Greifvögel

Der Fischadler - ein regelmäßiger Gast im Kreis Recklinghausen

… und auch im Ostvest, und zwar wie überall im Vest unregelmäßig im Herbst und im Frühling im Durchzug am Leveringhäuser Teich (ein Naturschutzgebiet) in Waltrop - Nähe Dortmund-Ems-Kanal und Stadtgrenze Castrop-Rauxel/Ickern.

Dort sitzt er in den Bäumen auf der unzugänglichen Seite des großen Teiches und ist für einen Kenner, aber auch für einen Gelegenheitsbeobachter gut zu sehen. Bussardgröße - am Bauch und Kopf fast weiß, unten dunkel, schwarzer Augenstreif und dann - welcher Greifvogel stürzt sich denn vom Baum oder aus dem Rüttelflug heraus ins Wasser und taucht regelmäßig mit einem Fisch in den Fängen auf?

Dort hat der NABU Ostvest auch ausführlich fotografiert. Die Bilder zu diesem Beitrag stammen von Kerstin Mörschner. Als die Presse seinerzeit berichtete, war der bei uns seltene Greifvogel schon weitergezogen.

Fischadler - Pandion haliaetus - der einzige einheimische Greifvogel, der oberseits dunkel, unterseits und am Kopf, mit Ausnahme eines dunklen Augenstrichs und Brustbandes, weiß gefärbt ist. Im Flug fallen oft die herabhängenden Beine und die schlanken, häufig gewinkelten, möwenartigen Flügel auf. Die innere Zehe ist eine Wendezehe, die sowohl nach vorn als auch nach hinten gerichtet werden kann. Fliegt langsam oder rüttelt über Gewässern, zum Fischfang stoßen die Adler hinab und tauchen sogar ein (bis zu einem Meter tief). Der Fischadler lebt fast ausschließlich von Fischen, aber in Notzeiten werden auch Kleintiere wie Mäuse und Ratten, Vögel, Frösche und größere Insekten erbeutet.

(Quelle: Vögel in Wald und Garten in Farben - Otto Maier Verlag Ravensburg).

Wo kann man ihn nach unseren Kenntnissen (auch durch eigene Sichtung) im Kreis Recklinghausen noch sehen?

Am Halterner und Hullerner Stausee und an den Fischteichen in Lavesum. In aller Regel hat es der Vogel gern ruhig (Kulturflüchter), im Durchzug werden schon einmal Konzessionen gemacht.

Fotos: Kerstin Mörschner

Text: Ulrich Kamp 20.02.2017

Unser häufigster Greifvogel - der Mäusebussard (Buteo buteo)

Von ganz hell - fast weiß - bis ganz dunkel, jede Facette ist dabei. Selbst Geschwister aus einem Horst können total unterschiedlich aussehen, so können auch ganz dunkle Eltern ganz helle Mäusebussardbabys bekommen und umgekehrt.

Was schreibt der Greifvogel- und Eulenpabst Theodor Mebs in Greifvögel Europas (verlegt bei Kosmos)? "Der Mäusebussard ist in Mitteleuropa mit Abstand der häufigste Greifvogel, sowohl im Sommer- als auch im Winterhalbjahr. Er ist äußerst anpassungsfähig an Lebensraum und Nahrungserwerb."

Typisch die Ansitzjagd von Pfählen und Pfosten, auch an Autostraßen, eine Variante ist auch der kreisende Segelflug, und rütteln kann er auch, wenn auch aufgrund seiner Größe nicht so elegant wie der Turmfalke. Er jagt auch zu Fuß - Regenwürmer und Käfer.

Stimme - hiäh - wie eine Katze,  Beute vorwiegend Kleinsäuger wie Mäuse und Ratten sowie Kleinvögel, Amphibien und Reptilien. Größere Beutetiere, auf denen er sitzt und atzt (frisst), waren meistens entweder vorher schon durch Verletzung oder Krankheit geschwächt oder schon tot - zB umgekommen im Autoverkehr.

Länge 48 - 58 cm (Weibchen etwas größer als das Männchen). Spannweite 115 - 138 cm. Gewicht ml. 600 - 900 gr., wbl. 800 - 1200 g.

Diese Vögel lassen sich eigentlich hervorragend beobachten, es sei denn, man rückt ihnen zu sehr "auf die Pelle", dann streicht er ab. Und sie sind nicht im Bestand gefährdet.

Ulrich Kamp

23.11.2016

Der Waldkauz (Strix aluco)

Es gibt Fachbücher, deren Meinung wurde von ihren kompetenten Fachleuten wie in Stein gemeisselt. Dazu gehören ohne Weiteres im Vogelbereich die Ausführungen von Theodor Mebs zu Greifvögeln und zu Eulen und Käuzen bzw. neu aufgelegt "Die Eulen Europas" (Verlegt bei Kosmos).

Wir zitieren:

"Der Waldkauz ist keineswegs nur ein Bewohner des Waldes. Man kann ihn auch mitten in menschlichen Siedlungen, wenn da nur einige alte Bäume mit entsprechenden großen Höhlungen zum Brüten vorhanden sind, so in Parks, auf Friedhöfen, Alleen oder in einer alten Dorflinde, finden. Gebrütet wird aber auch an ruhigen Stellen in alten Gebäuden oder auch Nistkästen, weniger am Boden, in Erdhöhlen oder Felsspalten."

Wo kann man auch tagsüber den Waldkauz mit etwas Glück sehen?

Auf der Riedstr. in Oer-Erkenschwick steht relativ einsam ein Wohnhaus, dort im Kamin habe ich vor Jahren immer wieder den Waldkauz gesehen, der geschützt von der Blechüberdachung dort ein ruhiges Plätzchen mit Überblick hatte. In Herne mitten im Gysenberggelände umgeben von Wohnhäusern rief abends ein Pärchen. Der Bio-Bauer Theo Schürmann in Oer hatte jahrelang einen Waldkauz in der Nachbarschaft, etwas höher zur Sinsener Str. rief nachts immer ein Waldkauz, auch am Block Börste in Speckhorn und bei St. Johannes am Haardrand, kurzum überall. NABU-Sprecher Klaus Becker hatte vor Jahren mitten in Datteln einen Waldkauz nachts auf der Fensterbank sitzen, das ist sehr romantisch und gruselig, wenn man in Stimmung ist, anders sieht die Sache aus, wenn Du schlafen willst (immer daran denken, auch der Waldkauz ist streng geschützt). Ruf Huhuhu Huhuuuu (Männchen), kuwitt, kuwitt (Weibchen). Unsere Waldkäuze sind entweder grau oder bräunlich gefärbt. Größe 40 - 42 cm, Flügelspannweite 98 cm, Weibchen meist etwas größer als das Männchen. Er sieht zwar plüschig aus, ist aber wie alle Eulen unter seinem Federkleid ein kräftiger,  sehniger Bursche, der seine Beute dank seines Federkleides völlig lautlos anfliegen kann.

Beute:  Säugetiere und Vögel bis 300 g, also auch Wildkaninchen und Tauben. 73 % der Beute sind Mäuse, Ratten, Maulwürfe, 14 % Vögel von Sperlingen und Buchfinken bis Eichelhäher und Elster, 13 % Kröten und Frösche, gegentlich Fische, Käfer und Regenwürmer.

Er verteidigt sein Revier vehement, nicht nur gegen andere Waldkäuze, auch auf andere Eulen reagiert er agressiv, dazu zählen vom Steinkauz bis zum Uhu alle größeren und kleineren Eulenarten, wobei neben Steinkäuzen alle kleineren Eulenarten auch von ihm geschlagen werden (kleiner Test, über eine CD erschallt der Steinkauzruf, es reagieren nicht nur Steinkäuze durch Rufe und Anflug. Ist ein Waldkauz in der Nähe, kommt er auch und will notfalls mit Gewalt für Ordnung (und vollen Magen) sorgen.

Der Bestand ist (noch) nicht gefährdet, weil Waldkäuze sehr anpassungsfähig sind. Die Bilder stammen von Marita Eckart und Rüdiger Dietrichs. Marita Eckart fotografierte "ihren" Waldkauz am Niederrhein in einer Aufzuchtstation. Rüdiger Dietrichs schaut immer wieder gern nach dem Waldkauzpärchen, welches in der Turmkuppel des Hauses Vogelsang in Ahsen sein Heim hat.

Ulrich Kamp

22.11.2016

Die Sperber (Accipiter nisius)

Vorab - ich habe mir vorgenommen, mit tatkräftiger Hilfe von Kerstin Mörschner, Rüdiger Dietrichs und Alfons Pennekamp die Homepage-Spalte Greifvögel und Eulen nach und nach zu vervollständigen, soweit es uns mit EIGENEM Bildmaterial möglich ist.

Rüdiger Dietrichs hatte vor einiger Zeit auf unserer Startseite ein wunderbares Sperbermännchen (einen sg. Sprinz) platziert. Der Vogel war so frei, sich an Kerstins und Rüdigers Wochenenddomizil über Rüdigers Ruhesessel auf die Parabolantenne des Fernsehers zu setzen und abzuwarten, bis Rüdiger seine Kamera geholt hat. Die Sprinz-Bilder von Alfons Pennekamp sind auf dem Haus Pennekamp in Datteln entstanden. Der Sprinz hockte auf dem Dach zur Fotosession und bat Alfons inständig, die Kamera zu holen, er hätte schließlich nicht ewig Zeit. Wunderschöne Bilder ...

Kerstin Mörschner hat ihr Sperberweibchen auf dieser Homepage in Oer aufgenommen und ich steuerte ein Sperberweibchen aus den Waltroper Rieselfeldern bei, als ich mir das kommende New-Park-Gelände anschauen wollte. Direkt an der dortigen Schwarzbachbrücke war der Greifvogel im Suchflug unterwegs.

Kontakte hatte ich mehrere Male direkt vor unserem Haus in Oer-Erkenschwick in einer Wohngegend, kurzum, die Möglichkeit, den Sperber zu sehen, ist in einem Wohngebiet nach meiner Einschätzung ebenso hoch wie in freiem Feld, z. B. am Friedhof an der Esseler Str. in Oer-Erkenschwick. Dort durfte ich mal eine Jagd beobachten. Die Vögel leben von ihrer Mobilität und damit von der Überraschung. Schnell anfliegen, Beute greifen und weg ... Keine Beute gefangen, egal, auch weg, um die nächste Ecke bietet sich die nächste Gelegenheit.

Der Sprinz ist deutlich kleiner als das Weibchen und hat daher auch ein anderes Beuteschema. Er ist rötlich gefärbt, das größere Weibchen grauweiß. Kennzeichnung des Flugbildes sind kurze rasche Flügelschläge (ca. fünfmal) und dann eine Gleitphase.

Die Literatur (Greifvogelspezialist Theodor Mebs in Greifvögel Europas bei Kosmos) sagt u. a.:

Verkleinertes Ebenbild des Habichts. Vorwiegend Vogeljäger: Kleinvögel, aber auch Mäuse. Das Weibchen schlägt Beute bis Taubengröße und bringt selbst Spechte auf Schwung (selbst in den Rieselfeldern gesehen, als ein Sperberweibchen einem Grünspecht nachsetzte und diesem mindestens einen Riesenschrecken einjagte, auch wenn er seinerzeit mit dem Leben davon kam).

Ulrich Kamp

20.04.2016

Bilder: (Sprinz) Alfons Pennekamp, (Weibchen) Ulrich Kamp

 

 

Rote Milane live im April 2016 im Ostvest

Als wir am 09.04.2016 mit dem NABU Ostvest und Gerhard Clarenbach (s. Exkursionen) auf Spechtpirsch gingen, sahen wir zwar keine Spechte, aber zwei balzende rote Milane. Kerstin Mörschner und Rüdiger Dietrichs blieben locker: Entfernung zu groß, Sonne ungünstig, lohnt nicht. Ich hingegen bin nicht Perfektionist und handele nach dem Motto - besser ein schlechtes als gar kein Bild. Woher soll ich wissen, dass diese Gelegenheit noch einmal kommt? Also - Ergebnis s. unter Exkursionen.

 

Kerstin und Rüdiger blieben trotzdem am Ball und suchten die Gegend noch Tage später ab und siehe da - beide "schossen alstreine Fotos" auf und über einem Feld in der Nähe von Ahsen, Luftlinie Jammertal  ca. 3 km, da lacht jeder Greif sich schlapp, da ist er doch in einer Minute, wenn es ihm beliebt. Es beliebte ihm bzw. seiner Partnerin und wir haben unsere Homepage auch um diese wirklich schönen und attraktiven Greifvögel angereichert. Ob sie nur durchziehen oder bleiben, wer weiß es. Jedenfalls - sie kennen ja die Geste mit den zwei Fingern in Richtung Sehvermögen: "Wir haben euch im Auge."

 

Roter Milan (Milvus milvus):

Bestand in Deutschland ca. 12000 Paare, vorwiegend in Sachsen-Anhalt und "Meckpomm". Der Rotmilan verbringt auch als Standortvogel den Tag mit kilometerweiten Flügen auf Nahrungssuche. Größer als der Mäusebussard, leicht erkennbar an dem deutlich gegabeltem Schwanz (Gabelweihe). Schöner grauer Kopf, viel fuchsrot bis zum Schwanz. Jagt im Suchflug über die offene Kulturlandschaft in relativ niedriger Höhe. Kleinsäuger wie Mäuse, Hamster, Kaninchen. Junghasen sowie kleine bis mittelgroße Vögel, auch gern geschwächt, verletzt oder gar schon getötet. An Gewässern auch Fische, wenn sie erreichbar sind (Theodor Mebs in "Greifvögel Europas" - verlegt bei Kosmos).

 

Ulrich Kamp

18.04.2016

Eine Rohrweihe in den Heubachwiesen

Die Heubachwiesen sind ein unerschöpflicher Fundus für alles, was man sonst nicht oder sehr selten sieht. 2013 fliegt ein brauner Greif über uns hinweg, Klaus Becker ruft, eine Rohrweihe - und weg war sie. 15 Minuten später flog sie auf Abstand vorbei, Kamera hoch, VERSUCHEN. Und auch hier warten wir natürlich auf bessere Gelegenheiten. Schließlich schreibt Greif- und Eulenpapst  Theodor Mebs in Greifvögel Europas (Kosmos) von positiver Bestandsentwicklung und diese Weihe wäre heute wieder ein häufiger Greifvogel. Na ja, der Glaube allein kann Berge versetzen ... Wir bleiben am Ball.

 

Ulrich Kamp

 

Das Turmfalkenpärchen aus Alt Oer

In den letzten Jahren konnten wir das Turmfalkenpärchen aus Alt-Oer bei der Brut beobachten und hier berichten. Den Winter über haben wir die Turmfalkendame regelmäßig über den Feldern, an der Biologischen Station, beobachten können.


Seit einigen Tagen wartet der Turmfalkenherr (Terzel) auf dem First der Brutstätte auf seine Dame.
Auch die Dame konnten wir einige Male dort antreffen. Da Frau Turmfalke ihr Winterrevier verlassen hat, hoffen wir auch in diesem Jahr wieder auf eine erfolgreiche Brut. Sollte es zum Bruterfolg kommen, werden wir natürlich wieder berichten.

Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist der häufigste Falke in Mitteleuropa. Wobei Herr Turmfalke (Terzel) eine Größe von ca. 35 cm, die Turmfalkendame eine Größe von ca. 38 cm erreicht. Turmfalken haben ein Körpergewicht von bis zu 220 Gramm. Die Flügelspannweite beträgt ca 75 cm und sie können bis zu 15 Jahre alt werden. Das Gelege besteht aus 4 bis 7 Eiern und sie brüten ca. 30 Tage. Gebrütet wird bei den Turmfalken ab Mitte April. Die Aufzucht der Brut dauert ca. weitere 30 Tage, danach werden die Jungfalken auf den Ernst des Lebens, die selbständige Jagd, vorbereitet.

Bei einem Spaziergang durch die Felder, bestehen gute Aussichten, sie beim Jagen zu beobachten. Deutlich erkennt man den Turmfalken schon aus der Ferne an seinem Rüttelflug über dem Feld.

 

Rüdiger Dietrichs

 

S. auch unter Projekte - speziell für diese Vogelart haben wir die Nisthilfe bei der Feuerwehr Oer-Erkenschwick erneuert.

 

Abgerichteter Wanderfalke

Beim NUA (Naturschutzakademie Recklinghausen)-Fest 2015 entstand dieses Foto, das mich als Pseudo-Falkner zeigt. Der Kreis- NABU-Kassierer Ingo Bielawski war so freundlich, dieses Ereignis in einem Bild für die Ewigkeit festzuhalten. Wer einmal einen freilebenden oder auch abgerichteten Falken bei der Jagd beobachten durfte (ich hatte das Vergnügen sowohl beim zahmen als auch beim "wilden" Falken), der vergisst die routinierte und zielgerichtete Jagd nie. Der Wanderfalke jagt seine Beute ausschließlich in der Luft, deswegen haben fast alle Falkner auch Begleithunde (der Falkner vor Ort hatte zwei allerliebste Bretonen), die Flugwild, was sich am Boden vor dem Falken verstecken will, aufjagt, damit der Falke schlagen kann. Landet der Falke mit der Beute, ist der Hund zur Stelle und schützt den Falken vor Futterneidern wie Mäusebussarde, die in der Luft dem Falken nicht das Wasser reichen können, aber am Boden manchmal lästig werden. Der freilebende Falke muss sehen, wie er allein oder mit seinem Partner mit Beuterivalen klar kommt.

 

Ulrich Kamp

28.03.2016

 

 

Kornweihe

Kerstin Mörschner hat diesen seltenen Greifvogel, ein Weibchen, in den Heubachwiesen abgelichtet. Dort haben wir schon vor Jahren sowohl Kornweihe als auch Rohrweihe ausgemacht (nebst Wanderfalke und Rotem Milan, also "dort ist richtig was los". Im Ostvest hatten wir vor Jahren sowohl Korn- als auch Rohrweihe als Durchzugsgast in Essel, wobei der reinweiße Bürzel der Kornweihe bei der Identifikation hilft, wenn man ihn sieht). Sicher ist für mich nur, dass der Vogel im Kreis Recklinghausen als Rarität gilt, umso schöner ist es, ihn zu sehen und auch noch fotografieren zu können.

 

Was schreibt der Eulen- und Greifvogelpapst Theodor Mebs in Greifvögel Europas (Verlag Kosmos)?

 

"Kornweihe, Circus cyaneus - Länge 43 - 52 cm, Spannweite 100 - 120 cm, Gewicht männl. 350 gr, weibl. 510 gr. Normalerweise kann man Kornweihen in Mitteleuropa nur als Wintergäste zwischen Oktober und April beobachten. Der Vogel bevorzugt offene Flächen als Brut- und Jagdgebiet, Heideflächen, Moore, Verlandungszonen und Feuchtgebiete(Anmerkung - dann ist der Vogel in den Heubachwiesen richtig). Nahrung Kleinsäuger, vor allem Feldmäuse, auch Kleinvögel. Langsamer Gleitflug, gelegentliches Rütteln, Flügel V-förmig nach oben gehalten ..." (ich habe den Vogel mehrere Male bei der Jagd sehen dürfen und haben selten ein agileren und beweglicheren Vogel gesehen - typisches Fahrstuhlverhalten, rauf- runter, rütteln - und weiter ... typisch bei den Weibchen der Gesichtsschleier - nur frontal zu sehen ...).

 

Ulrich Kamp

11.02.2016

 

 

Fundstücke

Bei Sichtung meiner eigenen Sammlung fielen mir Bilder von einer jagenden Kornweihe in den Heubachwiesen aus dem Jahre 2014 in die Hände - Wetter trüb, Entfernung nicht optimal - aber immerhin, wie dieser Greif mit dem deutlich erkennbaren weißen Bürzelfleck jagt, ist gut erkennbar. Wir hoffen auf bessere Fotos.

 

Ulrich Kamp

18.04.2016

 

 

Wer keine Beute schlägt, kann wenigstens ein Bad nehmen ...

Ein Fotobericht von Kerstin Mörschner ...

 

Zum Ende des Jahres konnten wir den Vogel des Jahres 2015, den Habicht, beobachten. Auf dem ersten Foto sieht man den Versuch des Habichts, einen Zwergtaucher, als Beute, zu schlagen. Es war das erste Mal, dass wir einen Habicht beim Jagen auf offenem Wasser gesehen haben. Der Zwergtaucher war übrigens schneller ;-)!


Die zweite Aufnahme zeigt einen schwimmenden Habicht, der leider erfolglos bei der Beutejagd war. Auf der dritten Aufnahme sieht man den missglückten Zugriff des Habicht auf den Zwergtaucher.


Beobachten konnten wir dieses beeindruckende Naturschauspiel, am Torfvennteich in den Heubachwiesen, als wir auf den Seeadler warteten.

 

Der Seeadler als Dauergast in der NSG Heubachwiesen?

Ein Bericht mit Fotos von NABU-Ostvest-Mitglied Rüdiger Dietrichs:

 

Im September waren wir wieder einmal auf Seeadlertour an der Elbe. Ausgerechnet dort entdeckte ich auf einer Ornithologenbeobachtungsseite im Internet, dass in den Heubachwiesen ein Seeadler gesichtet worden sei. Wer einmal, so wie wir, vom Fieber der Könige der Lüfte infiziert worden ist, der möchte so eine Beobachtung natürlich mit eigenen Augen erleben.


Unzählige Male haben wir nach unserem Urlaub am Torfvennteich in den Heubachwiesen angesessen, um dem Seeadler zu begegnen. Wir kamen mit vielen Naturfreunden ins Gespräch und tatsächlich soll ein junger Seeadler dort bereits seit März 2015 gastieren. Am 24.10.2015, bei trübem Regenwetter, haben auch wir den Seeadler dann endlich sichten können.


An Beute fehlte es ihm dort nicht, denn etliche Wasservögel überwintern dort und wir durften Zeuge des Beuteschlags an einer Blässralle werden. Das lange Warten hatte sich für uns gelohnt. Der Teich musste mittlerweile, wie in fast jedem Winter, sein Wasser lassen und wir hoffen auf ein Wiedersehen mit dem jungen Seeadler im
Frühjahr.


Auf dem Foto mit der Heckansicht erkennt man sehr gut den noch nicht ganz ausgefärbten weißen Stoß des Seeadlers, folglich dürfte es sich hier um einen 2-jährigen handeln. Gerade die jungen Seeadler ziehen gerne etwas durch die Welt, bis sie letztendlich sesshaft werden und ihren Partner finden.

 

Besuch in einer Falknerei mit Greifvogelstation in Erftstadt

Marita Eckart war zu Besuch in der Falknerei, die Greifvogelstation für kranke und verletzte Tiere war im Interesse der Patienten nicht zugänglich, aber auch so war genug zu sehen und zu fotografieren.

Sie sah und fotografierte einen Uhu. Der Uhu lebt auch im Kreis Recklinghausen und seit längerer Zeit auch im Ostvest. Der Uhu ist unsere größte Eule, dementsprechend groß ist auch das Beuteschema - jedenfalls in freier Natur - Hase, Igel, Fasan, selbst Bussarde und Habichte (auch Hauskatzen und kleine Hunde), alles was in dieser Größenordnung jagdbar ist, wird überwältigt und - gefressen.

Der Weißkopfseeadler stammt aus der Aufzucht, er lebt in Nordamerika - in keinem Film z. B. über Alaska fehlt dieser wunderschöne Vogel, den die USA als Wappentier ausgewählt haben.

Der herrliche weiße Vogel ist eine Schleiereule. Wenn Sie nachts vorzugsweise von Kirchtürmen - auch im Ostvest - schnarchende Geräusche hören, denken Sie an die Bilder. Die Schöne hat keine zum Aussehen gleichwertige Stimme. Die Schleiereule jagt vorzugsweise Mäuse.

Der braune Vogel mit dem runden Kopf und den dunklen Augen ist ein Waldkauz, unsere häufigste Eulenart. Er lebt auch mitten in der Stadt - ohne Probleme - achten Sie auf die Rufe aus den Edgar-Wallace-Filmen - Huhu - Huhu - Kuwitt, Kuwitt. Der alte Eddy zeigte in seinen Filmen dann immer einen Steinkauz (viel kleiner als der Waldkauz). Aber die schaurigen Rufe stammen vom Waldkauz - Mäuse, Ratten, Vögel - alles muss mit.

Der schöne, elegante Greif ist einer der Lieblingsvögel der Ölscheichs vom persischen Golf - ein Gerfalke. Er lebt in Grönland, Island, Norwegen und besucht regelmäßig auch Schweden, Finnland und Nordrussland. Eigentlich brütet er nur in arktischen Gebieten - er jagt sowohl in der Luft als auch am Boden.

Die Rauchschwalbe war zwar mit gebührendem Abstand zugegen und saß auf einer alten Mühle - zum lebenden Inventar der Falknerei gehörte sie nicht. Marita Eckart meinte, dass die anderen tierischen Jäger wohl weniger Interesse an den Anstrengungen einer Jagd als an der regelmäßigen Fütterung haben.

Die Falknerei darf nur Tiere aus der Zucht führen, also nicht aus der Natur entnehmen. Ohnehin würden die Greife und Eulen nur unter äußerst wirtschaftlichen Bedingungen jagen - also lohnt sich der Einsatz - stehen Aufwand und Ertrag in einem vernünftigen Verhältnis? Alle diese fliegenden Jäger prüfen u. a. die Windrichtung, die Windstärke und schonen ihre Kräfte, wo sie nur können - damit sind vorzugsweise alte und schwache - kranke Tiere sowie unerfahrene Jungtiere potentielle Beute, wer "voll im Saft steht", hat gute Chancen, gar nicht erst angegriffen zu werden.

(Nach meinen Erfahrungen dürfen deutsche Falkner nur mit drei Greifvögeln jagen - Habicht, Steinadler und Wanderfalke. Der Rest ist tabu. Gleichwohl besitzen Falkner in Deutschland auch zur Jagd Greifvögel aus dem Ausland, zum Beispiel den amerikanischen Rotschwanzbussard oder den texanischen Wüstenbussard. Wusste ich auch nicht, habe ich mir aber von einem Falkner erklären lassen s. S. 1 NUA-Fest.)

Marita Eckart war jedenfalls begeistert und wenn ich die Bilder sehe, kann ich das sehr gut nachvollziehen.

Ulrich Kamp

 

 

Er wächst und gedeiht ...

Das neuste Bild von Larissa Terschlüsens Steinkauznachwuchs. Anhänglich und treu bleibt er bei den Terschlüsens wohnen und lässt sich regelmäßig sehen und hören (Kunststück, wenn ich so betüdelt würde ... vermutlich fängt Ralf Terschlüsen auch noch die Mäuschen für ihn ...).

 

Ulrich Kamp

 

 

Steinkauz

Ein ausgewachsener Steinkauz, den Rüdiger Dietrichs morgens auf dem Weg zum Brötchenholen in der Nähe von St. Johannes aufgenommen hat (Rüdiger vermutet, er stammt aus dem Steinkauz-Clan, der von Ralf Terschlüsen und Ehefrau Larissa betreut wird).

Jungbussarde

Junge Bussarde - fotografiert in der Nähe ihres Horstes an der Holthäuser Str. in Oer-Erkenschwick

Steinkäuze in Oer-Erkenschwick

Larissa und Ralf Terschlüsen haben nicht nur Videos von ihren direkten Nachbarn, der Familie Steinkauz, aufgenommen, sie haben auch wunderbare Fotos geschossen. Von ursprünglich drei jungen Steinkäuzen ist nur noch einer in elterlicher Betreuung - Stand 15.07.2015. Ob die beiden Geschwister schon allein klarkommen oder Feinden zum Opfer gefallen sind, ist nicht bekannt. Sicher ist nur, dass bei den Steinkäuzen wie bei allen anderen Vögeln auch die Verlustraten im ersten Jahr am höchsten sind.

 

 

Kerstin und Diddi unterwegs auf Fototour bei Seeadler (Haliaeetus albicilla) und Co. im März 2015

Dort, wo einst die Elbe die Bundesrepublik Deutschland als natürliche Grenze von der damaligen DDR trennte, findet man heute ein herrliches Naturschutzgebiet: "Das Biosphärenreservat Niedersächsische Ebtalaue". Noch heute gibt es dort keine Brücken, wer an das andere Ufer möchte, nutzt den Fährbetrieb. Hin und wieder sieht man am Rande der Elbe noch die alten Wachtürme aus vergangenen Zeiten.

 

Untergeschlüpft waren wir in einem Biohaus in Bleckede (Landkreis Lüneburg) mit direktem Blick auf den Deich. Einige Meter Fußweg und wir standen in den Elbtalauen mit Blick auf Mecklenburg Vorpommern.

 

Unendlich weit wirkende Wiesen, Schilfgürtel und angrenzende Wäldchen ziehen sich an der Elbe entlang. Man scheint in einer anderen Welt abseits von Hektik und Stress zu sein. Eins mit der Natur. 1997 wurde diese Flusslandschaft von der UNESCO ausgezeichnet und ist seit 2002 per Gesetz gesichert. Mit viel Glück konnte man bei einer Tagestour den Biosphärenwart, den Förster oder eventuell einen Wanderer antreffen. Folglich viel Ruhe und Zeit, die Natur zu genießen.

 

Unser Tag begann meist in den frühen Morgenstunden, um die Natur beim Erwachen zu beobachten. Schon morgens wurden wir durch die Anwesenheit von friedlichen, am gegenüberliegenden Elbufer grasenden, Rehen belohnt. Wir nahmen uns vor in der Mittagszeit ein Schläfchen zu halten, doch fasziniert von den uns gebotenen Eindrücken blieben wir, meist bis zum Sonnenuntergang, in den Elbtalauen. Der Mittagsschlaf wurde gegen einen Becher Kaffee oder Tee und ein paar Kekse am Elbufer getauscht. :-)

 

Unser eigentliches Ziel war es, den König der Lüfte, den Seeadler (Haliaeetus albicilla), vor die Linse zu bekommen. Aus Erzählungen von Fotofreunden konnten wir erahnen, welch ein Erlebnis es sein musste, Seeadler in freier Wildbahn zu beobachten. Dieser mächtige Greifvogel ließ glücklicherweise auch nicht lange auf sich warten. Schon am ersten Tag unserer Reise hatten wir das Glück, einen ausgewachsenen Seeadler am Himmel kreisen zu sehen. Majestätisch schwebte er über unsere Köpfe hinweg. Ein unbeschreibliches Gefühl der Freiheit, welches eine Gänsehaut bescherte, überkam uns. Fast hätten wir vergessen, diesen ersten Augenblick zu fotografieren. Jetzt konnten wir verstehen, warum viele ihn auch "das Brett" nennen. Mit seiner enormen Spannweite von fast 2,50 m, zeigte sich uns der Seeadler wie ein dahinschwebendes Brett.

 

Trotz seiner ca. 5,5 kg Gewicht sah der Seeadler leicht und schwebend aus. Lautlos zog er zu unserem Gefallen seine Kreise. Es dauerte nicht lange und zwei weitere jüngere Seeadler, deutlich an dem noch nicht ausgeprägten weißen Stoß erkennbar, gesellten sich am Himmel dazu. Diese mächtigen Greifvögel zu beobachten, war für uns ein besonderes und unvergessliches Erlebnis. Neben dem Seeadler gab es auch Bussarde und vor allem Rotmilane zu sehen. Einen von Bussarden attackierten Seeadler konnten wir ebenfalls auf den Chip bannen. Interessant war hier vor allem die Wendigkeit des Riesen zu beobachten. Blitzschnell drehte sich der Seeadler im Flug auf den Rücken und griff mit den Fängen nach seinem Angreifer. Da blieb einem schon für einen Moment der Atem stehen.

 

An unserem letzten Tag bot sich uns noch ein ganz besonderes Schauspiel. Drei junge Seeadler saßen in den Elbtalauen und hatten es auf ein Brandganspärchen abgesehen. Blitzschnell hoben sich die gewaltigen Seeadler in die Lüfte und begannen, mit einem koordinierten Jagdflug die Gänse einzukesseln und zu jagen. Ein unvergessliches, unglaubliches Schauspiel, an das wir noch lange zurückdenken werden. Diese Koordination ohne sichtbare Kommunikation war beeindruckend zu beobachten. Faszinierend war es ebenfalls, die unterschiedlichen Gänse- und Vogelarten zu beobachten.

 

Wir waren zu einem Zeitpunkt dort, an dem die Heimkehrer eintrafen und die Wintergäste abreisten. So zeigten sich uns unter anderem auch die ersten Kraniche, die aus ihren Winterquartieren zurückkehrten. Jeden Tag gab es andere Vogelarten zu beobachten, Graugänse, Nonnengänse, Rostgänse, Blässgänse, Brandgänse, Gänsesäger, Austernfischer, Silberreiher und Graureiher, um nur einige zu nennen.

 

Diese einwöchige Fototour hat uns so begeistert, dass wir im September wieder zum König der Lüfte fahren werden.

 

Rüdiger Dietrichs

 

 

 

 

Die nächsten Termine:

 

8. Januar, 19:30 Uhr, Sitzung

5. Februar, 19:30 Uhr, Sitzung

5. März, 19:30 Uhr, Sitzung

2. April, 19:30 Uhr, Sitzung

 

 

 

Änderungen des Tagungsortes unter aktuellen Gesichtspunkten möglich. Bitte beachten Sie den Hinweis in der Presse!

 

 

 

Weitere Infos finden Sie unter Termine ...

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