Vögel

Die Feldlerche

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | NR 71 | 12. Oktober 2018

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NABU und LBV: Feldlerche ist Vogel des Jahres 2019

Typischer Agrarvogel im Sinkflug | Jede zweite Feldlerche in Nordrhein-Westfalen verschwunden | Start der Mitmach-Aktion "Meine 114 Euro"

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Düsseldorf/Berlin/Hilpoltstein – Der NABU und sein bayerischer Partner LBV, Landesbund für Vogelschutz, haben die Feldlerche (Alauda arvensis) zum „Vogel des Jahres 2019“ gewählt. Mit der Auswahl verbinden die Verbände die Forderung nach einer grundlegenden Änderung der europäischen Agrarpolitik. Auf den Star, Vogel des Jahres 2018, folgt damit ein weiterer Vogel der Agrarlandschaft. Zudem küren der NABU und der LBV die Feldlerche zum zweiten Mal zum „Vogel des Jahres“ nach 1998. „Diese Ehre wurde bisher nur wenigen Vögeln zuteil. Trotz aller Anstrengungen war die erste Wahl zum Vogel des Jahres leider nicht genug, um die Art zu retten. Denn der alarmierende Rückgang bei den Beständen dieses ehemaligen Allerweltvogels setzt sich fort“, sagt Heinz Kowalski, NABU-Präsidiumsmitglied.

 

„Nur noch wenige kennen und hören den Gesang der Feldlerche am Himmel. Intensivkulturen mit Wintergetreide, Mais und Raps, fehlende Brachflächen und der Rückgang von Insekten verringern ihren Lebensraum und ihre Nahrungsgrundlage“, sagt Norbert Schäffer, LBV-Vorsitzender.

 

Die Feldlerche steht als Jahresvogel auch stellvertretend für andere Feldvögel wie Kiebitz und Rebhuhn, denen es zum Teil sogar noch schlechter geht. Die immer intensivere Landwirtschaft ist zum Hauptgrund für das Artensterben in Europa geworden. NABU und LBV fordern deshalb für die derzeit laufenden Verhandlungen über die künftige EU-Agrarpolitik ein radikales Umsteuern. Derzeit fließen jährlich 58 Milliarden Euro Agrarsubventionen überwiegend als pauschale Flächenprämien an Landwirte. Das sind 114 Euro pro EU-Bürger. Diese Gelder müssen künftig statt in Massenproduktion gezielt für eine naturverträgliche Landwirtschaft investiert werden, um Arten wie die Feldlerche zu retten. Bisher haben sich jedoch weder die Bundeskanzlerin noch ihre Agrarministerin Julia Klöckner am Verhandlungstisch in Brüssel klar dazu bekannt. Die Feldlerche – und mit ihr unsere ländlichen Lebensräume mit ihrer ganzen Artenvielfalt – haben jedoch nur eine Chance, wenn die Bundesregierung auf EU-Ebene die Weichen der Agrarpolitik richtig stellt. NABU und LBV rufen bei der Mitmach-Aktion „Meine 114 Euro“ Bürgerinnen und Bürgern auf, ihre Wünsche an eine Agrarreform EU-Parlamentariern aus ihrem Wahlkreis zu übermitteln und so zur Rettung der Feldlerche und anderer Feldvögel beizutragen.

 

Mit zwischen 1,3 und 2 Millionen Revieren gehört die Feldlerche immer noch zu den häufigen Vögeln Deutschlands. Allerdings befinden sich ihre Bestände in einem deutlichen Sinkflug. Ein Drittel der Feldlerchen sind in den vergangenen 25 Jahren bundesweit verschwunden. Zwischen 1990 und 2015 gab es einen Bestandsrückgang um 38 Prozent, wie offizielle Monitoringdaten des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten belegen. In Nordrhein-Westfalen hat der Bestand der Feldlerche sogar um mehr als 50 Prozent in den vergangenen 25 Jahren abgenommen und wird hier mittlerweile auf unter 100.000 Brutpaare geschätzt. Damit wird die Feldlerche in der aktuellen Roten Liste der Brutvogelarten in Nordrhein-Westfalen (2016) als gefährdet eingestuft.

 

Die Feldlerche kann in der heutigen Agrarlandschaft wegen der schnell und dicht aufwachsenden großflächigen Intensivkulturen oft nur noch eine Brut aufziehen. Wo auf riesigen Flächen nur undurchdringbares Wintergetreide, Raps oder Mais wachsen, fallen die überlebenswichtigen zweiten und dritten Bruten aus. Wenn die Lerchen deswegen auf die vegetationsfreien Fahrspuren im Feld ausweichen, werden sie häufig Opfer von Nesträubern oder von Maschinen überrollt. Heute fehlt meist die Auflockerung der Landschaft durch Brachen, Sommergetreide oder extensiv genutztes Grünland, wo die Vögel auch im späten Frühjahr noch brüten könnten. Hielten sich 1990 noch Brach- und Maisanbauflächen die Waage, gab es 2010 bereits zwanzig Mal mehr Maisflächen. Auch in Überwinterungsgebieten des Zugvogels haben sich die Nahrungsbedingungen für den Zugvogel durch die Intensivierung der Landwirtschaft und durch Pestizide weiter verschlechtert.

 

Der Feldlerche hilft dann auch ihre perfekte Tarnung nicht mehr. Mit nur 16 bis 18 Zentimetern Körperlänge und der beige bis rötlich-braunen Gefiederfärbung an der Oberseite ist sie im Stoppelfeld gut getarnt. Ihr einziger Schmuck besteht aus feinen, schwarzbraunen Längsstreifen und Strichen am Oberkopf und einer kleine Federhaube. Die Nahrung der Feldlerche ist abhängig von den Jahreszeiten. In den kalten Monaten begnügt sie sich mit Pflanzenteilen und Sämereien. Im Frühling kommen Insekten, Regenwürmer oder andere Kleintiere dazu, die besonders für den Feldlerchen-Nachwuchs ein wichtiges Kraftfutter sind.

 

Unsere Ohren nehmen Feldlerchen eher wahr als die Augen. Die Männchen singen meist im Flug aus einer Höhe von 50 bis 200 Metern, wo sie mit bloßem Auge kaum mehr zu erkennen sind. Ihr scheinbar endlos tirilierender Gesang bildet die traditionelle Klangkulisse unserer Agrarlandschaft. War es früher oft unmöglich, aus diesem Geräuschteppich einen einzelnen Vogel herauszuhören, ist es heute eine Freude, überhaupt eine Lerche zu hören. In manchen Gegenden ist der Himmel über den Feldern sogar bereits stumm.

 

 

Weitere Infos unter www.Vogel-des-Jahres.de, oder www.LBV.de

 

Mehr zur Mitmach-Aktion „Meine 114 Euro“: www.NeueAgrarpolitik.eu

 

Pressefotos zum Vogel des Jahres unter: www.NABU.de/pressebilder_feldlerche

 

Footage zur Feldlerche auf Anfrage über presse@NABU.de

 

Ein Video zur Feldlerche zum Einbinden finden Sie unter: www.NABU.de/feldlerche

 

Ein Audiofile zum Gesang der Feldlerche finden Sie unter: www.nabu.de/audio/XC375247-Skylark_20170608_092903_prepared_Lars Lachmann.mp3

 

Die Farbbroschüre „Vogel des Jahres 2019 – Die Feldlerche“ (Art. Nr.: 2527), DIN A5, 44 Seiten gibt es im NABU-Shop unter www.NABU-shop.de sowie unter www.lbv-shop.de

 

 

Für Rückfragen:

NABU-Pressestelle, Tel. +49 (0)30-284984-1958, presse@NABU.de

Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte, Tel. +49 (0)30-284984-1620

 

Zum Vogel des Jahres auch in NRW:

Heinz Kowalski, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz, Mobil 0160-8856396

 

Zur Agrar-Kampagne und der Mitmach-Aktion „Meine 114 Euro“:

Konstantin Kreiser, NABU-Leiter Globale und EU-Naturschutzpolitik, Tel. +49 (0)30-284984-1614

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | mobil: 0173 46 99 296 | Mail:B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

 

Die Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla)

Das Männchen - s. Bild - trägt eine schwarze - das Weibchen eine braune Kappe. Ein Bild vom Haardrand Oer-Erkenschwick - Bilder sind nicht einfach, das Vögelchen ist ein heimlicher Dickichtbewohner mit einem Hang zu dichtem Unterholz und buschigen Wäldern. Nahrung: Insekten und im Herbst Beeren.

 

Ulrich Kamp

 

 

Der Neuntöter (Lanius collurio)

Auf der Startseite der Homepage ist ein Jungvogel (Aufnahme: Kerstin Mörschner) abgelichtet. Der männliche Altvogel zu diesem Text wurde von Alfons Pennekamp beigesteuert.

 

Wenn der NABU Ostvest Neuntöter (so ab Mai wieder aus Ostafrika zurück) sehen will, fährt er in die Heubachwiesen. Dort gibt es steppenartige Gebiete mit Wasserläufen und kleinen Teichen sowie Dornenhecken, die undurchdringlich am Wegesrand nicht nur für den Neuntöter ideales Aufzucht- und Wohngebiet sind.

 

Literatur: Der Neuntöter ist noch mäßig häufig in Gegenden, in denen die TRADITIONELLE! Landwirtschaft noch ausreichend Hecken, Büsche und extensiv genutztes Grasland mit vielen Insekten übrig gelassen hat. Die Vögel sitzen exponiert (also relativ gut zu sehen) auf Warten und spähen nach Beute, Käfer, Insekten, Eidechsen, Amphibien und Mäuse. Der Beutefang erfolgt am Boden. Größere Tiere werden zum Ansitz zurückgebracht und dort verarbeitet. Oft werden die Beutetiere auch zwecks besserer Zerlegung und auch zur Vorratshaltung auf Dornen gespießt. Sieht etwas makaber aus, wenn so etliche Beutetiere fein säuberlich nebeneinander auf Heckendornen oder Stacheldraht plaziert werden, erfüllt aber seinen Zweck. Wegen dieser Beutetiere erhielt der "Würger", so seine Artbezeichnung vom Volksmund den Namen "Neuntöter", wobei dem Vogel sieben oder zehn deponierte Beutetiere egal sind ("Vögel in Europa", DK Verlag London).

 

Auffällig die schwarze Gesichtsmaske, die auch sein größerer Verwandter, der Raubwürger trägt (auch ein hochinteressanter Vogel, den wir hoffentlich mal ablichten können). Erinnert ein wenig an einen fliegenden Waschbären (Vorbild für Walt Disneys Panzerknaccker AG). Übrigens: Würger sind keine Greif-, sondern Singvögel.

 

Ulrich Kamp

19.04.2016

 

 

Ein Buchfinkmännchen (Fringilla coelebs)

Zu unterscheiden vom Weibchen durch die rötliche Brust und die grauer Kopfzeichnung. Aufgenommen Nähe Birkentor in der Erkenschwicker Haard im April 2016. Er ist einer unserer häufigsten Singvögel, er lässt sich auch gern in voller Pracht blicken.

 

(Die Fachliteratur sagt: Der Buchfinkenschlag gehört zu den einprägsamsten Vogelgesängen durch seine schmetternde und energische Vortragsweise. Um die Anforderungen an den Hörer zu steigern, kann der Vogel wie viele andere Sänger auch anders. Er singt: Pink (für Fink), ein sanfteres Jüüp wie die Kohlmeise und ein rülschendes (was ist das denn) Hirrd als sg. Regenruf. Außerdem singt er "DIALEKT).

 

JOOO MAI, hoffentlich kann sich Bayrischer Buchfink mit OSSI-Vogel überhaupt noch unterhalten. Quelle; "Vögel in Wald und Garten" verlegt bei Ravensburger Naturbücher in Farben, Otto Maier Verlag, Ravensburg).

 

Ulrich Kamp

16.04.2016

 

 

Der Zilpzalp (Phyllososcopus collybitia)

Die Wissenschaftler schreiben, von anderen Arten (Fitis) äußerst schwer zu unterscheiden, aber sein Ruf ist eindeutig. Da war ich aber froh, nur, und auch das bestätigen die Spezialisten, er sitzt und singt gern in der Deckung im Unterholz und wsechselt ständig (also sehr oft) seinen Standort.

 

Na, an den Herausforderungen sollst du wachsen, also aufgepasst und siehe da, der 10. oder 11. nahm es mit der Deckung nicht so ganz genau und wurde abgelichtet. Er wohnt in dichten Wäldern, Parks und Friedhöfen, Näheres gibt es wie immer in der Fachliteratur, hier bei Ravensburg "Vögel in Wald und Garten". Er gehört zur Kategorie der Laubsänger - Farbe - unauffällig, gut getarnt.

 

Ulrich Kamp, 11.04.2016

 

 

Die Singdrossel (Turdus philomelos)

23 cm lang, einfarbige Oberseite und hell-dunkel gefleckte Unterseite. Lebt in Wäldern und Parklandschaften, Ein begnadeter Sänger. Wie bei der Amsel hat die Singdrossel eine (Verzehr-)Vorliebe für Schnecken, macht sich also damit jedenfalls bei vielen Gartenbesitzern beliebt (mehr bei Ravensburg - Vögel in Wald und Garten).

Ulrich Kamp 11.04.2016

 

Dompfaff

Dompfaff-/Gimpelweibchen (Pyrrhula pyrrhula) in der Haard Nähe Feuerwachturm Oer-Erkenschwick an einer Pfütze. Einzelgängerin - von wegen, leben im Winter in Scharen. Kein Weibchen und kein Männchen (unten schön rosa) weit und breit. Also habe ich um Hilfe gebeten.

So, ich habe jetzt ein Dompfaff-(Gimpel-)Weibchen fotografiert (Pyrrhula pyrhula). Bekanntlich sind bei den Vögeln oft die männlichen Exemplare farblich auffälliger (schöner will ich mal so nicht sagen) ausgestattet. Ob ich in Kürze ein männliches Exemplar aufnehmen kann, steht in den Sternen. Wer hilft auch in aussichtslosen Fällen? Kerstin Mörschner und Rüdiger Dietrichs. So auch dieses Mal. Danke Diddi - ein sehr schönes Männchen.

So, nachdem Kerstin und Rüdiger mir ausgeholfen haben, fliegt mir natürlich in der Haard Nähe Feuerwachturm auf dem Hauptweg ein Gimpel-/Dompfaffmännchen (beide Namen sind einschlägig) vor die Kamera - etwas hoch im Baum, dafür habe ich aber die Vorder- und die Rückseite - auch schön.

 

Auszug aus Vögel in Wald und Garten - Ravensburger Naturbücher in Farben: "Diese liebenswerten Vögel führen eine recht unauffällige Lebensweise. Im Sitzen wirken sie leicht etwas phlegmatisch und bedächtig. Ihr wellenförmiger Flug (wie die Buntspechte) aber ist rasch und energisch. Sie fressen Samen, Früchte und Knospen. Die Partner halten fest zusammen.

Heckenbraunelle

Fotografiert in der Nähe des Feuerwachturms Oer-Erkenschwick

 

Pareys Vogelbuch schreibt dazu:

"(Prunella modularis) - Bei flüchtigem Hinsehen ähnlich Haussperling, aber leicht unterscheidbar durch bleigraue Färbung von Kopf und Brust, gestreifte Flanken und dünner Schnabel. Unauffällig; verrät  ihre Anwesenheit am ehesten durch dünnes "ziht" und kurzem, klirrenden, eifrig und schon früh im Jahr vorgetragenen Gesang.  Bewohnt Wälder, Hecken und gebüschreiches Gelände aller Art ... einer der häufigsten Vögel in den Gärten und Parks der Städten und Dörfern. Größe: 14,5 cm".

 

Ulrich Kamp

11.02.2016

 

 

Saatkrähen und Dohlen (Corvus frugilegus und corvus monedula)

Sie leben oft - zumindest tagsüber - zusammen. Die Saatkrähe ist deutlich größer und adult an dem nackten hellen Schnabel zu erkennen. Gefieder ganz schwarz. Die Dohle ist deutlich kleiner, die Rufe sind heller und der Kopf ist grau. Beide Tiere gelten als intelligent, wobei die Dohle, wenn sie mit Menschen Kontakt hat, auch Worte nachplappern kann. Die Dohlen bauen gern ihr Nest in offenen Kaminen und, wenn diese ohne entsprechenden Schutz sind, verunglücken dort und stürzen hinein. Ein Tipp meines Schornsteinfegers: Wenn schon ein Vogel in den Kamin gefallen ist, aber noch lebt, die Kaminklappe im Keller erst mit einem Jutesack sichern und dann vorsichtig öffnen, Arbeitshandschuhe nicht vergessen. Lässt man den Vogel, so rußig wie er ist, versehentlich im Keller fliegen, kann man hinterher, wenn man Pech hat, teilrenovieren. Auch Krähen und Tauben fallen gelegentlich in den Kamin - es hilft ein Drahtgitter über dem Kaminschacht auf dem Dach.

 

Noch vor ca. 10 Jahren soll die Dohle nur östlich der Elbe vorhanden gewesen sein. Das ist vorbei, heute ist die Dohle buchstäblich überall, auch im Ostvest. Die Saatkrähen waren vor ca. 30 Jahren den Rabenkrähen von der Anzahl her hoch überlegen, dann wandelte sich das Bild. Die Raben-(Aas)-Krähen beherrschten das Bild, jetzt sind wieder Rabenkrähen da, besonders in Datteln, beispielhaft in Datteln-Hagem.

 

Genauere Beschreibung in der Fachliteratur, z. B.  Pareys Vogelbuch, Verlag Paul Parey.

 

Ulrich Kamp

04.02.2016

 

 

Waldbaumläufer

Der Waldbaumläufer (lat. Certhia familiaris)

 

Vorweg, ich habe schon ein paar Mal Kontakt mit dem Gartenbaumläufer gehabt. Er ist vom Waldbaumläufer nur ganz schwierig - auch für Fachleute - zu unterscheiden, es gibt farblich bei diesem sehr kleinen und unauffäilligen Vogel gaaaaanz leichte Abweichungen. Da ich den Vogel diesmal in der Haard zwischen Stimberg und Feuerwachtturm aufgenommen habe, also klar und deutlich im Wald, aber am Hauptweg, habe ich meine Bilder dem Waldbaumläufer zugeordnet.

 

Er ist klein, er ist sichtbar, aber beim Erstkontakt vor Jahren (Gartenbaumläufer) habe ich ihn für eine baumsteigende Maus gehalten, bis ich den langen gebogenen Schnabel sah. Er klettert stets aufwärts, gern in Spiralen um den Baum, und sucht unter der Rinde nach Insekten, Spinnen und Larven. Als Nistplatz dienen senkrechte Spalten oder Höhlen im Holz, gern hinter abgespaltener Rinde oder in geborstenen Stämmen, auch Nistkästen werden angenommen. Ein Kernsatz im schlauen Buch: Dank seiner Färbung ist der Vogel auf der Rinde nur schwer zu sehen (das beweisen meine Bilder auch).

 

Trotzdem ist es interessant, ihm zuzuschauen, wie er da hurtig nach oben klettert und dabei mit seinem relativ langem, spitzen, gebogenen Schnabel in der Rinde stochert. Nur muss ich ihn erst einmal sehen, das ist die größte Schwierigkeit.

 

(Quelle: Vögel im Wald und Garten, Ravensburger Naturführer in Farben)

 

Ulrich Kamp

30.01.2016

 

 

Kernbeißer

Der Kernbeißer (lat. Cocothraustes cocothraustes)

 

Den Kernbeißer kannte ich nur als einen Bewohner der Baumspitzen, der in den Gipfeln lebt und dort auch sein Nest baut. Daher stammt das etwas ältere Bild aus Datteln-Hagem, als ich oben am Zechenbahndamm praktisch mit dem Baumwipfel auf gleicher Höhe stand. Der Vogel sah mich nicht und wurde abgelichtet.

 

Das zweite Bild - ein Weibchen am Boden - habe ich Anfang Januar 2016 am Eingang zum Brinksknapp-Naturschutzgebiet in der Haard aufgenommen. Vom Habitus her konnte ich auf meinen Erfahrungen aus Datteln-Hagem aufbauen (den Rest erklärte wie immer Alfons Pennekamp). Aber was macht der Gipfelbewohner am Boden?

 

Also wie immer: "Buch macht klug". Hilfe leistete diesmal "Vögel im Wald und Garten", Ravensburger Naturführer und Vögel in Europa DK London - in deutscher Sprache.

 

Der Vogel ist unser heimlichster Fink. Nur im südeuropäischen Raum sieht man ihn öfter, nicht in Mitteleuropa, da lebt er verdeckt, sozusagen. Er knackt mit seinem mächtigen Schnabel Pflaumen- und Kirschkerne sowie Sämereien, das Fruchtfleisch interessiert ihn nicht. Es wird davor gewarnt, ihn, wenn er verletzt ist, ohne Handschuhe anzufassen. Wer Pflaumenkerne knacken kann, ist auch für gewaltige Blutblasen gut.

 

Das Männchen ist etwas lebhafter gefärbt als das Weibchen, folglich ist der Baumgipfelsitzer ein schönes Männchen und der Erdhüpfer ein Weibchen.

 

So, und was macht er/sie nun am Boden? Im Spätwinter wird auch der Boden nach Fressbarem abgesucht, wenn oben das Angebot rar ist. So kam ich dann an mein Bodenbild. Der Schnabel ist im Frühjahr und Sommer blaugrau, sonst horngelb. Ein großer Sänger ist er nicht.

 

Ulrich Kamp

 

30.01.2016

 

Die Stimberg-Zeitung kann hellsehen oder hat mich ausspioniert. Kurz nachdem ich den Artikel mit Bildern an unsere Webmistress zwecks Einstellung in die Homepage weitergeleitet habe, schlage ich meine Zeitung auf und finde den Artikel über den Kernbeißer. Erstmal bin ich froh, dass sich meine Feststellungen mit dem Textbeitrag meiner Hauspostille decken. Ökonomischer wäre es für mich gewesen, wenn dieser Beitrag etwas früher erschienen wäre, dann hätte ich mich kürzer fassen können. Aber immerhin, der "selten zu sehende Fink" ist auch unabhängig von mir in den Fokus der Presse geraten. Und er ist es wert, so wie er aussieht ... ein wirklich schmuckes Kerlchen.

 

Ulrich Kamp

 

 

Da sind sie ja ...

Das ganze Jahr habe ich gejammert, dass viel zu wenig Kiebitze vorhanden sind. In den Feldern mal ein/zwei Pärchen, wenn überhaupt. Und jetzt sechs Wochen vor Weihnachten, wo ich die Vögel schon längst im Süden vermutet hätte, tauchen ganze Rotten über dem Dattelner Kanalsystem auf. Sie überwintern hier als einheimsche Vögel, wenn es bei uns noch warm genug ist (es war). Und die neuen Gäste aus dem Norden bleiben bei uns, wenn sich der Winter auch hier gut überstehen lässt. In jedem Fall ein schönes Flugfoto. Ich habe mich extra bei Klaus Becker und Alfons Pennekamp schlau gemacht, ob ich meinen Augen und meiner Kamera trauen kann - (ich kann noch).

 

Ulrich Kamp

 

 

Junge Dohle

Eine junge Dohle, die Kerstin Mörschner im Naturschutzgebiet Burg in Marl-Sinsen aufgenommen hat. Dohlen beziehen gern als Nachmieter verlassene Spechthöhlen, die sie selbst nie bauen könnten.

Grünfink (Carduelis chloris)

Was sagt der BLV-Führer? "Sperlingsgroßer gelbgrüner Fink (graugrün) mit gelbem Bürzel." Von wegen lichte Wälder, Parks, Feldgehölze, Gärten - wieder allemann mitten im Kornfeld in Oer-Erkenschwick (Beweis Bilder). Er ist Standvogel, lebhaft, beweglich, gesellig.

 

Ulrich Kamp

 

 

Schafstelzen (Motacilla flava)

Aus BLV-Naturführer für unterwegs:

"Sperlingsgroße, langschwänzige Stelze mit leuchtend gelber Unterseite, Rücken olivgrün. Hält sich auf feuchten Wiesen und Weiden, meistens in der Nähe von Fließgewässern auf."

 

Mag sein - meine Schafstelzen in Datteln und auch in Oer-Erkenschwick (s. Bilder) lebten im Kornfeld, und das war f...trocken, weit und breit kein Fließgewässer, nächster Bach ca. 400 m Luftlinie.

 

Egal - der Vogel ist hübsch. Er ist Sommergast, im Winter lebt er in Westafrika. Es ist einfach schön, hier in unseren Breitengraden Vögel zu haben, die dem Kanarienvogel oder dem Wellensittich ähneln. Nicht alles, was hier kreucht und fleucht, ist graubraun, sondern regelrecht schmuck.

 

Ulrich Kamp

Herr und Frau Buntspecht haben Nachwuchs

In Oer-Erkenschwick wohnt im Esseler Bruch eine Buntspechtfamilie mit jungen Spechten. Zunächst war der Nachwuchs in der Höhle in ca. fünf Meter Höhe nur zu hören. Es war klar, dass irgendwann der Nachwuchs auch zu sehen sein würde - und richtig - sehen Sie selbst. Immer wenn ich dort vorbeischaue, sehe ich jetzt einen kleinen Kopf mit rotem Fleck aus der Höhle lugen und krakeelen. Gefüttert wird von beiden Eltern im Abstand von 30 - 45 Minuten. Wie viele Kinder in der Höhle tatsächlich sind, ist mir natürlich nicht bekannt. Möglich sind vier bis sieben Jungvögel, die erst nach ca. drei Wochen die Bruthöhle verlassen. Schauen Sie sich an, wie ausdrucksstark der Nachwuchs sein Futter einfordert.

 

Ulrich Kamp

 

 

Die Misteldrossel

Entdeckt in Oer am Börster Grenzweg auf einem frisch gemähten Rasenstück. Am ersten Tag zwei Vögel, am nächsten Tag nur noch einer sichtbar (ca. 10./11. Mai 2015). Auffällig war die schiere Größe der Vögel, und dass sie gern zu Fuß unterwegs sind. Fluchtreflexe und Angst relativ wenig (obwohl in der Fachliteratur der Vogel als scheu beschrieben wird. Die Einschätzung kann ich nicht teilen). Er scharrt, er sucht am Boden, er läuft teilweise wie ein Mini-Fasan. Ich werde in Augenschein genommen, trotz des Fotoapparates für harmlos befunden und weiter geht es mit dem Nahrungserwerb. Größte einheimische Drossel, ca. 27 cm, damit deutlich größer als die Singdrossel. Auffällig ist die aufrechte Haltung. 

 

 

Der Kuckuck (Cuculus canorus)

Freitag und dazu der 1. Mai, ein Ausflug in die Heubachwiesen war unser Plan. Ein bisschen spazieren gehen und die Natur genießen. In der Nähe des Merfelder Bruchs, hörten wir den Kuckuck rufen. Etwas später hörten wir aus der entgegengesetzten Richtung den Ruf eines weiteren Kuckucks. Viel Hoffnung, ihn vielleicht zu entdecken, geschweige denn, ihn zu sehen hatten wir nicht. Als Naturfotograf stirbt die Hoffnung allerdings zuletzt.

 

Folglich wurde am darauffolgenden Samstag der Rucksack gepackt und wir machten uns mit Fotofreunden auf den Weg in die Wiesen. Wieder hörten wir den Kuckuck rufen, eine Sichtung blieb leider aus. Erst auf dem Rückweg bemerkte ich im Augenwinkel einen gräulichen Schatten und da saß er, der Kuckuck.


Jetzt mit Kleingeld zu klimpern, weil es Glück bringen soll? Nein bestimmt nicht in diesem Moment. Einen Kuckuck frei sitzend zu sehen und fotografieren zu dürfen, das grenzt an einen 6-er im Lotto. An diesen Augenblick in der Natur werden wir noch lange zurückdenken.

Rüdiger Dietrichs

 

 

Wintergoldhähnchen

Das Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) bevorzugt Fichten und Tannenwälder. Es ist der kleinste Vogel Europas und wiegt zwischen 4 und 7 Gramm. Interessant ist auch der Nestbau. Wintergoldhähnchen verwenden Material aus den Eierkokons von Spinnen und den Gespinsten einiger Raupenarten. So entsteht ein stabiles Hängenest. Fotografiert am Rande der Haard - Ostvest, in der Nähe St. Johannes.

 

Rotkehlchen

Rotkehlchen mit goldgebler Kehle

Schwarzspecht

Buntspecht

Klaus Becker mutiert mittlerweile zum echten Specht-Spezialisten. Ein Buntspecht füttert seine Jungen mit Hingabe. Und wehe, die Altvögel beeilen sich nicht. Den Krawall aus der Höhle kann man weithin hören.

 

 

Grünspecht

Ein Bild vom Vogel des Jahres, dem Grünspecht (aufgenommen von Klaus Becker, Vorstand NABU Ostvest). Er ist der Vogel des Jahres für den NABU. Die Wanderausstellung zum Vogel des Jahres ist in der Bücherei der Stadt Oer-Erkenschwick zu besichtigen.

 

 

Fasane

Im März beim Spaziergang in Essel, Marfeldstr., blieb dieser Fasanenhahn stur auf seinem Schlafast am Wegesrand sitzen und war nicht aus der Ruhe zu bringen. Also gelangen Bilder aus nächster Nähe, wobei natürlich der Verdacht besteht, dass solche zutraulichen Exemplare erst kürzlich aus ihrer schützenden Voliere in einer Fasanenzucht ausgewildert wurden, um das Jagdangebot zu bereichern. Solche Vögel sind natürlich auch bei Füchsen und Habichten äußerst begehrt, sie müssen erst noch möglichst schnell lernen, dass das Leben in freier Natur "kein Ponyhof" ist, sondern teilweise äußerst gefährlich. Fasane (Phasianus colchicus - beim zweiten Namen auf Latein denkt mancher sofort an die Argonautensage vom goldenen Fließ) leben  in Mittel- und Ostasien und wurden erst im 14. Jahrhundert in Mitteleuropa eingebürgert, sehr wahrscheinlich von Jagdberechtigten. Revierruf des Männchens ein weithin schallendes gögög - verbunden mit wummendem Flügelschlag (Quelle: BLV Naturführer).

 

Ulrich Kamp (März 2016)

 

 

Ein Fasanenmännchen aus Oer-Erkenschwick, das sich nach dem Regen erstmal aufplustert, um trocken zu werden. (Foto: Kerstin Mörschner)

Stieglitz

aufgenommen von Kerstin Mörschner in Oer

 

 

Die nächsten Termine:

 

8. Januar, 19:30 Uhr, Sitzung

5. Februar, 19:30 Uhr, Sitzung

5. März, 19:30 Uhr, Sitzung

2. April, 19:30 Uhr, Sitzung

 

 

 

Änderungen des Tagungsortes unter aktuellen Gesichtspunkten möglich. Bitte beachten Sie den Hinweis in der Presse!

 

 

 

Weitere Infos finden Sie unter Termine ...

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