch über die Haard ist leider vergriffen und nicht käuflich zu erwerben. Schade.

Also die Stadt Datteln ist finanziell nicht so auf Rosen gebetten wie die Nachbarstadt Olfen, wo seinerzeit der Bürgermeister Josef Himmelmann für mich gewisse Ähnlichkeiten mit dem Multi-Millionär Dagobert Duck hatte. Also Olfen ist flüssig und "macht und tut" in Sachen Tourismus auf seiner Seite der Lippe - u. a. neue Wege,  große Ansitze zur Beobachtung der Natur, solange sie noch da ist ...

Als das Zweistromland-Projekt 2013 mit großem Pomp am Haus Vogelsang vorgestellt wurde, war für die NABU-Vertreter nur die Stadt Olfen präsent - und wie. Viele Vorschläge waren gut, manche nicht so sehr aus Naturschutzsicht - aber wurden von uns abgenickt. Einen Wunsch konnten und wollen wir der Stadt Olfen nicht erfüllen, die Lippequerung an der Olfener Kläranlage. Flussstrand, Einleitung Stever am alten Fährhaus, Beobachtungsansitze (Gehen Sie auf dieser Homepage unter Exkursionen auf "Die andere Seite der Lippe". Dann sehen Sie mehr und klar.). Das war und ist schon mehr, als wir unter Naturschutzaspekten gut finden ... Aber die Brücke an dieser Stelle war für uns überhaupt nicht akzeptabel.

Aus Gründen der Ehrlichkeit (galt nicht für die Moderatorin am Haus Vogelsang bei der Projektvorstellung, die den NABU kurzerhand abwürgte, als unangenehme Fragen drohten) habe ich Herrn Bürgermeister Himmelmann vor dem Zelt gesagt, dass wir die Brücke nicht durchwinken und im Falle einer Genehmigung klagen würden, weil die Brücke im Naturschutzgebiet für den Naturschutz an der gewünschten Stelle tödlich ist. Alternativstandorte gefielen der Stadt Olfen wohl nicht, die Genehmigung der Brücke wurde nach Antrag der Stadt Olfen beim Regierungspräsidenten durch die für den Naturschutz auf Dattelner Seite zuständige Kreisverwaltung Recklinghausen abgelehnt - das ist der Stand, meines Wissens bis heute.

So, am 12.02.2016 wird die CDU Datteln getrieben von unbändiger Wanderlust in der Presse initiativ, aber nicht selbst, aber nicht doch ... Der Bürgermeister wird angeschoben, er soll sich mal äußern, wie es denn auf der Dattelner Seite um den Fortgang der Erschließung des Naturschutzgebietes und besonders des Brückenbaus steht.

Also ABM der CDU-Fraktion (als Opposition) für gelangweilte und unterbeschäftigte Bürgermeister mit leerem Stadtsäckel.

Hallo? Wer stellt denn den Bürgermeister in Olfen seit Jahren? Erraten - die CDU, aktuell ist wieder ein Mann an der Spitze, auf Himmelmann folgte Sendermann. Warum wandert die CDU-Fraktion nicht mal auf krummen Touren gen Olfen und erkundigt sich bei den Parteigenossen, was denn so los ist. Denn die Brücke würde nun mal in Olfen beginnen und in Datteln enden - oder umgekehrt. Da spricht man doch mal zusammen, und ist direkt schlauer (Zauberwort: Kommunikation).

Also mit der Brücke auf Dattelner Seite wird es wohl nichts. Da Olfen seine Brücke nicht ohne Datteln bauen kann, ruht die Sache, vorsichtig betrachtet.

Macht der CDU Datteln aber nichts aus. Am 24.02.2016 fordern die unruhigen Wanderer von der CDU einen Rundweg, beginnend, so wie ich es verstehe, am alten Schleusenwärterhäuschen und dann durch die Heckrinder??? (Viel Spaß mit dem Leitbullen), die dort rund um das Storchennest weiden, natürlich eingezäunt. Oder wollen die eifrigen Wanderer einen neuen Zaun zwischen Lippe und Heckrindern zum Schutz des Rundweges errichten (lassen, durch wen, wer zahlt?)? Und dann führt der Weg so an der Abbruchkante der Lippe vorbei, die Lippe ist entfesselt und mäandert und der Weg ändert sich mit dem Flusslauf? Also nicht ganz ungefährlich, meine ich, du stehst an der Uferböschung und guckst, plötzlich bricht der Rand, da unterspült, ab, und du bist froh, dass du schwimmen kannst und kein Hochwasser ist ...

Es geht am geträumten Brückenstandort gegenüber des Klärwerks vorbei und endet dort etwas weiter unter Anbindung einer Sackgasse. Jawoll, jetzt haben alle freien Weg und freie Radfahrt, durch das Naturschutzgebiet, an der Lippe und hinüber nach Olfen oder im Kreis. Naturschutz sanft? Hallo?

Wasservögel und Säugetiere müssen sich halt eingewöhnen, klappt doch im Zoo auch. Wir haben ja ein Naturschutzgebiet, das fast überall betretbar und einsehbar ist. Wir können alles beobachten, fragt sich nur was und wie lange noch? Man sagt auch, Kajakfahren wäre ein Sport für den einen oder anderen CDU-Mann. Warum nicht auch dann einen legalen Reitweg an der Lippe? Wenn schon Unruhe, dann aber richtig. Auf Olfener Seite wurde doch schon geritten (s. Homepage). Und ehrlich gesagt, niemanden interessiert auf Olfener Seite, wer denn am Lippeufer nun seine Hunde frei laufen lässt, wer dort wild campiert und wer Flugbilder von Gänsen dadurch erreicht, dass er Böller zwischen die Tiere wirft. Habe ich nicht erfunden, habe ich fotografiert - gegenüber dem alten Schleusenhäuschen.

Soweit mir bekannt ist, können bauliche Maßnahmen in einem Naturschutzgebiet mit FFH-Rang (Flora-Fauna-Habitat, selbst die EU passt auf) ohne Genehmigung der Naturschutzbehörde beim Kreis Recklinghausen allenfalls geträumt, aber nicht durchgeführt werden. Also die Lippe wird für viel Geld renaturiert, mäandern soll sie, wild soll sie sein, ursprünglich mit all den Tieren, die schon da sind (Eisvogelgebiet, Kormoranschlafplatz u. v. m.), und die hoffentlich noch kommen und bleiben werden.

Und mittendrin die Wandervögel der CDU, die der Natur durch persönliche Nähe bei ihrer (Rück-?)Entwicklung helfen. Ganz ehrlich, ich würde auch mal gern in Datteln das Naturschutzgebiet Wüste Mühle in Augenschein nehmen. Ich kenne nur keinen legalen Weg hinein. Dies gilt auch für das Naturschutzgebiet Becklemer Busch u. a.).

Ich zitiere jetzt einen Fachmann, dessen Meinung ich uneingeschränkt bei den folgenden Worten teile:

"Aber in einem Naturschutzgebiet ist es nicht erlaubt, die Wege zu verlassen", (Rolf Sonderkamp in seinem Buch  "Auf krummen Touren durchs Revier", Seite 64, verlegt im Klartext Verlag, Essen, im Zusammenhang mit der alten Wallburg im NSG Burg in Marl-Sinsen. Recht hat er, der Mann.

Und in der Burg hat niemand beantragt, einen Weg in das Naturschutzgebiet zu bauen, um Zugang zu dem Relikt aus dem frühen Mittelalter zu erhalten. Er hätte wohl auch keine Chance gehabt. Ich hatte dort zwei Führungen, eine durch die für den Naturschutz dort zuständige Sachbearbeiterin des Kreises Recklinghausen - No-Go-Area - Ende. Der Schutz der Flora und Fauna geht vor, gewandert wird auf den legal vorhandenen Wegen und sonst eben nicht.

Also viel Freude bei der Umsetzung des Wegewunsches. Vorab - wir sind immer ehrlich - den Weg würden wir selbstverständlich auch bekämpfen, keine Frage.

Nun hat ja Datteln noch viele andere Baustellen, an denen sich eine Partei, die sich profilieren will und muss, abarbeiten kann (Datteln IV, NewPark und die neue Verbindungsstraße, und und und ...).

Also anpacken kann man genug, es sind reichlich Probleme vorhanden. Gut wäre es aus meiner Sicht, wenn eine Partei, die nach den Sternen greifen will, sich vorab auch mal mit der Finanzierung ihrer Wünsche auseinandersetzt und diese durch konkrete und machbare Vorschläge sicherstellt. Oder soll Herr Dohra für das Stadtsäckel, um alle Wünsche zu erfüllen, singen gehen?

(Was die Zeitung schreibt, lesen Sie unter Presse).

 

Ulrich Kamp

Sprecher NABU Ostvest

24.02.2016

 

Was ist denn nun los mit der Landwirtschaft in unserem Lande?

Dieser Beitrag beruht auf den Presseberichten zu diversen Merkwürdigkeiten (besser jetzt Unregelmäßigkeiten) in unserer Landwirtschaft.

Erst nehmen wir den Artenverlust - Pestizide, Fungizide und intensive (Gülle-?)Düngung lassen grüßen - zur Kenntnis. Also - hohe Verluste bei den Insekten (Bienen, Wespen, Hornissen, Schmetterlinge, Libellen, banale Fliegen, Raupen usw.). "Rätselhafter" (wirklich?) Rückgang bis zum Totalverlust von Kiebitzen und Lerchen.

 

Unschuldsbeteuerungen der Landwirte über ihre Verbände und die chemische Industrie - und jetzt ein neuer "Klopfer", und was für einer.

 

Abwasserpilze in den Bächen im Münsterland ruinieren das tierische und pflanzliche Leben in den Bächen. Und diesmal sind wohl sogar die landwirtschaftlichen Verbände erst mal in Deckung gegangen, wenn man dem Pressebericht glaubt (s. Presse auf dieser Homepage).

 

Meine Damen und Herren Landwirte: ES IST JETZT GENUG. Die Naturschützer spritzen nicht die Felder und killen das tierische und pflanzlich ungewollte Leben - es sind eben auch Kollateralschäden möglich, das ist aber nicht hinnehmbar. Die Naturschützer leiten auch nicht gewollt oder ungewollt Silage in die Bäche, das kann man nur den Betreibern dieser Anlagen anlasten, und wer ist das wohl?

 

Die Zeiten der Beschwichtigungen und der faulen Ausreden sind vorbei, und wenn es nicht funktioniert, dann ist auch diesmal Herr Remmel als Fachaufsicht gefordert. Notfalls muss eben auch mal über Ordnungswidrigkeiten und Straftaten gesprochen werden.

 

Natürlich gibt es Landwirte, die mit dem Bau eines Windkraftrades mal jährlich 40.000 Euro verdienen - wird wohl gern verschwiegen. Dann gibt es die obligatorischen Klagen der Landwirtschaft, die Gewinnmargen reichen nicht aus, die Rahmenbedingungen stimmen nicht - vom Wetter ganz zu schweigen.

 

Mag alles sein, aber ist das ein Grund, das Trinkwasser zu versauen? Herr Remmel, wir bitten Sie um schnelle Aufklärung, wenn es sein muss, dann eben auch mit Hilfe der Staatsanwaltschaft. Wenn mein Trinkwasser vergiftet wird, gehe ich eigentlich von Körperverletzung aus, wovon sonst?

Eine Eigenprüfung der Landwirte über ihre eigenen Interessenverbände ist Quatsch, oder blitzen sich die zu schnellen Autofahrer demnächst gegenseitig selbst?

 

Also Herr Remmel, lassen Sie markigen Worten auch glasklare Taten folgen. Letztendlich werden es Ihnen auch die Landwirte, die auf eigene Kosten korrekt arbeiten, danken.

 

Ulrich Kamp

 

NABU Ostvest 29.01.2016

 

 

Der Rotmilan und die Windräder

Nitrat im Trinkwasser und zu viele Wildschweine in der Haard

Zu beiden Themen berichtete die Stimberg-Zeitung am 25.11.2015. Die Artikel sind vollständig unter Presse auf dieser Homepage hinterlegt.

Also: Nitrat gilt als krebserzeugend und befindet sich vor allen Dingen dann im Grund- und damit oft im Trinkwasser, wenn übermäßig Gülle auf den Feldern ausgebracht wird. Die Gülle fällt aber nicht vom Himmel, sondern sie ist das planmäßige Ergebnis von extensiver Viehzucht, vorzugsweise in Großmästereien, also Riesenschweineställen. Da dieses Geschäft mit dem Fleisch boomt (Klagen der Landwirtschaft über die schwierige Ertragslage sind wir inzwischen gewöhnt), werden überall - auch im Ostvest - neue und größere Mastanlagen errichtet. So ein Großbetrieb mit 200 Schweinen erzeugt im Monat die Schweinegülle von 6 000 Schweinen, in 10 Monaten also von 60 000 Schweinen. Sollen wir weiterrechnen? Wenn diese 200 Schweine dann irgendwann verarbeitet - also geschlachtet – werden, kommen neue Schweine.

So weit, so gut. Wer viele Schweine hält, muss sich zwangsläufig Gedanken darüber machen, wo er denn mit der Gülle hin will. Hat er viel eigenes Ackerland, gibt es vielleicht Lösungen, ansonsten muss die Gülle - wie aus dem niederländischen Bereich - woanders, auch in Deutschland - ausgebracht werden. Die Frage ist doch wohin gesundheitsverträglich mit diesen Bergen an Sch….?

In dem Gülleartikel kommt dann ein Vertreter der Wasseraufbereitungsindustrie zu folgendem völlig überraschenden Ergebnis: Sollen die Nitratwerte in den Böden nachhaltig gesenkt werden, muss deutlich weniger Gülle auf den Feldern ausgebracht werden.

Ja, wie denn - bei zunehmenden Viehställen? Soll der Landwirt seine überzählige und nicht gesundheitsverträglich ausbringbare und auch nicht anderweitig verwertbare Gülle einlagern bis zum St. Nimmerleinstag? So wie Atommüll z. B.?

Herr Remmel von den Grünen als Umweltminister soll nicht "Alarm" schlagen, er soll sich etwas einfallen lassen - so mit Gesetzeslage - und das bitte zz (ziemlich zügig). Landwirtschaftslobby hin oder her, billiges Fleisch vor oder zurück ... wer keine Möglichkeit hat, seine Gülle verantwortungsbewusst ohne die Umwelt und damit die Lebewesen nachhaltig zu schädigen, zu verwerten, DARF eben nicht unbegrenzt Ställe für die Massentierhaltung errichten. Da ist die Politik nun mal nachhaltig gefordert, und die Naturschutzverbände bleiben bei diesem brisanten Thema natürlich am Ball.

 

Thema Nr. 2 – Zu viel Wild in unserem Wald - vorzugsweise diesmal Wildschweine (Rehe haben wir auch mehr als genug)

200 Teilnehmer jagten in der Haard und erlegten u. a. 59 Wildschweine. Damit waren die Veranstalter der Jagd nicht so richtig zufrieden, obwohl schon 150 Wildschweine vorher im Jagdjahr erlegt wurden. Der Wildschweinbestand in der Haard wird von Fachleuten auf über 1 000 Tiere geschätzt. Bei der von Schweinen vorgelegten Vermehrungsrate fällt der bisherige Verlust nicht auf. Also müssen die Damen und Herren Jäger noch mal - vielleicht noch mehrmals - ran. Wildschweine lockern den Waldboden, räumen aber auch den Landwirten die umliegenden Felder aus - so ein Maisfeld von innen sieht dann so aus wie mancher Backenzahn, wenn der Zahnarzt die kariesbefallenen Stellen herausgebohrt hat. Haben die Wildschweine im Wald und den benachbarten Feldern aufgrund ihrer schieren Zahl nicht mehr genug für alle zu fressen, geht es auf Wanderschaft - in die Dörfer, also näher hin zu Menschen (Berlin und Brandenburg lassen grüßen, das konnte ich direkt nach der Wende im Großraum Oranienburg "dienstlich" selbst in Augenschein nehmen. Ist nicht witzig, wenn du aus der Haustür kommst und in deinem Vorgarten gräbt eine Rotte Schweine deine Tulpenzwiebeln aus ...).

Die Jäger sind Heger und Pfleger - wer eine Jagd pachtet, hat nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Die Bestandsregulierung nach unten - wenn es sein muss - gehört dazu - auch beim Rehwild. Die Bestandsregulierung erfolgt bei den Wildtieren über das weibliche Wild, denn die Bache ist für den Nachwuchs letztendlich "verantwortlich", nicht der Keiler. Dies gilt auch für Ricken. Mag es auch für das Prestige besser sein, einen stattlichen Rehbock oder einen kapitalen Keiler zu schießen, auch die weiblichen Tiere müssen fallen. Übrigens soll Wildfleisch sehr gesund sein, also unverwertbar ist das Fleisch möglicherweise nur, wenn man es zerschießt, nicht fachgerecht oder rechtzeitig zerlegt oder Würmer vorhanden sind.

Dass Schweine hochintelligent und nicht einfach zu bejagen sind, wissen wir nicht erst seit dem Film über "Babe". Der Chef des Hegerings Datteln, Hubertus Meier, hat sich einmal vor Jahren in der Presse nach einer wieder einmal nicht so richtig erfolgreichen Jagd wie folgt geäußert:

"Und wieder einmal waren die Schweine schlauer als die Jäger." Ein Spruch für die Ewigkeit?

Also, mir ist nicht bekannt, dass man Wild über Sterilisation oder Ausbringen einer tierischen Anti-Baby-Pille regulieren kann. Somit sind die Jäger gefordert.

Und Klagen über den Wolf aus Jägerkreisen sind zurückzuweisen. Die Jäger sollten sich stattdessen freuen, wenn endlich wieder einmal ein tierischer Prädator auftaucht, der gern gewillt und in der Lage ist, die Aufgaben des Jägers z. B. durch Dezimierung der Frischlinge (Wölfe brauchen die Schonzeit nicht zu beachten) und auch der Rehkitze zu übernehmen. Der Wolf kann weder den Jäger noch die menschliche Jagd ersetzen, aber behilflich kann er sein.

Nachdem die Funktionäre der Jäger(weit mehr als die Jägerschaft selbst) sich über das neue Jagdrecht in Richtung Remmel weit über jede menschliche Logik hinaus aus dem Fenster gelehnt haben, folgender Hinweis:

Es ist immer noch genug zur Bejagung da, mehr als genug (steht sogar in der Zeitung, und die lügt nicht). Also neuer Versuch. Das ist auch im Interesse des Waldes. Sprecht doch einfach mal mit den Förstern über Wildverbissschäden. Oder fürchtet man die Antwort?

Viel und schwere Arbeit war an fast allen Arbeitsplätzen nie eine gute Ausrede. Antwort im Ruhrgebiet: Dann musste einfach mal mehr reinhauen - da die Führungsebene in der Wirtschaft auch bei Rhetorik und Motivation Fortschritte gemacht hat, für heutige Kläger bei den Jägern: Innovativ sein, im Team arbeiten, neue Strategien und Techniken anwenden, nicht locker lassen. ... nachhaltig arbeiten, ergebnisorientiert sein, Erfolge reflektieren, vorausschauend planen ...

Im Übrigen: Der NABU ist kein Feind der Jagd, wenn sie unter ökologischen Gesichtspunkten erfolgt. Jagd und Naturschutz schließen sich nicht gegenseitig aus. Oft hat man ein gemeinsames Ziel und arbeitet gut zusammen. Mit den Jägern an der Basis kann man sehr gut sprechen, das sind oft ganz vernünftig denkende Leute, die mehr ohne Büchse im Wald sind als mit Wildwiesen z. B., die der Jagdpächter anlegt, nutzen nicht nur ihm und "seinem" Wild, Insekten und Vögel partizipieren auch. Dies gilt auch für Buschhecken zwischen den Feldern, für den Wegrand und für Wildruhezonen.

Nur die Wildschweine, tja die müssen die Jäger nun mal kraft Amtes selbst regulieren (Wer sonst? Der Staat?).

Auf geht‘s.

 

Ulrich Kamp

Sprecher NABU Ostvest

 

 

Alles hängt irgendwie zusammen

Deutlich und klar ist, dass die Anzahl der Schmetterlinge nicht zugenommen hat, eher scheint ein schleichender Rückgang vorzuliegen. Die Naturschutzverbände vermuten, dass es an dem verstärkten Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft liegt und daran, dass die Landschaft selbst immer mehr ausgeräumt, also bereinigt  erscheint. Des Weiteren fällt auf, dass dort, wo Wild gehegt wird, auch Wildwiesen mit Kräutern und Begrenzungshecken vorhanden sind. Damit hält der  einzelne Jagdberechtigte aber nicht nur Hasen und Rehe bei Laune, er sorgt auch bewusst (oder unbewusst) für die Insekten und die Vogelwelt.

 

Übrigens, wer die Insekten wegspritzt , vernichtet auch die Nahrung für Singvögel, Fledermäuse und für unsere Super-Jäger, Rauch- und Mehlschwalben sowie Mauersegler. Wenn diese Insektenjäger allein von Schmetterlingen leben müssten, wären sie bei uns längst verhungert oder weggezogen.

 

Deutlich wird das Problem einer durch und durch effektiven Landwirtschaft auch durch den dramatischen Rückgang der Kiebitze.

 

Warum wächst eigentlich in keinem Maisfeld Unkraut (Brennnesseln – Schmetterlingsheimat)? Schon mal darüber nachgedacht? Wo bleiben eigentlich die tierischen Endprodukte einer intensiven Pferde-, Rinder– und Schweinehaltung? So viel Land, um die entstehenden Abfälle „zu verklappen“, hat die ganze BRD wohl nicht. Dazu kommt, dass Nachbarländer wie die Niederlande erfolgreich ihr Überangebot an Gülle bei uns gegen Bezahlung entsorgen lassen, weil es der kleinere Nachbar flächenmäßig nicht mehr packt (oder er seine Umwelt einschließlich der sehr schönen Naturschutzgebiete verschont?).

 

Warum erscheinen auf unseren heimischen Äckern Güllefahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen, die zwar selbst ländlich-sittlich beheimatet sind, aber ihre Sch… gegen Bezahlung auch im Kreis Recklinghausen entsorgen? Nur weil die Rückstände von Tieren ausgeschieden wurden, machen sie auf dem Feld nicht automatisch alles „ökologisch“ besser – oft ist weniger mehr…

 

Wie sagte noch Shakespeares Hamlet – „Es ist etwas faul im Staate Dänemark“. Ja, aber nicht nur dort. Wir begrüßen den Wolf und verekeln Insekten und Singvögel, irgendwie eine komische Welt. Ach ja, in unseren Wäldern ist zumeist ein Überangebot an Rot- und Schwarzwild vorhanden, das ist die Nahrungsgrundlage der Wölfe, zumal mindestens im Kreis Recklinghausen – Großraum Haard und hohe Mark die Wildschweinjagd trotz großer Abschusszahlen – schreibt die Presse – kaum den Bestand nachhaltig reguliert.

 

Oder will ein hohes Tier (Volljurist?) des Interessenverbandes der Jäger nicht doch lieber selbst sein gehegtes Wild „ERNTEN“? Liest sich schrecklich, soll aber so gesagt worden sein, es stand jedenfalls so in der Zeitung – s. Presse.

 

Zurück zu den Schmetterlingen – es gibt sie noch – mehr unter TIERE – Bereich INSEKTEN UND SCHMETTERLINGE.

 

Ulrich Kamp

 

 

Wasservögel und Angler

Obwohl Angler sich immer wieder als Naturschützer darstellen, und dieses auch vielfach demonstrieren, treten dennoch Probleme mit den Hinterlassenschaften der Angler auf. Angelhaken bleiben am Grund der Gewässer hängen, Angelschnüre hängen mit Hacken, abgerissen oder abgeschnitten, im Ufergestrüpp oder in der Gewässervegetation. Restschnüre liegen am Ufer.

 

Tödliche Fallen für alle am Gewässer lebenden Tiere, insbesondere Wasservögel. Allein in diesem Jahr wurden bisher zwei Kanadagänse mit massiven Verletzungen in einer kleinen Pflegestation in Waltrop versorgt. Das erste Tier, ein jungeführender Ganter aus Selm, hatte eine Angelschnur fünfmal um das Bein gewickelt. Die Schnur schnitt ins Bein ein. Es bildete sich nekrotisches Gewebe und das Bein schwoll massiv an. Es drohte das Absterben des Gliedmaßes (siehe Abb. 1 u. Abb. 2).

Abb. 1: Bein mit eingeschnürter Angelschnur
Abb. 2: Bein nach der OP

Nach mehreren vergeblichen Versuchen gelang es durch Mithilfe einer in der Nähe des Gewässers lebenden Person, den Ganter zu fangen und tierärztlich zu versorgen. Anschließend kam die Gans in die Pflegestation und wurde nach einigen Tagen wieder am Fundort freigelassen. Der Fuß konnte gerettet werden (siehe Abb. 3).

Abb. 3: Verheiltes Bein kurz vor der Auswilderung

Bei dem zweiten Fall handelt es sich um eine Kanadagans, die von Spaziergängern am Kanal in Waltrop entdeckt wurde. Diese hat sich einen Blinker mit Schnur ins Augenlied gehackt und die Schnur so um den Hals gewickelt, dass eine Nahrungsaufnahme so gut wie nicht möglich war (siehe Abb. 4).

Abb. 4: Kanadagans mit Blinker und Angelschnur

Der Vogel wurde mit Hilfe der Feuerwehr geborgen. Die durch den Blinker verursachten Verletzungen waren bereits entzündet. Das Tier war stark abgemagert. Auch hier wurde die Gans tierärztlich versorgt. Das Auge kann vermutl. gerettet werden. Die Gans befindet sich zur Zeit in der Pflegestation und ist auf dem Weg der Besserung.

 

Eine in der Gruppe befindliche Graugans, offensichtlich auch mit Angelschnur, konnte bisher nicht gefangen werden. Wie viele Enten, Gänse, Schwäne, Taucher oder Kormorane, aber auch Fische und im Wasser lebende Säugetiere in Reusen, Angelhaken und Schnüren unentdeckt oder verschwiegen elendig sterben, ist nicht bekannt.

 

Ein weiter Fall, der im Jahr 2005 dokumentiert wurde, ist ähnlich gelagert. Bei einer Beringungsaktion der Vogelwarte Helgoland an einem Gewässer in Castrop-Rauxel wurde eine Kanadagans mit einem Blinker, festgehakt im Rücken, gefangen (siehe Abb. 5 u. 6).

Abb. 5: Kanadagans mit Angelhaken im Gefieder
Abb. 6
Abb. 7: durch Angelhaken verursachte Verletzung

Der Haken mit anhängender Restschnur konnte entfernt werden. Die Wunde bildete eine deutliche Öffnung im Rücken. Der Bereich wurde desinfiziert und die Kanadagans freigelassen.

 

Wenn man sieht, wie viele Haken und Schnüre in den Angelbedarfsgeschäften verkauft werden, bekommt man einen kleinen Eindruck von dem, was nachher alles in der Natur hängen bleibt. Aus unserer Sicht hat das nichts mehr mit Umwelt- und Naturschutz zu tun. Das ist schlimmste Tierquälerei.

 

Den Kontakte zur privaten Wildtierpflegestaion bekommen Sie über den NABU Ostvest. Ihr Ansprechpartner ist Alfons Pennekamp.

 

 

Von Alfons Pennekamp, Datteln und Jaqueline Sonntag, Waltrop

 

 

Insektenhotel

Insektenhotel - im Garten von Anne und Heinz-Willi Gössling gesehen

Man kann es kaufen, man kann es auch selbst bauen, für einige Insekten reicht es aus, in ein Brett einige Löcher zu bohren und das Brett irgendwo zu befestigen, die Bewohner kommen von selbst. Selbst wenn wir annehmen, dass die Insekten uns in unserem Garten eher lästig sind (was nicht stimmt), so dienen sie unseren Gartenvögeln als willkommene Nahrung, besonders dann, wenn Jungvögel von den Eltern im Minutentakt (z. B. Meisen) gefüttert werden müssen.

 

 

 

 

Die nächsten Termine:

 

4. Februar, 19:30 Uhr, Sitzung

3. März, 19:30 Uhr, Sitzung

 

 

Änderungen des Tagungsortes unter aktuellen Gesichtspunkten möglich. Bitte beachten Sie den Hinweis in der Presse!

 

 

 

Weitere Infos finden Sie unter Termine ...

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