Foto: W. Gerhardus, aufgenommen im Mai 2026 am Kanal in Waltrop
Besuch auf der Terrasse von W. Gerhardus, Mai 2026
Fotos: W. Gerhardus, Mai 2026
Gefleckte Wiesenschnake und Gespinstmotten - fotografiert von Ulrike Tyroff, Mai 2026
Fotos: Ulrike Tyroff, Mai 2026
Diese schöne Fotostrecke schickte uns Wolfgang Gerhardus von seinen Ausflügen durch das Ostvest.
(April 2026)
Am Oberwasser in Waltrop konnte Ulrike Tyroff die balzfreudigen Haubentaucher beobachten:
Bei strahlendem Sonnenschein sind auf der Halde in Oer-Erkenschwick die ersten kleinen Flieger unterwegs.
Fotos: Ulrike Tyroff, März 2026
Den Frühling hielt auch Wolfgang Gerhardus in farbenfrohen Schnappschüssen fest:
Auge in Auge mit einem Sperber
Vor ein paar Tagen war ich mal wieder mit Fernglas und Fotoapparat an den Mollbeck-Teichen in Recklinghausen. Viele Tiere dort sind mir relativ gut bekannt, aber diesmal erlebte ich am nördlichen unteren Mollbeckteich eine Überraschung (für mich fast eine Sensation). Auf dem Rundweg an den Teichen sah ich in Höhe einer Bank über mir im Baum auf einem Ast einen mittelgroßen Vogel sitzen, den ich in der beginnenden Dämmerung zwar sofort als Greifvogel ansprach, aber ich wollte genauer hinschauen und - fotografieren - wenn möglich.
Zu meiner größten Überraschung blieb mein Objekt sitzen, und zwar etwa 15 Minuten, behielt mich aber im Auge. So konnte ich mit Schnellverschluss etliche Aufnahmen machen, ohne dass der Vogel, den ich leise murmelnd zu beruhigen versuchte, aufflog. Nach wenigen Sekunden war mir klar, ich hatte einen männlichen Greifvogel, einen Sperber, vor der Linse. Der männliche Greifvogel wird eigentlich als Terzel angesprochen, der männliche Sperber wird aber warum auch immer als Sprinz bezeichnet. Sperbermännchen sind deutlich kleiner als Weibchen dieser Art, sie haben daher auch ein Beuteschema, das durchweg kleinere Vögel und Säugetiere erfasst als die Beutetiere des Weibchens. Das unauffälliger als das Männchen befiederte Weibchen ist oben auf dem Rücken schiefergrau, die Unterseite weist eine graubraune Querbänderung auf. Adulte Männchen sind oberseits blaugrau gefärbt, die Unterseite ist rostrot quergebändert (sog. Sperberung). Die Ständer sind lang und dünn mit langen Zehen.
Der Sperber ist nach dem Mäusebussard und dem Turmfalken unser häufigster Greifvogel, jagt aber ganz anders. Der Mäusebussard jagt aus dem Ansitz von einem Baum oder einer Telefonleitung aus, oder er kreist über einem Feld oder einer Wiese und lässt sich dann, wenn er die Beute sieht (meistens kleine Nager), fallen.
Der Turmfalke jagt ähnlich von einem Ansitz aus oder er rüttelt über einem Feld oder einer Wiese. Sieht er ein Beutetier, das er bewältigen kann, geht es im Sturzflug nach unten.
Der Sperber jagt entweder von einem Ansitz aus und fliegt dann rasant auf seine Beute los, die meistens in seinen Krallen stirbt, ohne gewusst zu haben, wer oder was sie überrascht hat. Die zweite Jagdmöglichkeit ist der schnelle, meistens in geringer Höhe durchgeführte Jagdflug mit darauf folgendem Überraschungsangriff. Der Greif überrascht und schlägt seine Beute, trägt sie in Deckung und tötet sie dort mit den Krallen (Grifftöter). Im Sommer sind die Hauptbeute Singvögel bis Starengröße. Im Herbst und Winter werden auch Feldmäuse gern genommen. Das größere Weibchen schlägt Vögel bis Taubengröße.
Ich hatte insoweit Glück, dass erst nach einer Viertelstunde Spaziergänger über den Weg kamen, die sich den Sperber auch ansehen konnten. Letztendlich zeigte er mir dann kurze Zeit später, dass er weder krank noch verletzt war. Er strich erst mit rasanter Geschwindigkeit in Richtung eines Strauchs am oberen Mollbeck-Teich ab. Ich sah, wie er ins Gebüsch flog und bin ihm dann langsam gefolgt. Nun - ich sah ihn in dem Busch nicht, aber er hatte mich wohl im Auge. Wie der Blitz schoss er ca. 8 m vor mir aus dem Busch, kurvte auf dem Weg ein und verschwand im Tiefflug.
So nah und so lange hatte ich bisher einen Greifvogel nur in Auffangstationen oder Greifvogelwarten gesehen, oder aber aus der Deckung eines Sichtschutzes. Dass mir einmal ein Greifvogel längere Zeit aus nächster Nähe in die Augen schauen könnte, hatte ich bis dato nicht erwartet. Aber man lernt bei Naturbeobachtungen immer dazu ....
Ulrich Kamp, 21.09.2025