Projekte im Ostvest

Schmetterlingsfreundliche Friedhöfe gesucht ...

Von links nach rechts: Heike Kassack, Leiterin Grünflächenamt, Bürgermeister Carsten Wewers, Ingbert Eisenblätter für das Friedhofsteam, Stefan Frackowiak (NABU) und Johannes Löhr (NABU) - Bilder:  Gerold Schmelter
Von links nach rechts: Heike Kassack, Leiterin Grünflächenamt, Bürgermeister Carsten Wewers, Ingbert Eisenblätter für das Friedhofsteam, Stefan Frackowiak (NABU) und Johannes Löhr (NABU) - Bilder: Gerold Schmelter

… und in Oer-Erkenschwick gefunden

 

Ein landesweites Projekt

In diesem Jahr rief der NABU NRW erstmalig auch Friedhofsträger auf, sich für den Erhalt der Artenvielfalt einzusetzen. „Friedhöfe sind in unseren Städten wichtige Rückzugsorte für verschiedene Tier- und Pflanzenarten“, erklärt Christian Chwallek, stellvertretender NABU-Landesvorsitzender. Die Flächen besäßen ein großes Potenzial. Schon mit wenig Aufwand ließen sie sich zugunsten von Schmetterlingen umgestalten und könnten so einen wichtigen Beitrag zur Schaffung und Aufwertung von insektenfreundlichen Lebensräumen leisten. Genau dieses Ziel verfolgt der NABU NRW im Rahmen seines vom Landesumweltministerium geförderten Projekts „Mehr Platz für Falter – Jetzt wird´s bunt!“.

 

Der Waldfriedhof

Der Waldfriedhof weist durch seine Lage an der Haard ein unerschöpfliches Potenzial für die heimische Flora und Fauna auf. Dies machten sich jetzt Ingbert Eisenblätter und sein Team  zunutze und legten auf einer Freifläche eine Wildblumenwiese an. Und ihre Chefin Heike Kassack bewarb sich in diesem Jahr auch um die Auszeichnung „Schmetterlingsfreundlicher Friedhof“.

 

Die Mühen haben sich gelohnt. Der Waldfriedhof gehört mit zu den ersten Friedhöfen, die nun in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet wurden. Stefan Frackowiak und Johannes Löhr vom Nabu freuen sich, Plakette und Urkunde übergeben zu können. Stefan Frackowiak verbindet den Termin mit einer Bitte an BesucherInnen des Friedhofs, die Gräber pflegen: „Ein weiterer großer Schritt zu mehr Naturverbundenheit ist der generelle Verzicht auf Torf. Es wäre sehr schön, wenn dies beherzigt würde.“ 

Westfeldweg

Am Westfeldweg in Oer-Erkenschwick befindet sich ein kleiner Teich, der im Rahmen eines Kleingewässerprogramms bereits vor Jahrzehnten angelegt wurde. Damals wurden auch Weiden gepflanzt, die dann zu Kopfbäumen geschnitten wurden. Nun stand die Pflege des Biotops an. Neben den üblichen Pflegemaßnahmen wurden auch Brutröhren für den Steinkauz angebracht. Im weiteren Umfeld befinden sich mehrere Brutpaare, sodass wir auf eine weitere Besiedlung hoffen.

 

Der Steinkauz ist stark geschützt und ist in der sogenannten "Roten Liste" der vom Aussterben bedrohten Arten aufgeführt. In Deutschland hat er sein Hauptverbreitungsgebiet in Nordrhein-Westfalen, insbesondere am Niederrhein und in der Münsterländer Bucht, zu der wir uns auch zählen. Wir tragen hier also eine besondere Verantwortung für diese Vogelart.

 

Unterstützt wurden wir bei diesem Projekt von der Europäischen Gemeinschaft (EU) im Rahmen des Programms zur Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER).